Sonntag, 22. Oktober 2017

Rezension zu "Das Schiff der Träume" von Martha Conway

Mal etwas ganz anderes :-)
 
Bildergebnis für das schiff der träume

Inhalt vom Buchrücken:

1838 auf dem Ohio River: May Bedloe arbeitet als Schneiderin für ihre Cousine Comfort Vertue, eine gefeierte Schauspielerin. May hatte nie das Bedürfnis, im Scheinwerferlicht zu stehen, und ist mit ihrem einfachen Leben zufrieden. Doch dann trennt sich Comfort überraschend von May, und zum ersten Mal in ihrem Leben ist diese ganz auf sich allein gestellt. Aus der Not heraus heuert sie auf Hugo Cushings Theaterschiff an – und blüht auf. Denn die bunte, exotische Truppe, die ihr dort begegnet, lässt sie endlich zu sich selbst finden. Als ihr dann noch Hugo selbst Avancen macht, scheint ihrem Glück nichts mehr im Wege zu sein. Doch gerade als May ihren Platz im Leben gefunden zu haben glaubt, wird sie vor die größte Herausforderung ihres Lebens gestellt …

Meine Meinung:

Das Cover und der Titel haben mich sofort in ihren Bann gezogen, sodass ich schon sehr gespannt war, welch wundervolle Geschichte mich erwartet.
Das Schiff der Träume ist ein Gesellschaftsroman, der sich mit der Zeit vor des großen Amerikanischen Bürgerkrieges, beschafft. Ich fand diesen Zeitraum sehr gut gewählt. Es ist mal etwas anderes. Auf der einen Seite leben nicht mehr alle in den festen Schranken, im Süden werden Sklaven gehalten, im Norden nicht, aber noch sind nicht alle soweit, gegen die Sklaverei zu kämpfen. Es sind die ersten Vorboten dessen. Die ersten Sklavengegner treten öffentlich auf und ein Untergrundnetzwerk entsteht, entlaufenden Sklaven zu helfen - doch alles hat seinen Preis.

In diese Welt wird die junge May Bedloe hineingezogen. Sie ist ein sehr sanftes und stilles Mädchen und begnügt sich mit ihrer Näharbeit. Sie liebt schöne Kostüme und Genauigkeit, sagt rundheraus, was sie denkt und wirkte am Anfang sehr naiv und erfahren auf mich. Doch als sie von ihrer herrischen Cousine Comfort getrennt wird, muss sie zum ersten Mal ihr Leben selbst in die Hand nehmen und landet auf dem Theaterschiff "The Floating Theatre."
Ich fand die Idee eines Theaters auf einem Schiff klasse! Davon hatte ich noch nie gehört und es hat in der Tat etwas Träumerisches an sich.
Für eine Season werden die Schauspieler engagiert, es gibt den typischen Smutje, der sich um die Verpflegung kümmert, sowie ein paar treue Seelen, die einfach zum Captain und seinem Schiff gehören.
Die Autorin hat das Schiff sehr schön beschrieben. Ich konnte mir die Räumlichkeiten und das Leben darauf sehr gut vorstellen.

Die erste Hälfte des Buches ist sehr ruhig, sanft und einfach entspannend. Doch teilweise, fand ich es ein bisschen zu plätschernd. Es passierte nichts wirkliches. May lebt sich ein, muss sich ihren Platz suchen und taut nach und nach auf. Ihr Charakter verändert sich und im Laufe der Geschichte reift sie einer mutigen jungen Frau heran.
Doch erst ab der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte richtig an Fahrt auf, denn die Sklaverei macht auch nicht vor kleinen Booten, die auf dem Ohio entlang schippern halt.

Die Charaktere mochte ich sehr, dennoch hätte ich mir von einigen noch mehr Tiefgang gewünscht. Die Liebe hält sich hier stark im Hintergrund, was ich auch mal gut fand, da May erstmal sich selbst kennenlernen muss und wer überhaupt in ihr steckt. Das Ende habe ich zwar vorausgesehen, dennoch fehlt mir da ein bisschen der Übergang. Es sind unterschwellige, sanfte Gefühle, die sich erst noch entwickeln müssen - daher ging mir die letzte Szene etwas zu schnell.

Der Schreibstil ist fließend un bildlich sehr detailliert. Ich reiste mit meinen Augen mit, sah das Boot, die Umgebung alles direkt vor mir und konnte auch dem typischen Antagonisten in dieser Geschichte seine Gemeinheit voll abnehmen. Dies sorgte für die Spannung, um nicht nur May, sondern auch den Leser auf Trab zu halten.

Fazit:

Das Schiff der Träume ist weniger wirklich ein Schiff der Träume, sondern für May eine Reise zu sich selbst, in die Freiheit und des Lebens, was ihr alles offen steht.

4 Sterne

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