Mittwoch, 3. Mai 2017

Rezension zu Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt von Kristina Günak

Witzig und doch tiefgründig
 
Bildergebnis für wer weiß schon wie man liebe schreibt

Inhalt vom Buchrücken:

Bea Weidemann kann es nicht fassen: Schlimm genug, dass ihr kleiner Verlag in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Aber dass sie nun als Tim Bergmanns persönliche Anstandsdame abgestellt wird und mit ihm den Verlag retten soll, ist einfach zu viel für die junge PR-Referentin. Denn der schwierige Bestseller-Autor lässt sich von nichts und niemandem etwas vorschreiben - und ist genau die Sorte Mann, um die Bea sonst einen weiten Bogen macht. Herzklopfen hin oder her. Doch während sie versucht, das Chaos von Tim - und sich - abzuwenden, merkt sie bald, dass auch die Liebe absolut nichts von ihren Plänen hält -

Meine Meinung:

Überraschend anders.
Den Klappentext nach zu schließen, habe ich eine heiße Romanze erwartet. Viele eindeutige Szenen, einen Machohaften Typen und die schüchterne graue Maus - das Klischee, welches in vielen Büchern zu finden ist. Doch davon keine Spur!
Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt ist eine süße Liebesgeschichte, humorvoll erzählt mit mal ganz anderen Protagonisten, als sonst  - und das hat mir sehr gut gefallen!

Bea Weidemann ist ein Pflegekind. Sie verdankt ihrer Pflegemutter alles und unterstützt sie wo sie nur kann, greift bei der Erziehung der anderen Pflegekinder unter die Arme und liebt ihre Familie über alles.
Sie arbeitet bei LOVE-Books in der Marketingabteilung für Liebesbücher vom Königsteinverlag und geht in ihrem Job völlig auf. Da sie innen in sich drin chaotisch und unsicher ist, klammert sie sich als fleißige Arbeitsbiene, an Pläne, unzähligen To-Do-Listen, Post-Ist-Zetteln und strukturiert und plant ihre Tage bis ins kleinste Detail. Sie mag keine spontanen Überraschungen, Ausflüge, das Ungewisse macht ihr Angst und "Treiben lassen"- ein Fremdwort.

Ich mochte sie sehr und konnte ihre Handlungen gut nachvollziehen. Am Anfang dachte ich noch, sie ist einfach super fleißig, doch im Laufe der Geschichte lernen wir Bea und ihren Kontrollzwang besser kennen und verstehen auch immer mehr ihre Hintergründe dafür. Sie ist immer freundlich, selbst, wenn sie mal aus sich herauskommt und böse wird und irgendwie verlieh ihr dies diesem ganz besonderen süßem Charme und weckte das Bedürfnis sie beschützen zu wollen.

In der Regel mag ich lieber starke Frauen, die nicht beschützt werden müssen und ihr Leben selbst in die Hand nehmen, doch Bea war auf ihre eigene Art stark und kämpft verbissen um ihr Leben und all seinen kleinen und größeren Katastrophen.

Doch auch Tim Bergmann ist eine Überraschung für sich.
Er ist Junggeselle, sieht unverschämt gut aus - toller Sixpack, Tattoo, Wuschelhaare - und scheint das alles nur vom Tippen auf dem Laptop zu bekommen. Ein Naturwunder! Dazu benimmt er sich, als wäre er ein Billionär und dürfe sich alles erlauben, beschimpft die Moderatoren, verweigert jegliche Mitarbeit sein Buch zu promoten, ist grimmig, übelgelaunt, rastet schnell aus - und doch liegen ihm die Leser zu Füßen.

Zunächst einmal das typische Bad Boy - Klischee und doch hat er mich damit mehr überrascht, wie schon lange kein Bad Boy mehr. Denn auch er hat seine Geschichte und ein kleines Handicap, welches mein absolutes Highlight war - weil es zeigt, wie menschlich er ist, wie unperfekt und wie er einfach lebt und sein Leben damit auf gerade Bahnen gebracht hat.
Trotzdem fand ich es sehr schade, dass er auch noch in späteren Stadien nicht freundlicher sein konnte. Seine plötzliche sanfte Ader hat mich irritiert und das ging mir alles viel zu schnell.

Der Schreibstil ist witzig und liest sich mit einem Augenzwinkern weg. Ich habe die Geschichte am Nachmittag angefangen und war in der Bahn am nächsten Vormittag schon durch. Es hätten so gern noch ein paar Seiten mehr sein können. Definitiv!
Mir war einfach das Ende zu abrupt.
Die beiden entwickeln sich langsam aufeinander zu. Die Autorin beschäftigt sich sehr stark mit ihrem Charakter, ihrer Entwicklung und ihrer Beziehung zur Außenwelt - da kam die Liebe für mich ein bisschen zu kurz.
Gerade dann - am Ende hätte ich gern noch mehr Spannung gehabt, weil die Geschichte ja doch vorhersehbar war. Dieser kleine Funken, diese kleine kribbelnde Energie hat mir einfach noch gefehlt. Ein Kapitel mehr hätte mir dafür gereicht. Es hat einfach so viel Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen.

Fazit:

Wer weiß schon wie man Liebe schreibt ist ein wunderbares, überraschendes, humorvolles Lesehighlight für unterhaltsame Zwischendurch. Hat mir sehr gut gefallen :-)

4 Sterne

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