Samstag, 16. April 2016

Rezension zu Die Liebe ist ein schlechter Verlierer von Katie Marsh

Ein Schlaganfall - die zweite Chance?
 

Inhalt vom Buchrücken:

Der Moment, in dem du gehen willst ...
Hannah will Tom verlassen. Morgen sagt sie es ihm. Und dann erfüllt sie sich ihren Traum, nach Afrika zu gehen. Tom will an seiner Ehe festhalten, sei sie noch so eingefahren. Er ignoriert die Probleme, will einfach nur neben Hannah einschlafen und morgen ins Büro fahren.
Doch dazu kommt es nicht …
Hannah und Tom wissen nicht, dass morgen alles anders sein wird. Dass Hannah ihre Pläne aufgeben muss und Tom nie wieder in sein altes Leben zurückkehren kann. Auch wissen sie nicht, dass ihre Liebesgeschichte noch nicht zu Ende ist und dass manche Träume einen Umweg nehmen müssen, bevor sie in Erfüllung gehen …

Meine Meinung:

Ich war sehr neugierig auf das Buch, weil es ein sehr sensibles Thema anspricht und bestimmt schon öfter in dieser Konstellation auch im täglichen Leben auftaucht.
Hannah und Tom sind seit fünf Jahren verheiratet, knapp über 30 Jahre alt und leben nur noch an einander vorbei. Damals hat ihre Liebe so rosig angefangen, so voller Spaß und Leben, Aufmerksamkeit und Liebe - sie waren so glücklich zusammen und dann begann das Leben nach der Hochzeit.
Das Berufe eine Ehe zerstören können, zeichnet sich hier sehr deutlich ab.
Tom ist Vollblutjurist. Er lebt für seine Kanzlei. In seinem Schrank hängen dunkle Anzüge an Anzügen, es reichen sich Krawatten und Hemden aneinander. Er lebt nur für seine Arbeit, er denkt nur für sie, atmet und isst, um seine Karriere voranzutreiben.
Wenn Hannah mal etwas mit ihm unternehmen möchte, ist er sauer auf sie. Jetzt muss er ihr zuliebe seine kostbare Zeit opfern, die er eigentlich für Geschäftliche Dinge nutzen wollte.
Er wird schnell wütend und cholerisch und schiebt Hannah allem die Schuld zu.

Hannah ist sehr sensibel. Sie ist eigentlich ein lebensfroher Mensch, reist um die Welt und möchte mit Kindern zusammen arbeiten. Aber in der Schule, wo sie als Lehrerin arbeitet, wird sie gemobbt, droht in Arbeit zu versinken. Ihr geht es schlecht und sie leidet sehr unter Toms Ignoranz. Wann haben sie zuletzt einmal ein Wort gewechselt? Gelächelt? Es scheint Jahre her zu sein.
Und sie fasst einen Entschluss. Sie möchte Tom verlassen und stattdessen sich eine Auszeit nehmen und ihren großen Traum erfüllen. An einer Schule in Afrika arbeiten!

Und dann funkt das Schicksal dazwischen. Tom erleidet einen Schlaganfall.

Ich fand es sehr schön, wie die Autorin Hannahs Überlegungen geschildert hat. Hannah ist ein lieber Mensch mit einer guten Seele. In dieser Zeit gibt sie alles auf, möchte ihr Leben für Tom opfern. Auch wenn er sie so schlecht behandelt hat, bringt sie es nicht übers Herz ihn jetzt zu verlassen, wo er all seine ganze Kraft und Energie braucht, um sich zu mobilisieren.
Aber auch Tom verändert sich. Er erkennt was für ein wunderbarer Mensch Hannah ist und er liebt sie und will sie nicht verlieren - und doch will Hannah fort.

Es ist eine Geschichte über eine zweite Chance unter widrigen Umständen. Was ist das beste für alle? Und vor allem für wen?
Die Endlösung hat mir eigentlich ganz gut gefallen. Es war ein Kompromiss.
Nichtsdestotrotz muss ich sagen, denn ich arbeite im Krankenhaus, fand ich alles ziemlich unrealistisch.
Zum einen Tom als Schlaganfallpatient selbst. Klar, es gibt weniger heftige Fälle als andere, aber für mich ging das alles viel zu rasant. Seine Genesung gleicht für mich einer Wunderheilung. Ich hätte ehrlich mir gewünscht, dass es nicht so einfach gewesen wäre. Auch haben sich alle im Krankenhaus geduzt, auch die Ärzte zwischen den Patienten - das kam mir sehr fremd vor und naja auch eigentlich die Lösung. Es wirkt für mich alles ein bisschen zu positiv und rosarot, weil ich der Meinung bin, dass es so nicht geklappt hätte. Die Ausgangssituation scheint aus dem wahrem Leben gegriffen zu sein, aber der Handlungsverlauf bis zum Ende waren für mich einfach typisch Märchen.

Ich mochte Hannah und Tom sehr, auch wenn ich finde dass Hannah zu naiv und lieb ist und Tom zu dominant. Ein bisschen gestört hat mich, dass die Familie der beiden kaum auf den Plan tritt, Eltern, Großeltern - stattdessen funkte ständig Julie, Toms nervige Schwester dazwischen. Ich konnte mich so leider gar nicht mit ihr anfreunden.

Der Schreibstil hat mir gefallen. Es war nichts besonderes darin, aber in seiner Schlichtheit ganz passend. An manchen Stellen hätte ich mir gern noch mehr Emotionalität gewünscht. Vielleicht wäre dann für mich die Geschichte besser greifbar gewesen.

Fazit:

Die Liebe ist ein schlechter Verlierer ist eine sehr gute Idee und mal etwas anderes.

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