Sonntag, 6. März 2016

Rezension zu Über uns der Himmel und unter uns das Meer von Jojo Moyes

Faszinierend - sehr schöne Geschichten von Bräuten auf dem Kriegsschiff
 

Inhalt vom Buchrücken:

Über das Meer zu dir
Australien 1946. Sechshundert Frauen machen sich auf eine Reise ins Ungewisse. Ein Flugzeugträger soll sie nach England bringen, dort erwartet die Frauen ihre Zukunft: ihre Verlobten, ihre Ehemänner – englische Soldaten, mit denen sie oft nur wenige Tage verbracht hatten, bevor der Krieg sie wieder trennte. Unter den Frauen ist auch die Krankenschwester Frances. Während die anderen zu Schicksalsgenossinnen werden, ihre Hoffnungen und Ängste miteinander teilen, bleibt sie verschlossen. Nur in Marinesoldat Henry Nicol, der jede Nacht vor ihrer Kabine Wache steht und wie sie Schreckliches erlebt hat im Krieg, findet sie einen Vertrauten. Eines Tages jedoch holt Frances ausgerechnet der Teil ihrer Vergangenheit ein, vor dem sie ans andere Ende der Welt fliehen wollte …
Ein berührender Roman über Hoffnung, Schicksal und Liebe – inspiriert von Jojo Moyes’ eigener Familiengeschichte.


Meine Meinung:

1946 werden über 600 Kriegsbräute mit dem Kriegsschiff der HMS Victoria über das Meer nach England zu ihren Ehemännern gebracht.
Im Laufe des Krieges waren Soldaten aus den unterschiedlichsten Einheiten in Australien stationiert. Heizer, Matrosen, Soldaten, Flugzeugflieger - sie landeten dort im Lazarett, kamen in Gastfamilien unter oder waren dort im Dienst tätig. Während ihrer Zeit in Australien verliebten sich auch die jungen Männer, auf Tanzveranstaltungen und Farmen wurden den Mädchen schöne Augen gemacht und viele junge Frauen heirateten.
Für manche Kriegsbräute waren es nur leere Versprechungen, für andere eine Chance auf ein neues Leben.
Weil ihre Männer dann wieder zum Krieg zurückbeordert wurden, wurden sie am Ende des Kriegs zurück in ihre Heimat nach England geflogen. Ihre Ehefrauen wurden aus der Ferne auf tollen Kreuzfahrtschiffen herbei geholt. Doch das letzte Schiff, das aus Australien kommen soll, ist ein Flugzeugträger. Das Kriegsschiff, die HMS Victoria.

Ich fand es toll, wie Jojo Moyes uns in diese Welt und die Frauen und Männer nach dem Krieg auf diese Reise mitgenommen hat. Es war eine ganz eigene, wunderschöne Atmosphäre und ich bin schon fast traurig, dass es wieder vorbei ist.

Wir begleiten vier junge Frauen, die ihr Schicksal in eine Kabine teilen vom Anfang bis zum Ende ihrer Reise.
Da wäre die erst 16- jährige Jean, die zu Hause nie Liebe erfuhr. Ihre Mutter bezeichnet sie als lästig und sie ist scheinbar nirgendwo willkommen. Als ein junger Soldat beim Tanzen ihr Komplimente macht und zum ersten Mal sagt, dass er sie liebt, ist sie sofort hin und weg und verheiratet sich mit ihm. Doch sie lebt naiv, kann weder lesen noch schreiben und ist zu jung für die Gesetze der Welt.
Sie ist in ihrem Herzen noch nicht reif für die Ehe, sondern braucht noch die wilde unbeschwerte Freiheit - und genau das wird ihr leider auch zum Verhängnis. Aber ich mochte Jean. Sie war so unbeschwert, sonnig und sprudelte vor Lebensfreude und Neugier.

Dann haben wir die vornehme Avice aus gutem Hause. Als sie erfährt auf was sie da reisen soll, ist sie entsetzt. Für sie zählt nur das Ansehen und das Geld. Sie gibt sich immer viel Mühe mit ihrem Äußeren, lässt sich die Haare legen und achtet darauf möglichst viele Schuhe und feine Satinpumps dabei zu haben. Sie gibt gern mit ihrem Glanz und Gloria an, aber sie ist nicht echt - und es ist nicht alles Gold, was glänzt, denn auch sie hat ihr Päckchen zu tragen.
Ich fand es aber toll, wie sie um den Titel der Queen Victoria auf dem Schiff gekämpft hat, denn natürlich ist für Unterhaltungsprogramm für die Damen gesorgt. Ein Friseursalon, Vorträge, ein Bordkino und Wahlen für Miss Hübsche Beine sollen Begeisterung auslösen.

Dann gibt es da noch Margaret, hochschwanger. Sie ist die bodenständigste von allen. Sie ist auf dem Land mit einem Haufen Brüder aufgewachsen und immer bemüht um Harmonie und Freundlichkeit. Sie war wirklich toll!

Die letzte im Bunde ist Frances. Sie führt ein sehr zurückhaltendes Leben, hält sich lieber im Schatten und sagt nicht viel. Sie hat einmal als Krankenschwester gearbeitet und kennt sich mit Wunden bestens aus. Doch gerade als sie aufzutauen beginnt, passiert etwas - das sie wieder zurück in ihre Vergangenheit geworfen wird. Ich muss sagen, damit habe ich nicht gerechnet, aber es passte ganz gut.

Zwischendurch werfen wir auch mal das Licht auf die Männer, Matrosen, Maschinenheizer, die anstrengend im Schiffsbauch arbeiten müssen, Tag und Nacht nie eine Frau zu Gesicht bekommen und die natürlich die Gunst der Stunde nutzen. Illegale Partys, Alkohol in Strömen, sexy Flirts - es geht hoch her. Aber wir lernen auch einsame Männer kennen, die ihre Kinder nie sehen, weil sie jahrelang auf See arbeiten, einsame Inseln im wogendem Meer.

Mir hat die Story einfach sooo toll gefallen - es ist ganz anders als ihre anderen Romane und zeigt mir, dass Jojo Moyes wandelbar ist, das sie einfach alles schreiben kann. Gefühllos, melancholisch, realistisch - sie hat mir ein ganz neues Kapitel in der Geschichte geöffnet und ich glaube, ich werde mich noch eine Weile weiter mit dem Thema der Kriegsbräute beschäftigen.

Fazit:

Über uns der Himmel und unter uns das Meer ist eine wunderbare Geschichte über vier Frauenschicksale, die die weite Reise von ihrer Heimat fern antreten, um ein neues Leben zu beginnen. Ihre Netzte verweben sich auf dem Schiff, es werden die Sitten und moralischen Gesetze der Zeit in er meine Großmutter aufwuchs deutlich - ich finde es einfach nur schön.



1 Kommentar:

  1. Huhu Fiorella,

    uii, so eine schöne Rezi! <3

    Ich muss gestehen, dass ich noch gar kein Buch von Jojo Moyes gelesen habe, aber das will ich unbedingt bald nachholen.

    Nach deiner begeisterten Rezi ist das Buch gleich auf meiner Wunchliste gelandet. :)

    Ganz liebe Grüße und Dir noch einen schönen Montagabend,
    Hannah
    http://wonderworld-of-books-from-hannah.blogspot.de/
    <3

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