Samstag, 20. Februar 2016

Rezension zu Die Tuchvilla von Anne Jacobs

Das Flair von Downton Abbey
 

Inhalt vom Buchrücken:

Ein Herrenhaus. Eine mächtige Familie. Ein dunkles Geheimnis …

Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern und zieht sein Münchner Studentenleben vor – bis er Marie begegnet

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich an die Serie Downton Abbey erinnert. Es geht um ein Herrenhaus und deren Schicksale. Einmal steht die herrschaftliche Familie Melzer im Vordergrund. Dazu zählen die Hausherrin Alicia, ihr Mann Johann, der Chef der Tuchfabrik, ihr Sohn Paul und ihre beiden Töchter Elisabeth und Katharina.
Paul soll auf Wunsch seines Vater Jura studieren, interessiert sich aber so gar nicht dafür. Immer wieder gerät er in Konflikt mit seinem Vater, weil dieser sich an den traditionellen und herkömmlichen Methoden festhalten möchte, während Paul an die elektrische Zukunft glaubt. Es war schön zu sehen wie unterschiedlich beide Wesen auf die Entwicklungen und neuen Erfindungen der Zeit reagieren.
Elisabeth ist die ältere Tochter, etwas füllig und neigt zu heftigen Eifersuchtsattacken auf ihre Schwester. Sie lebt die 20er Jahre, lernt Automobil fahren und feiert mit ihren Freundinnen, gehen shoppen und sie ist unterblich in Klaus von Hagemannn verliebt.
Katharina, die von allen nur Kitty genannt wird, soll in diesem Jahr in die Gesellschaft eingeführt werden. Sie ist gerade vom Pensionat zurückgekehrt und die Männer umschwärmen sie. Doch Kitty ist lieber verträumt. Sie möchte Künstlerin werden und hält nicht viel von den gesetzlichen Schranken und Moral. Kurzerhand beschließt sie zum Küchenmädchen Marie Freundschaft schließen zu wollen und schafft es mit ihrer Hartnäckigkeit, ihrer Sturheit und ihrem zauberhaften Wesen ihre Mutter zu betören.
Doch es ist nicht alles Gold was glänzt und schon bald sieht Kitty keinen anderen Ausflug mehr als...
das verrate ich euch natürlich nicht ;)

Ich fand es schön zu erleben, wie die Golden Zwanziger noch nicht ganz angebrochen sind. Es ist eine Zeit, kurz vor dem ersten Weltkrieg und die Kaiserzeit neigt sich dem Ende zu. Immer moderner wird das Leben und auch die Menschen verändern sich.

Auf der anderen Seite stehen die Dienstboden. Da haben wir die robuste Köchin, sowie die Stubenmädchen und Diener. Maria Jordan ist eine intrigante Ziege, Auguste hat es faustdick hinter den Ohren und Robert ist unterblich in das Fräulein verliebt. Die Autorin hat es geschafft, sehr gut die noch große Kluft zwischen den Herrschaften und ihren Dienstboten darzustellen. Ungewollte Schwangerschaften, Moral und Fleiß beherrschen das Untergeschoss.
Im Mittelpunkt dieser Schicht steht die junge Marie, die als Küchenmädchen dort angestellt wird.

Am Anfang mochte ich sie sehr. Aufgewachsen im Waisenhaus zeigt sie einen sehr sturen, intelligenten Charakter. Doch mit der Zeit wurde sie fad und langweilig. Sie schafft es zwar auf sich aufmerksam zu machen, aber irgendwie hat sie alles, was ihr des Glückes widerfährt nur Kitty zu verdanken.

Ich fand die Spannung am Anfang noch recht hoch, allerdings schlafft diese recht bald. Das Ende fand ich absehbar und auch die komplizierte Familiengeschichte und das Geheimnis waren für mich nicht wirklich mysteriös. Dennoch fand ich es toll, wie die Welt im Umbruch ist, die gesellschaftlichen Stellungen, Sitte, aber auch Verlangen standen im Konflikt - ja all diese Komponenten haben mich sehr gut unterhalten.
Meine Mutter liest gerade den zweiten Teil und findet ihn sehr viel besser.

Fazit:

Die Tuchvilla ist für alle, die Downton Abbey lieben :-)



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