Samstag, 13. Februar 2016

Rezension zu Die Bucht des grünen Mondes von Isabel Beto

Eine Oper mitten im Regenwald, eine Liebe, die unterschiedlicher nicht sein könnte!
 
 

Inhalt vom Buchrücken:

Berlin, 1896: Für die junge Fabrikantentochter Amely bricht eine Welt zusammen, als sie erfährt, dass ihr Vater sie mit einem deutlich älteren Verwandten verheiraten will. Kilian Wittstock ist märchenhaft reich – und er lebt am anderen Ende der Welt. Als einer der mächtigsten Kautschukbarone beherrscht er das Amazonasgebiet. Schweren Herzens macht sich Amely auf die Reise über den Ozean. In Manaus erwartet sie ein fremdes, exotisches Leben voller Luxus und ein ebenso exzentrischer wie brutaler Ehemann. Erst als ein dramatisches Ereignis sie mit dem Indianer Aymáho zusammenführt, erfährt Amely, was Liebe bedeutet. Aymáho weckt in ihr tiefe Gefühle und nie geahnte Leidenschaft. Doch ihr gemeinsames Glück ist bedroht durch ein Geheimnis, das Aymáho in sich trägt.

Meine Meinung:

Dieses Buch lag auf dem Stapel der Lieblingsbücher von meiner besten Freundin.
Also musste ich es mir gleich mal ausleihen. Und es ist wirklich verdammt schön.

Ich lese gern historische Romane, besonders wenn eine Deutsche plötzlich in ein fremdes Land reisen muss. Und das ist hier der Fall. Gleichzeitig mag ich Indianer - also besser hätte es nicht klappen können.

Amely wird von ihrem Vater nach Brasilien in die Stadt Manaus verheiratet. Sie ist ein positiv denkender Mensch und möchte das beste aus ihrem neuem Leben machen. Sie lässt sich ein auf die neue Welt, die ihr da entgegenschlägt. Die Farbenpracht des Regenwaldes, die exotischen Früchte und skurrilen Tiere wie Faultiere und Äffchen und Papageien an jeder Ecke. Die Stadt Manaus ist ein Pol von Arm und Reich. Die Gegensätze beherrschen den Alltag.
Zum einen leben dort die reichen Europäer, die sich dort angesiedelt haben. Sie bringen ihre Kultur mit ins Land, tragen ihre weiten Reifröcke, pompöse Hütchen und viel Schmuck. Sie alle versuchen sich gegenseitig mit Glanz und Gloria zu übertreffen. Es wird eine Oper gebaut, Diamanten an den Zähnen sind keine Seltenheit - es ist ein Leben in Saus und Braus mit goldenen Wasserhähnen, wo Geldscheine aus Lust und Laune verbrannt werden, wo der Champagner fließt und die Musik und der Rausch dein Leben bestimmen.
Doch auf der anderen Seite herrscht in den Gassen Armut. Indianerkinder, ehemalige Indios leben zerlumpt am Straßenhand oder sind Sklaven in den reichen Haushalten. Es stinkt und es ist dreckig. Keime und Krankheiten wie Malaria wüten und machen auch vor den hohen Tieren keinen Halt.

Ich fand es toll, wie die Autorin beide Welten zueinander gefügt hat.
Amely ist derweil todunglücklich. Ihr Ehemann überhäuft sie einerseits mit Geschenken, teuren Geigen, Schmuck und Automobilen, auf der anderen Seite schlägt und misshandelt er sie brutal.

Auf der anderen Seite steht Aymaho. Er ist ein junger Indianer und lebt in seiner eigenen abgeschiedenen Welt. Auch diese magischen Menschen, die an Geister glauben, hat die Autorin einfach klasse dargestellt. Die Frauen und Männer laufen nackt bis auf einen Lendenschrz herum. Sie tragen Perlen in ihren langen schwarzen Haaren, bemalen ihre Haut, tragen Knochenohrstecker und tanzen und singen um das Feuer herum. Sie  leben primitiv in Hütten aus Palmblättern mit Lehm, gehen jagen und werben wie die Tiere der Natur um ein Weib. Aber sie sind auch emotional und halten zusammen, egal was kommt.

Eines Tages treffen Amely und Aymaho aufeinander und der Zauber beginnt.

Hach, es ist einfach nur romantisch. Ich finde den Inhalt einfach klasse. Es wird auch stark auf den vorherrschenden Kautschukhandel eingegangen und wie die Indianer ausgebeutet werden. Ganz stark tritt die Rangordnung zu tage, von Herrschenden, den Untergebenen, Arbeitern und Vertrauten. Aber auch Emotionen und Gefühle, die Suche nach dem eigenem Ich und wer ich wirklich bin und wo ich hingehöre spiegeln sich zwischen den Seiten wieder.
Der Schreibstil ist malerisch. Er unterstreicht die Schönheit des Regenwaldes und ihre stillen natürlichen Ecken, aber auch den lauten Lärm in Manaus. Sie reflektiert die Charaktere wieder und wie ein Mann zerbricht, weil er zu viel will, wie eine junge Frau für ihre Sache kämpft und wie zwei unterschiedliche Welten aufeinander prallen.


Fazit:

Ich habe mir gleich noch zwei weitere Romane der Autorin auf die Wunschliste gesetzt.
Einfach klasse!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hey, wenn ihr euch bei mir melden wollt, einfach mal nur zum Quatschen ;) oder weil ihr nützliche, kreative und fabelhaftwunderbare Tipps und Tricks für mich habt....dann schreibt mir doch einfach über meine E-Mail:
lady-principessa@t-online.de

Ich würde mich sehr freuen.