Donnerstag, 14. Januar 2016

Rezension zu Die andere Seite des Himmels von Jaennette Walls

Eine berührende Geschichte
 

Inhalt vom Buchrücken:

Die Kindheit ist ein Ort, an den wir immer wieder zurückkehren. Kalifornien 1970: Bean und ihre ältere Schwester Liz sind von ihrer chaotischen Mutter einiges gewohnt. Sobald Probleme am Horizont auftauchen, ergreift sie die Flucht. Dass sie die Mädchen wochenlang allein zurücklässt, ist jedoch neu. Mutig schlagen sich die beiden bis nach Virginia durch, wo sie ihr verschrobener, aber liebenswerter Onkel Tinsley unbeholfen aufnimmt. Doch es dauert nicht lang, da müssen Bean und Liz ihr Schicksal erneut selbst in die Hand nehmen.

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Meine Meinung:

Das wunderschöne Cover hat mich auf diese Geschichte aufmerksam gemacht.
Der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen. Wir lernen Bean und ihre Schwester Liz kennen. Sie leben eigentlich alleine, da ihre Mutter immer mal wieder abwesend ist, um an ihrer nicht vorhandenen Karriere als Sängerin zu arbeiten.
Doch solange ihre Mutter immer Geld da lässt und sie ihre Hühnerpastetchen essen können, ist für die beiden Schwestern alles ok. Sie kennen ihre Mutter.
Doch plötzlich taucht sie länger ab und die Behörden kommen den beiden Mädchen, die ganz alleine wohnen auf die Schliche. Daraufhin reisen sie zu zweit zu ihrem Onkel Tinsley - der ganz allein in einem großen alten Familiensitz wohnt und dem sein Ansehen seines Namen Holladays zunächst wichtiger erscheint als der Rest.

Wir tauchen hinab in eine Zeit, in der in einem kleinem Städtchen der Name mehr wert war, als die Person. In den 1970er Jahren wurden viele schlimme Verbrechen noch vertuscht und die Menschen verschlossen einfach die Augen davor.
Gleichzeitig kommen die Integrationsschulen in Mode, wo schwarze Kinder plötzlich mit weißen Kindern zusammen auf eine Schule gehen. Auch diese Spannungen werden in der Geschichte thematisiert.

Ich muss zugeben, ich hatte zwischendurch einen Hänger. Irgendwie war es flach. Die beiden Geschwister versuchen sich ihr Leben aufzubauen. Sie gehen arbeiten und retten sich gegenseitig aus der Patsche. Ich mochte die Beziehungen zwischen den beiden sehr. Aber erst im letzten Drittel wurde es so richtig spannend. Als Leser habe ich gemerkt, wie sich langsam etwas Schlimmes anbahnte und nicht mit rechten Dingen zuging.

Der Schluss hat mir mit am besten gefallen, weil die Lösung des Problems so subtil war - ich mochte die Person vorher nicht, aber nachdem der andere Onkel von Bean diese eine Tat durchzog, konnte ich ihn nur bewundern und dachte mir: Richtig gemacht!

Bean ist 12 Jahre alt und schlau für ihr Alter. Am Anfang wirkte sie naiv und ihre Schwester Liz war erfahrener und reifer, aber im Laufe der Geschichte, wendet sich das Blatt. Plötzlich ist Bean diejenige die sich beide schützen muss. Sie muss für ihre Schwester Liz da sein, die sich komplett verrannt hat und am Ende eine zerstörte Psyche hat. Bean kümmert sich rührend um sie und hilft ihr wieder zurück ins Leben zu finden.

Die Zeit der 1970er ist eine andere - das spürte ich ganz genau - aber vor allem lag es auch daran das dieser Ort soweit weg vom Schuss war.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er tastete sich langsam voran und passte gut zur Story, die ich sehr fundiert aufgebaut fand. Details blieben nicht aus.

Fazit:

Die andere Seite des Himmels ist eine andere Geschichte. Nicht heiter aber auch nicht traurig - eher wie ein schwarz-weiß Film - alt und dich präsent - eine andere Zeit und doch noch gar nicht so lang her mit Problemen, vor denen die Menschen gern mal die Augen verschließen aber es am Ende dank Beans Sturheit doch noch ein gerechtes Ende finden.

1 Kommentar:

  1. Huhu liebe Fiorella

    Hach, wieder einmal eine tolle Rezension von dir. Eigentlich interessieren mich geschichtliche Romane auch, keine Ahnung warum ich so wenige davon lese. Vor allem Geschichten vom 2. Weltkrieg finde ich spannend, doch auch dieses Buch hier tönt interessant. Und wie du erwähnt hast ist das Cover wirklich toll! Schade nur, dass es bis zum Schluss etwas langatmig war.

    Ganz liebe Grüsse
    Denise
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