Freitag, 25. Dezember 2015

Rezension Sterne über Sansibar von Nicole C. Vosseler

Wieder einmal eine tolle exotische Kulisse - und die Lebensgeschichte einer Frau
 

Inhalt vom Buchrücken:

Die Luft erfüllt vom Duft der Blüten und Gewürze, endlose Tage in herrlichen Gärten und prunkvollen Gemächern, umsorgt und geliebt von der Familie - Salimas Leben könnte schöner nicht sein. Doch die unbeschwerten Jahre der Tochter des Sultans von Sansibar finden ein jähes Ende, als sie dem deutschen Kaufmann Heinrich begegnet. Die beiden verlieben sich, und schon bald wird die junge Frau schwanger. Für eine muslimische Prinzessin ist ein uneheliches Kind undenkbar, einen Ungläubigen zu heiraten kommt allerdings auch nicht infrage. So bleibt als Ausweg nur die Flucht nach Hamburg, in Heinrichs Heimat. Doch was erwartet Salima in dem kalten, fremden Land?

Meine Meinung:

Dieses Buch beruht auf einer wahren Geschichte, welches für mich dadurch noch mehr Faszination ausübt. Das alle kann wirklich so statt gefunden habe und klingt nach außen hin wirklich wie ein Märchen, auch wenn es die betroffene Person selbst nicht so fühlt.
In ihren Romanen beschreibt die Autorin oft das ganze Leben der Hauptfigur, von klein auf, bis ins hohe Alter. Ich finde es toll, wie die Charaktere sich im Laufe der Jahre verändern, reifer werden, aus ihren Fehlern lernen oder sich an alte Zeiten klammern. Diesen Lauf der Entwicklung, der Gang der Zeit rufen in mir immer wieder etwas Wehmütiges wach.

Salima, ist eine Tochter des Sultans. Die ersten Kapitel sprühen vor Lebensfreude. Die kleine Prinzessin ist frech und klug und tut viel lieber andere Dinge, als ihr zugedacht sind. Heimlich lernt sie jagen und schreiben. Mit 15 lässt sie sich jedoch in einen Komplott verwickeln und zerstört damit ihren Ruf. Trotzig wie Salima ist, fordert sie ihr Schicksal immer mehr hinaus - auch über die Grenzen der Schicklichkeit hinweg und trifft sich immer öfter mit einem deutschen Mann - allein ohne Anstandsbegleiter, ohne ihre schele...
Die Gerüchteküche brodelt und Salima fällt bei dem Sultan immer mehr in Ungnade. Schließlich bleibt nur noch ein Ausweg. Salima flieht nach Hamburg.

Ich finde Nicole C. Vosseler hat die Gegensätze der beiden Welten sehr gut herausgearbeitet. Auf der einen Seite haben wir das heiße exotische Land, immer viel Sand und das Meer, große Sippen, die weiten luftigen Beinkleider und die Maske für die Frauen, auf der anderen Seite steht das kalte Deutschland, mit ihren ganz eigenem Zauber. Es ist die Kaiserzeit. Die Damen tragen weite Röcke, enge Taillen, tief ausgeschnittene Dekolletés. Aber es gibt auch den Zauber des ersten Schnees für Salima zu entdecken.
Sie muss sich mit ganz eigenen Problemen durchschlagen und fühlt sich nicht so richtig wohl in Deutschland - denn es bleibt die Sehnsucht nach Sansibar und der Wunsch eines Tages dorthin zurückzukehren - auch wenn ihr der Zutritt verboten ist.

Besonders interessant fand ich die politischen Entwicklungen und wie Salima als Schachfigur in den Machtzügen Europas und dem Orient eingesetzt wird. Sie alle hoffen auf ihren eigenen Nutzen. Und es tauchten Orte und Personen auf, die ich bereits aus Unter dem Safranmond kannte.

Der Schreibstil hat mich wieder berührt. Die Beschreibungen von Sansibar lassen mich dorthin tragen, sodass ich am liebsten gleich auch dort weilen würde. Es ist auch immer wieder ein schöner Ausflug in die Geschichte, man lernt Sitten und Bräuche und dennoch staunte ich, wie modern unsere Zeit Ende des 19. Jahrhunderts auch schon war.

Fazit:

Sterne über Sansibar hat mich mal wieder wehmütig gemacht - aber auf eine gute Art und Weise. Wer ihre anderen Romane liebt, wird auch diesmal nicht enttäuscht sein.

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