Freitag, 11. Dezember 2015

Rezension Hellwach von Hilary E. Smith - Einfach WOW

Ich bin HELLWACH - Ein krasses Buch!
 
 

Inhalt vom Buchrücken:

LAUT, PROVOKATIV und BERÜHREND
Fühlst du manchmal diese Lust, Sterne umarmen zu wollen?
Das Leben meiner Eltern ist so strahlend, als wäre es gar nicht echt. Es hat eine klinisch saubere Frische wie Schnittblumen, eingeschweißt in Zellophan. Mir wird schwindelig davon. Seit dem Tod meiner Schwester weiß ich, Leben ist Chaos. Es fühlt sich an, als würde mein Leben gerade in mehrere völlig verschiedene Realitäten aufsplittern, die eigentlich gar nicht nebeneinander bestehen können. Es gibt die eine Version, wo der Klavierwettbewerb das Wichtigste auf der ganzen Welt ist und ich ehrlich und gehorsam bin. Und dann gibt’s die Version, in der die Erwartungen meiner Familie irgendwie völlig bizarr und unwichtig sind.
 Ich schlinge die Arme um die Knie, weine und lache und suche nach meinem iPod, damit ich die passende Musik dabeihabe. Ich bin hellwach, von innen beleuchtet, und begreife, dass das Universum mir heute Nacht einen Einblick schenken will – einen Einblick in etwas Großes. Und ich habe Angst, dass sich diese Tür zu etwas Wunderschönem vielleicht schließt und nie wieder öffnet, wenn ich die Chance jetzt nicht nutze. Ich könnte in einer Schokoladenfabrik in den Rocky Mountains sein und kandierte Äpfel mit Mashmallows und Erdnussbutter essen. Oder in einem Sushirestaurant mit ein paar alten Männern Guitar Hero spielen. Vielleicht am Hafen ein paar Infos zu Schiffsreisen zu den Fiji-Inseln einholen. Oder einfach am Strand sitzen und mit einer Meeresschildkröte angeln.
Aber ich bin hier.
Jetzt.
Und dies ist mein Leben. Und ich habe mich verliebt.
Nur nicht in den Jungen, in den ich mich eigentlich verlieben wollte. Dieses aufgedrehte Gefühl ist zu einem summenden, knisternden elektrischen Feld geworden.
Ich will die Straße hinuntertanzen.

Meine Meinung:

Ich habe die Rückseite des Buches gelesen und wusste - das wird mir gefallen!
Und ich habe recht behalten.
Dieses Buch hat mich so gefangen genommen, so mitgerissen und im wahrsten Sinne HELLWACH gemacht! Ich habe gestern Abend angefangen und bis spät in die Nacht hinein gelesen. Ich wollte immer weiter lesen und weiter und gar nicht mehr aufhören. Irgendwann hat mich der Schlaf dann doch übermannt und ich habe es heute Morgen zu ende gelesen und bin einfach nur total überwältigt.

Damit habe ich wirklich nicht gerechnet, aber es ist wirklich nochmal ein wahrer Schatz, eine Überraschung im Bücherjahr 2015. es hat mich überwältigt. Es ist genial und ich kann gerade nur Lobeshymnen darauf singen, weil ich die ganze Zeit so mitgefiebert habe und bis zum Schluss nicht wusste, wie es ausgeht.

Ich sage dazu wow. Das Buch hat mich am Ende selbst ganz verrückt gemacht. Das Buch wird noch lange in meinem Gedächtnis bleiben und bekommt einen besonderen Platz in meinem Regal. Einfach irre! Erschreckend und tiefgründig!

Kiris Eltern sind auf einer Kreuzfahrtreise und sie bleibt allein Zuhause. Das ist zunächst gar nicht so schlimm. Sie nimmt in sechs Wochen an einem Klavierwettbewerb teil und hat sich dafür einen strengen Übungsplan aufgestellt. Sie übt diszipliniert Beethoven, Bach, Chopin und mehr. Sie steht morgens um halb 6 auf, übt bis halb 12, isst eine Schüssel Oatmeat, gießt die Azaleen, kümmert sich um die Post und übt dann weiter.
Dazwischen besucht sie Lukas, ihren Freund, in dem sie verknallt ist. Zusammen spielen sie in einer band. Er am Schlagzeig. Sie am Synthi.
Alles könnte so glatt und perfekt laufen -
doch dann kommt ein mysteriöser Anrufer.

Er hat etwas von ihrer toten Schwester.

Was zunächst vielleicht wie ein Thriller klingt, ist aber keiner - dennoch ist es so mega spannend, herzzerreißend, nervenaufreibend - gefährlich. Dieses Buch steckt nun tief in mir drin.
Plötzlich rutscht Kri immer tiefer in eine andere Welt hinein. Sie ist plötzlich bei Obdachlosen, nimmt immer mehr Drogen, raucht Joints, schluckt gelbe Pillen und fährt ihr Fahrrad zu Schrott. Sie sprudelt über vor Leben, ihre Phantasie scheint aus ihr herauszuquellen und sie wird wild. Frei. Glücklich. Sie lebt!

Der Synthi ergreift von mir Besitz. Das lila Scheinwerferlicht brennt mir auf der Haut. Wir wissen, dass wir am Arsch sind, und spielen deshalb umso besser. Wir können nicht mehr gewinnen, also haben wir nichts zu verlieren. Ich rase auf den Tasten rauf und runter, lasse Akkord-Bomben fallen und schieße Sechzehntelnoten ab wie ein Artilleriegeschütz.
Seite 213

Sie lernt Skunk kennen und verliebt sich in ihn. Gemeinsam gegen den Rest der Welt.
Und dennoch übt Kiri eisern Klavier, bis ihre Finger bluten, sie radelt durch die Nacht, sie denkt an Sukey, ihre tote Schwester, hört Radio mit Skunk, lieb und lacht, weint und schreit und hat ihre beste Zeit ihres Leben. Sie lernt hundert Klavierseiten auswendig, sicher verwahrt in ihrem Kopf. Doch Kiri ist krank. Psychisch.

"Trink wenigsten noch deinen Tee aus."
"Das muss echt eine Zauberkanne sein, die wird ja nie leer."
"Ich weiß."
"Soll das heißen, du versuchst absichtlich, mich zu verzaubern?"
Seite 193

Es passiert so unglaublich viel in dem Buch, das solltet ihr alle selbst lesen! ich kann mich nur wiederholen. Mir wurde an keiner Stelle langweilig, sondern ich blühte mit ihr.
Auch die Charaktere habe ich in mein Herz geschlossen. Kiri ist süß, lebhaft, verrückt und wahnsinnig.
Skunk ist ihr großer, lieber Bison, der sein ganz eigenes Päckchen zu tragen hat.
Und dann gibt es da noch Dough mit nur einem Bein und seiner dreibeinigen Katze, Petra, Lukas Mum und ihren Bruder Denny, die sich Sorgen um sie machen und als sie eingreifen, scheint es fast zu spät zu sein.

Immer wenn Sukey sprach, fühlte es sich für mich an, als hätte ich so einen Zauberkuchen aus Alice im Wunderland gegessen. Ich wurde immer größer und größer, bis ich mit dem Kopf fast an die Decke stieß.
Seite 48

Aber am allerbesten muss ich den Schreibstil loben und dabei auch der Übersetzerin, die das so gut mit rübergebracht hat. Der Schreibstil trägt die ganzen Emotionen und Stimmungen. Wir erleben alles aus der Perspektive von Kiri, sind rasend und strahlen und hüpfen und schweben davon. Alles ist laut und bunt und schillernd und verrückt und nur ganz leise meldet sich das Verzweifelte, ehe es in Kiris Kopf wieder vor Arbeit zu summen beginnt.
Ich konnte mir alles sehr genau bildlich vorstellen und war immer mit dabei und ach- ich kann es gar nicht beschreiben. Ein Hoch auf den fantastischen Schreibstil, der die Grundstory so wunderbar einfängt und wiedergibt. Genau wie die Dialoge mich immer wieder zum Lachen brachten, dass ich die Stelle immer und immer wieder lesen wollte.

Letzter Satz:
Da draußen am Horizont sind zwei Schiffe.

Fazit:

Ich will das Buch gleich nochmal lesen und mich in den wundervollen Worten verlieren.



Kommentare:

  1. Hallo Fiorella, :)
    die Beschreibung vom Inhalt klingt ungewöhnlich, aber auch außergewöhnlich und einzigartig.
    Deine Begeisterung ist ansteckend. Ich schreibe mir das Buch auf jeden Fall auf die Wunschliste. :)

    Liebe Grüße,
    Marina

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