Montag, 9. November 2015

Rezension zu Zwischenlandung von Tobias Elsäßer

Ich habe es mir anders vorgestellt
 

Inhalt vom Buchrücken:

Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte – romantisch, tragisch und wunderschön schräg. Wenn Gregor einen Raum betritt, scheint die Sonne heller und die Welt dreht sich ein wenig langsamer. Mit ihm ist alles strahlender, intensiver und lustiger – weil er ein Spaßvogel ist und ein Frauentyp. Dass er zwar alle Mädchen bekommt, aber nur Mira will, kann er ihr jedoch nicht mehr sagen: Denn ausgerechnet in dem Moment, als er ihr seine Liebe gestehen will, wird Gregor von einem Golfball am Kopf getroffen und ins Wachkoma befördert. Als Gregor nach vielen Wochen die Welt langsam wieder wahrzunehmen beginnt, sitzt Mira an seinem Bett. Die zauberhafte, wild gelockte Mira, der er doch nicht ganz egal zu sein scheint. Und da beschließt Gregor zu kämpfen für das ganz große Glück. Wird es ihm gelingen, die unsichtbare Mauer zu durchbrechen, die ihn von Mira und der Welt dort draußen trennt?

Meine Meinung:

Mir hat die Schlichtheit des Covers sehr gut gefallen und der Inhalt versprach für mich eine tolle Liebesgeschichte, die rührt und kleine Lebensweisheiten birgt. Ich hatte mir die Leseatmosphäre besonnener, intensiver und emotionaler vorgestellt - in Wirklichkeit konnte mich die Geschichte aber nicht berühren.
Gregor liebt Mira. Hat sie schon immer geliebt, doch seine Unsicherheit und Angst spielte er all die Jahre immer über. Er galt als der Clown, der Frauenaufreißer, immer der, der Unruhe stiftete, mit Drogen experimentierte, der Wilde und Coole.
Als er Mira endlich seine Liebe gestehen will, wird er vom Golfball getroffen und fällt ins Wachkoma, in einen Zustand zwischen Traum und Wirklichkeit.

Die Geschichte ist einmal aus der Sicht von Gregor und einmal aus der von Mira geschrieben. Die von Gregor hat mir wesentlich besser gefallen. Zunächst denkt er, er ist im Vollrausch, hat ein ganz schlimmes Drogengemisch genommen und sieht deshalb seine Welt so unscharf, schläft immer wieder ein. Er kann seine Umgebung nicht einordnen, weiß nicht, was mit ihm passiert. Ab und zu sieht er verschwommene Gesichter, hört vertraute Stimmen, ehe er wieder abdriftet. Die Wirklichkeit verschwimmt in seinen Träumen. Er glaubt zu sprechen, dabei kommt aus ihm kein einziger Laut heraus.
Ich fand es sehr spannend zu lesen, wie er sich entwickelt und zurück ins Leben kämpft und doch hatte das ganze etwas plätscherndes an sich, weshalb ich den Punkt, wo er langsam sich selbst wahrnimmt und sein Zuhause erkennt beinahe überlesen hätte.

Mira liebt Gregor, traute sich aber all die Jahre nicht, ihn an sich heranzulassen. Er war der Coole, immer hatte er eine andere Freundin - er würde sie eine Cellospielerin, die viel liest und ihre Freizeit ihren Notenblättern widmet nie wollen.
Doch nach dem Unfall erinnert sie sich an ihre gemeinsamen Kindheitstage und beschließt ihm beizustehen. Fortan ist sie tagsüber immer bei Gregor zu Hause, hilft ihn zu füttern, spielt ihm Cello vor und versucht jeden seiner Fortschritte zu dokumentieren.
Ich mochte sie, dennoch kam ich einfach nicht an sie heran. Obwohl sie auch aus der Ich- Perspektive erzählt, fand ich keinen Zugang zu ihr und ihren Gefühlen. Ich fühlte mich ähnlich wie Gregor wie einen stillen Beobachter und Außenseiter.

Das fand ich sehr schade. Das Grundkonzept hat mir gut gefallen, aber die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen. Der Schreibstil ist locker und ich fand die Kreativität des Autors sehr beachtlich, wie er vor allem bei Gregor die beiden Welten Wirklichkeit und Traum ineinander verwoben hat, aber alles außen herum störte mich ein bisschen.
Für mich entstand einfach keine richtige Liebesgeschichte, wie sie angekündigt war.

Fazit:

Zwischenlandung behandelt ein seltenes Thema, und wer sich sehr für das Thema Wachkoma interessiert, wird spannende Momente entdecken, aber der Schreibstil konnte bei mir einfach keine Gefühle hervorrufen, weshalb ich beim Lesen doch immer distanziert blieb und nie so wirklich eintauchen konnte. Ich hatte mir mehr Gefühl gewünscht.

1 Kommentar:

  1. Hallo Fiorella,
    ich war ja auch dazu verleitet, zu dem Buch zu greifen. Doch irgendetwas hat mich abgehalten, auch wenn mich der Klappentext nicht so ganz losgelassen hat.
    Positives wie Negatives hast du in deiner Rezension sehr gut eingefangen !!!
    Liebste Grüße,
    Hibi

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