Montag, 5. Oktober 2015

Rezension zu Märchenhaft erwählt von Maya Shepherd

Wirklich und wahrhaftig ein Märchen
 

Inhalt vom Buchrücken:

Es war einmal ein Prinz namens Lean, der seit seiner Geburt mit dem schrecklichen Fluch lebte, dass sein erster Kuss eines Tages großes Unheil über das Königreich Chòraleio bringen würde. Nur seine wahre Liebe kann ihn retten. Die zwölf schönsten Mädchen des Landes werden bei einer großen Auswahl erwählt – eine von ihnen wird Prinz Lean heiraten. Doch bis dahin liegt noch ein langer Weg vor ihnen. Es gilt Prüfungen zu bestehen, die den Mädchen alles abverlangen werden. Wie weit sind sie bereit für ein besseres Leben und die Chance auf die große Liebe zu gehen?
 „Märchenhaft erwählt“ ist der erste von drei Bänden und enthält alles, was zu einem klassischen Märchen gehört: Romantik, Magie, Spannung, Abenteuer, das Gute und das Böse, eingehüllt in den leuchtendsten Farben der Phantasie.



Meine Meinung:

Dieses Buch ist wirklich ein Märchen. Und das macht es so zauberhaft fantastisch.
Das ist das erste was ich dazu sagen muss und was mir so gut gefällt. Es ist wie ein Märchen geschrieben. Die typischen Floskeln, das Magische, ja der Schreibstil ist so, als läse ich aus einem langen Märchenbuch.
Das fand ich wirklich sehr faszinierend. Die Geschichte wirkt wie eine Mischung aus Selection, aber auch viele andere Märchen wie der Feuervogel, Dornröschen, Die Schöne und das Biest - dennoch ist es kein klassischer Fantasyroman in dem Sinne, wie sonst Bücher geschrieben sind, sondern wirklich ein Märchen mit kurzweiligen Dialogen, aber wo eben auch Zeiträume übersprungen werden. "Drei Tage zogen ins Land." Zauberhafte Eingangssprüche wiederholen sich, wie in den Märchen der Gebrüder Grimm.
Ich hatte erst letztes Jahr im Deutschunterricht die Romantik, wo wir all diese Märchenmerkmale aufgezählt haben. Einfacher Handlungsstrang, Gut und Böse, einfache Charaktere, die typischen Zahlen wie 3, 12, 7, ein Held - für das Volksmärchen, aber eben auch jene für das Kunstmärchen mit vielschichtigen Charakteren, Tiere und Pflanzen können sprechen, der Held muss Aufgaben lösen und Prüfungen bestehen, Sprüche, Lieder und Verse spielen eine Rolle - ich könnte ewig so weitermachen.
Und all das ist in Märchenhaft erwählt enthalten.

Der Einstieg erinnerte mich an Drei Haselnüsse für Aschenbrödel bei der Jagdszene, recht schnell dachte ich dann an Jorinde und Joringel und plötzlich landete ich bei den drei Zwergen im Wald. Auf jeder neuen Seite entdeckte ich neue Märcheneinflüsse.
Es hat mir immer wieder Spaß gemacht, die einzelnen Märchen aus der Geschichte herauszufiltern, aber alleine die Idee so ein Zusammenspiel aus magischem und Zauberhaften zu schreiben, hat mir gut gefallen.

Das besondere Augenmerk bei dieser Geschichte liegt auf den beiden Schwestern Medea, die so schön singen kann, wie kein anderer und Heera, die Furchtlose, die beide ihr Glück bei Prinz Lean versuchen.
Medea ist schon ewig in den Prinzen verliebt und würde alles tun, um sein Herz für sich zu gewinnen. Wie sie das umsetzt und mit welchen Mitteln sie kämpft, mochte ich sehr. Mir hat ihre Entwicklung gut gefallen und ich wusste nie, wie sie wirklich tickte. Bis jetzt, ist ihre wahre Persönlichkeit für mich ein Geheimnis, denn ganz so gut und rein wie ihre Stimme, ist sie dann doch nicht.
Heera ist mehr ein Mann als Frau. Zu Hause half sie dem Vater bei den Arbeiten im Wald, hackte Holz und verachtete Prinz Lean für seine Eitelkeit. Auf Wunsch ihrer Mutter nimmt sie aber bei der Wahl teil.
Prinz Lean möchte eigentlich gar nicht heiraten. Er ist noch jung und ungestüm und für ihn sind alle Mädchen gleich. Doch in Heera sieht er eine Herausforderung. Die anderen sind zwar außerordentlich hübsch, können tanzen und singen, haben lange blonde Locken, aber sie lächeln ihn immer nur an, und lieben ihn, schmeicheln - sie sind eben reizlos. Doch Heere ist frech, bietet ihm Paroli und macht von Anfang an klar, was sie vom ihm hält.

Bis etwa zur Hälfte des Buches konnte ich das Märchen nicht aus der Hand legen. zwar erinnerte mich vieles an Selection, aber doch hat es mir in Märchenhaft erwählt vom Schreibstil ein Tick besser gefallen. Bei den Dialogen musste ich lachen und ich verstand Heeras Zwiespalt recht gut.
Leider flachte für mich dann die Handlung etwas ab. Die Mädchen mussten ihre Prüfungen bestehen und irgendwie verlor sich für mich der rote Faden. zwar dauerten die Prüfungen nicht sehr lange, aber die anderen Konkurrentinnen interessierten mich einfach auch nicht.

Im letzten Drittel kommt es dann jedoch nochmal zu einer sehr lustigen Wendung. Zwar fand ich das Ende vorhersehbar, aber das hatte auch wieder etwas schönes vertrautes an sich. Ich konnte mich einfach zurücklehnen, mich im Märchen treiben lassen und mich wieder wie ein kleines Kind fühlen, dass jedes Märchen auswendig kennt und es doch immer wieder vorgelesen bekommen möchte. Es wirkte so vertraut und heimisch.

Fazit:

Märchenhaft erwählt konnte mich vor allem durch den märchenhaften Aufbau und Schreibstil überzeugen.


Hörbuchprobe:


1 Kommentar:

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