Sonntag, 20. September 2015

Rezension zu Young World - Die Clans von New York von Chris Weitz

Mal was ganz anderes.
 
 

Inhalt vom Buchrücken:

Es gab ein Leben davor. Dann kam die Seuche. Übrig blieben nur die Teenager. Jetzt, ein Jahr danach, werden die Vorräte knapp und die Überlebenden organisieren sich in Clans. Jefferson, Führer wider Willen des Washington-Square-Clans, und Donna, in die er heimlich verliebt ist, haben sich ein halbwegs geordnetes Leben in all dem Chaos aufgebaut. Doch als Brainbox, das Genie ihres Clans, eine Spur entdeckt, die zur Heilung der Krankheit führen könnte, machen sich fünf von ihnen auf in die gefährliche Welt jenseits ihres Rückzugsortes – Schießereien mit feindlichen Gangs, Flucht vor Sekten und Milizen, Überleben in den Gefahren der U-Bahn-Schächte inklusive. Denn trotz aller Aussichtslosigkeit glaubt Jeff an die Rettung der Menschheit.

http://theyoungworld.com/

The Young World bei dtv zu weiteren Specials: Klick

Leseprobe: Klick


Meine Meinung:


Der Autor Chris Weitz ist vielen als Oscar-nominierter Regisseur und Drehbuchautor bekannt. Unter anderem war er als Regisseur für die Twilight Saga- New Moon, A Better Life, About a Boy und Der goldene Kompass tätig.
Nachdem er so viele Filme für und mit Teenagern gedreht hatte, wurde er mit Jugendbüchern und Manuskripten nur so überschwemmt und dachte sich - er probiere es einfach mal selbst mit dem Schreiben.
Young World- Die Clans von New York ist sein Debüt.
Während er an dem Buch schrieb, arbeitete er gleichzeitig auch an der Cinderella- Verfilmung für Disney.

"Es war manchmal ein bisschen schwierig umzuschalten zwischen Cinderella an einem Tag und postapokalyptischen Teenagern am nächsten." sagt er.

Genau das hat mich auf fasziniert. Daher beschloss ich, weil ich Cinderella einfach traumhaft märchenhaft finde, mal ein Buch zu lesen, indem es um Terror und Gewalt, Zerstörung und Macht geht. Seine Inspiration war es, etwas aus dem Nichts zu schaffen.


http://theyoungworld.com/
 
 
Und genau da setzt die Geschichte auch ein.
Die große Seuche ist jetzt zwei Jahre her. Ich fielen alle Kleinkinder und Erwachsenen zum Opfer und nur die Teenager haben überlebt. Doch sobald die das 18. Lebensjahr erreichen, sterben sie, denn nur ein bestimmtes Hormon, welches der menschliche Organismus nur während der Pubertät ausschüttet, schützt vor der Krankheit.
Nachdem Jefferson seinen Bruder an der Seuche verloren hat, beschließt er gemeinsam mit seinen Freunden sich auf die Suche nach einem Heilmittel zu machen.
Er kann einfach nicht weiter da sitzen und auf sein nahendes Ende warten - dem Tod.

Ich fand den Einstieg sehr leicht gemacht. Schnell rutscht man in diese düstere Welt hinein und lernt den rauen Umgangston miteinander kennen.
Der Autor hat die Welt sehr gut beschrieben. New York ist zerstört und mehrere Clans aufgesplittert.
Es gibt kaum Strom, Drogerieläden und Apotheken sind schon längst geplündert. Manche versuchen sich das Alte zu bewahren, kleben Fotos von Familien an die Wände, sehen sich immer wieder Videos auf ihren Handys an, lesen alte Zeitschriften - doch das was sie wirklich brauchen - Nahrung wird immer knapper. Ihnen läuft die Zeit davon.

Die Reise durch das New York war sehr unerwartet. Ich wusste nie, was als nächstes kommt, und doch war ich manchmal etwas verwirrt. Auf ihrem Trip schließen sich neue Leute an, Freunde sterben, sie landen mal hier und mal da und wissen nie so richtig, wem sie eigentlich trauen können.

Jefferson ist ein ruhiger, netter Junge. Er möchte allen helfen und durch und durch der gute liebe Prinz sein, der seine Prinzessin rettet. Obwohl er das kämpfen und töten nicht leiden kann, so meistert er es doch erstaunlich gelassen. Ich mochte ihn sehr und habe seine Gefühle wirklich gut nachvollziehen können.
Donna ist seine Kindheitsfreundin. Sie hat eine ziemlich große Klappe und grobe Aussprache. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, aber manchmal passte ihre Art zu reden einfach nicht zu ihr. Ich habe sie auch nicht immer ganz verstanden. Für mich ist sie ein komisches Mädchen, aber wer ist in einer Welt nach der Apokalypse schon normal? Und doch fand ich sie oft zu naiv.
Brainbox ist das Superhirn in der Truppe. Früher vor dem was passiert ist, war er ein Außenseiter, der Nerd, der Komische, dem man lieber aus dem Weg geht - aber jetzt ist er die Rettung. Wenn einer es schaffen kann, die Seuche zu heilen, dann er.
Brainbox hat mich besonders am Ende überrascht. Er wirkt nach außen schlau in wissenschaftlichen Dingen, als hätte er aber nicht viele Sozialkompetenzen - aber er ist wirklich raffiniert - das was er am Ende einfach durchzieht - einfach genial. Das kann auch nicht jeder.
Und dann gibt es den schwulen und schwarzen Peter, der unbedingt berühmt werden möchte, die kleine Kämpferin SeeTrough, das lebende blonde Model Kath, der Maulwurf Ratso, Wangenknochen und viele viele mehr.

Der Schreibstil ist mir ungewohnt. Ich merkte, dass der Autor sonst Drehbücher schreibt. Die Dialoge sind knapp und oft ohne Verbindung, ala
Jeff: "......"
Ich: "....."
Peter: "....."
Jeff:"........................"

Aber das hat mich nicht gestört. Irgendwie passte der Schreibstil wieder zur Geschichte.
Auch ist in ihm viel Witz verborgen. Sarkastischer und schwarzer Humor und teils muss man wirklich mitdenken und sich auf die Geschichte und das was passiert ist einlassen.
Um bestimmte Zusammenhänge zu verstehen, ist Young World für mich ein Buch, bei dem man voll dabei sein muss, mit höchster Konzentration und nicht kurz vor dem Einschlafen, wenn einem jeden Moment die Augen zufallen.
Die Geschichte ist abwechselnd aus Donnas und Jeffs Sichtweise geschrieben.
Und ich muss sagen, Actionszenen kann Chris Weitz sehr gut schreiben, auch knifflige Situationen, aber Romantik kam bei mir einfach nicht auf. Da sollten Gefühle sein, wo ich keine herauslesen konnte, was ich wirklich sehr schade fand.

Zitat zu Donnas Ausdrucksweise, Seite 26:
"Ähm....weiß nicht....mal überlegen.....vielleicht die Szene, wo du dich vor einen Haufen Arschgeigen stellst und sie aufforderst, dir das Hirn wegzublasen?"

Fazit:

Im Großen und Ganzen hat mir Young World sehr gut gefallen. Manchmal ist es etwas verwirrend, und Donna ist mir leider unsympathisch, aber die Idee und der neuartige Schreibstil reizen mich auch die Fortsetzung zu lesen.

Die Website zu The Young Wolrd mit Bildern und Clips:  KLICK HERE

Kommentare:

  1. Hallo :-)
    Ja man merkt echt, dass er sonst Drehbücher schreibt^^
    Mich haben diese Dialoge etwas gestört. Ich finde, die haben irgendwie etwas an Emotionen raus genommen....
    Bei den Actionszene kann ich dir aber nur zustimmen.
    Liebe Grüße
    Tanja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gestört hat es mich nicht nachdem ich mich daran gewöhnt habe,aber deswegen sind ja für mich auch keine Gefühle zwischen den beiden ersichtlich gewesen.

      Löschen

Hey, wenn ihr euch bei mir melden wollt, einfach mal nur zum Quatschen ;) oder weil ihr nützliche, kreative und fabelhaftwunderbare Tipps und Tricks für mich habt....dann schreibt mir doch einfach über meine E-Mail:
lady-principessa@t-online.de

Ich würde mich sehr freuen.