Sonntag, 16. August 2015

Rezension zu Wer ja sagt, muss ich wirklich trauen von Susan Elizabteh Phillips

Ich habe es mir lockerer vorgestellt
 


Inhalt vom Buchrücken:

Wo ist die Braut? Ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag flüchtet Lucy in letzter Sekunde, lässt ihren eigentlich so unwiderstehlichen Bräutigam vor dem Altar stehen und ihn – und die komplette Kleinstadt – ratlos zurück. Als sie auf einen bedrohlich aussehenden, aber auch sehr reizvollen Fremden trifft, schwingt sie sich spontan auf den Rücksitz seines Motorrads – mit unbekanntem Ziel. Auf ihrem wilden Roadtrip versucht Lucy, mehr über diesen Mann zu erfahren, der so viel über sie zu wissen scheint, aber nichts über sich selbst preisgeben will

Meine Meinung:

Wer ja sagt, muss sich wirklich trauen ist mein erstes Buch von Susan E. Phillips. Ich habe schon viele gute Kritiken über ihre Bücher gelesen. Sie soll witzig und sehr unterhaltsam schreiben und so habe ich mich schon sehr auf das Buch gefreut, zumal der Klappentext als auch das Cover mich auf eine lockere humorvolle Story vorbereiteten.

Doch dem war nicht so.
Das was im Klappentext beschrieben wird, ist eigentlich nur maximal das erste Drittel des Buches. Diese Seiten flogen auch nur so davon, ich habe gelacht und mich sehr gut unterhalten gefühlt. Ich war teils überrascht, auch gespannt und wusste nie wie es jetzt als nächstes weitergeht. Ich habe mit Lucy mitgefiebert und war rundum zufrieden.

Doch dann wandelte sich das Blatt. Der ganze Rest des Buches verschluckt sich in eine ziemlich düstere, depressive Stimmung. Zwar sehen sich Lucy und Panda immer noch, sie treffen immer wieder aufeinander, aber ihre Gefühle füreinander halten sie ziemlich im Zaum. Es ist mehr ein Selbstfindungsbuch.
Ich erlebte Lucys Gedankenwelt, wie sie sich verändert und versucht jemand anderes zu sein. Sie taucht in ein neues Leben ein und möchte einfach mal abgekapselt von der Welt ihre Ruhe haben, ihre Ideen ausschweifen lassen - und das zu recht. Dennoch fand ich es am Ende zu weit hinaus gezögert.
Gleichzeitig lernen wir Panda von ganz unterschiedlichen Seiten kennen. Teils war ich geschockt, teils nicht wirklich überrascht, weil seine Handlungen und Reaktionen wie maßgeschneidert auf ihn passten und ich hätte mir manchmal etwas mehr positive Ausstrahlung von ihm gewünscht. Beim Lesen hatte ich den Eindruck, die ganze Zeit schwebe eine düstere Gewitterwolke über ihm, die jeden Moment in Regenbächen sich ergießt und ihn wie einen übergossenen Pudel zurücklässt.

Des weiteren wurde auch die Lebensgeschichte von Temple Renshaw, eine berühmten Persönlichkeit aus dem Fernsehen mit eingeflochten, wie das Leben der Nachbarin, du eines kleinen Jungen.

Das ganze Buch dreht sich nicht mehr nur um Lucy und Panda, sondern viel mehr, um mehrere verschiedenen Individuen, die versuchen ihren Platz in der Welt zu finden.

Mir dauerten die ganzen Entwicklungen, zwischenmenschlichen Beziehungen einfach zu lang und ich hatte den Eindruck, ein Finale wurde künstlich hinausgezögert. Manche Seiten habe ich überblättert, weil mich deren Einzelschicksal nicht interessierte und ich mehr über Lucy und Panda erfahren wollte. Andere Szenen fand ich wieder sehr gut und witzig - dennoch war es einfach zu langgezogen und die Autorin wollte zu viel.

Merkwürdigerweise habe ich das Gefühl, das Buch schon einmal gelesen zu haben. Nicht das erste Drittel, aber der ganze Rest, auf dieser Insel, die stürmischen Nächte, der kleine Waisenjunge - all das kam mir seltsam bekannt vor, als hätte ich das schon mal gelesen - woanders, in einer anderen Konstellation und doch genau gleich. Es war ein seltsames Déjà-vu, was ich mir bis jetzt nicht erklären kann.

Der Schreibstil ist nicht schlecht, aber auch nicht gut. Die Dialoge haben mir teilweise von der Wortwahl überhaupt nicht gefallen. Andererseits hat sie gut die menschliche Psyche herausgearbeitet.

Fazit:

Wer eine lockere humorvolle Liebesgeschichte sucht, ist hier falsch. Wer aber gern mehr über das Finden zum wahren ICH, über Essstörungen, falsche Männer und Abhängigkeit, über Kriegstraumata und traurige Kinderschicksale erfahren möchte, erhält hier eine breite Palette mit einer Prise Liebe unter verworrenen schwierigen Umständen zwischen sehr komplizierten vielschichtigen Persönlichkeiten serviert.


Kommentare:

  1. Hey Fiorella, :)
    ich habe einige Bücher von Susan Elizabeth Phillips gelesen und fand sie bisher immer sehr unterhaltsam. Das, was du über dieses Buch beschreibst, klingt irgendwie sehr merkwürdig. Dass es über andere Schicksale geht und nicht um die Liebesgeschichte, ist schon sehr schade, wenn der Klappentext etwas ganz anderes verspricht...

    Liebe Grüße,
    Marina

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  2. Hallöchen!

    Ich bin ja ein absoluter SEP-Fan und finde es ein bisschen schade, dass sie dich nicht so überzeugen musste, aber es ist immer blöd, wenn man mit ganz anderen Erwartungen an das Buch rangeht, das hatte ich auch oft.
    Bei SEP geht es immer um "schwache" Frauen, die viel durchmachen mussten, sich selbst noch nicht gefunden haben oder einfach nicht wissen, wo sie ihre Zukunft hinbringen soll. In den Büchern wachsen sie dann immer zu starken Persönlichkeiten heran.
    Es ist auch typisch für SEP, dass es nicht nur um die Hauptpersonen geht, sondern es auch Nebenhandlungen gibt. In ihrem neuesten Buch "Cottage gesucht, Held gefunden" ist das auch so, wobei dir das am Ende eventuell auch zu lange hinausgezögert sein könnte. Es ist auch kein Favorit von mir geworden :D
    Eine Freundin von mir hat "Wer ja sagt muss sich wirklich trauen" auch erst vor kurzem gelesen und sie ist im Gegensatz zu dir völlig begeistert, aber ich habe sie auch ein bisschen darauf vorbereitet (also was die Nebenhandlungen und sowas betrifft).
    Falls du es noch einmal mit einem SEP-Buch versuchen willst, kann ich dir mein absolutes Lieblingsbuch "Bleib nicht zum Frühstück" oder "Dieser Mann macht mich verrückt" empfehlen :)

    Liebe Grüße,
    Kate ♥

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    1. Wow danke für deinen monsterlangen Kommentar. Das freut mich und es ist echt gut zu wissen, dass diese Bücher eben alle so aufgebaut sind.

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    2. Sorry, ich hab mich voll verschrieben :D Bei "Cottage gesucht, Held gefunden" gibt es keine Nebenhandlungen. Da geht es nur um die Protagonisten :D

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