Mittwoch, 5. August 2015

Rezension zu Still Alice - Mein Leben ohne Gestern von Lisa Genova

Berührend. Fesselnd. MUSS man LESEN!!!!!
 
 

Inhalt vom Buchrücken:

Als Alice erfährt, dass sie an der Alzheimer-Krankheit leidet, kann sie es erst gar nicht fassen. Sie ist doch erst fünfzig! Machtlos muss sie dabei zusehen, wie die Erinnerungen ihr mehr und mehr entgleiten. Wie soll sie sich in ihrem eigenen Leben zurechtfinden? Mit beeindruckendem Mut stellt sie sich einer Zukunft, in der vieles nicht mehr da ist und doch etwas bleibt: die Liebe.



Meine Meinung:

Meine Mum hat mir das Buch empfohlen. Sie war ganz begeistert davon und dann gab es ja auch den Kinofilm dazu, also las ich das Buch.

Es ist überwältigend. Nicht in dem Sinne, wie andere Bücher. Aber es trieb mir die Tränen in die Augen. Das Ende fand ich echt hart, die ganze Geschichte ist harter Toback und mir tut die arme junge Frau, auch wenn sie fiktiv ist, sehr Leid. Denn es gibt sehr viele Menschen, denen das passiert wie Alice - und zwar in der Realität.

Alice ist eine anerkannte Harvard-Professorin für die Psychologie. Sie hat sich ausgiebig mit der Sprache, der Semantik und Kognition auseinander gesetzt, ein Buch geschrieben, hält wissenschaftliche Vortäge und Vorlesungen an der Universität Harvard und reist um die ganze Welt. Sie ist quasi nonstop unterwegs, teilt ihre Forschungen, wird geehrt und geschätzt.

Und plötzlich beginnt sie Dinge zu verlegen. Zunächst hält sie das alles für harmlose Hormonstreiche im Zuge ihrer Menopause. Doch langsam nimmt die Angst zu. Als ihr in einer Vorlesung, die sie blind und taub sprechen könnte, ein Wort abhanden kommt, und als sie plötzlich die Orientierung verliert, sucht sie Ärzte auf.

Alice möchte es nicht wahrhaben. Ihr Mann will es nicht glauben. Sie versuchen alles, um das Gegenteil zu beweisen, aber schließlich steht es fest. Alice hat Alzheimer, autosomal-dominant vererbt.
Und muss fortan mit diesem Wissen leben.

Ich fand es erschreckend, wie schnell sie abgebaut hat. Obwohl sie zahlreiche Medikamente einnimmt, die die Krankheit hinauszögern sollen, schwindet ihre Wahrnehmung dahin. Es wirkt so alles authentisch und so unfassbar real. Ich steckte tief in Alice Leben kennen. Ich lerne sie als eine hoch intelligente Frau kennen und muss mit ansehen, wie ihre Karriere den Bach runter geht und wie ihr ganzes Leben, alles was sie sich aufgebaut war, alles was sie ist, ihr aus den Fingern rinnt.

Bald vergisst sie nicht nur Dinge, sondern fragt immer und immer wieder die gleichen Fragen, hält den schwarzen Teppich im Flur für ein Loch, findet im eigenes Haus ihre Toilette nicht mehr und mit diesen kleinen Anfängen verliert sie von Tag zu Tag auch sich selbst. Bis sie nicht mehr weiß, wer sie ist, wer ihre Kinder sind, wer ihr Mann ist und was sie überhaupt will.
Sie kann Gesprächen nicht mehr folgen, sie ist dauernd erschöpft und schläft.

Es hat mich umgehauen, wie gut die Autorin recherchiert hat. Es ist so nah aus dem Leben gegriffen, so echt und ich fühlte mit Alice Verzweiflung mit. Es ist grausam, wie sie innerhalb eines Jahres so stark abbaut.
Und ich finde es toll, dass die Autorin neben der wissenschaftlichen Seite, wie mögliche Medikamente, Studien usw., auch sehr stark die emotionalen Aspekte mit eingeflochten hat.

John ist ein Forscher und lebt für seine Biologie, seine Experimente, ist kaum zu Hause und hat kaum noch Zeit für Alice. Dennoch versucht er irgendwie alles unter einen Hut zu bringen. Für ihn muss es hart sein, zu sehen, wie seine kluge Frau verschwindet und nichts als eine leblose Hülle zurück bleibt, eine Frau, ohne Wahrnehmung, ohne Erinnerung und wie die Frau, die er einst liebte, verstirbt. Denn Alice ist nicht mehr, die Alice, wie sie einst war.
Aber er will sein Leben auch nicht komplett aufgeben. Er steckt mitten in den größten Chancen seiner Karriere und ist hin und her gerissen, zwiegespalten zwischen seiner Leidenschaft, seinem Erfolg und der Liebe zu seiner Frau.
Zum Glück hat Alice liebe Kinder. Anne, Tom und Lydia, alle sehr unterschiedlich, aber vor allem ihr Verhältnis zu Lydia wandelt sich.

Der Schreibstil ist klasse. Sonst könnte mich das Buch nicht so berühren. Die Figuren sind mit einer Tiefe ausgestattet, die sie greifbar machen. Das Buch lebt und es berührt und es hatte mich in seinen Fängen und ich habe es in drei Stunden am Stück ausgelesen.
Selbst wer sich nicht für das Thema interessiert, wird davon in seinen Bann gezogen, behaupte ich jetzt einfach mal.

Fazit:

Still Alice - Mein Leben ohne Gestern empfehle ich allen. Es ist wunderbar, es ist eine Pflichtlektüre, aufrüttelnd und bietet die traurigen Einblicke in das Leben von Alzheimer- Patienten. Lisa Genova hat so unfassbar recherchiert, so gut geschrieben, so fließend die Übergänge gestaltet - ich glaubte, Alice selbst habe das Buch geschrieben.

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