Sonntag, 2. August 2015

Rezension zu Kommt eine Frau zur Hochzeit....ein Rollenspielbuch von Helena S. Paige

Coole Idee, leider enttäuschend


Inhalt vom Buchrücken:

Deine beste Freundin heiratet, und du sollst ihre Brautjungfer sein. Plötzlich hast du alle Hände voll zu tun. Der Junggesellinnen-Abschied will organisiert sein, die Braut muss beruhigt werden, und sind eigentlich auch interessante Männer eingeladen? Tatsächlich wäre da der attraktive Trauzeuge oder dieser sexy Pilotenfreund des Bräutigams. Vielleicht wird es ja doch ganz lustig ... Wie sähe deine perfekte Feier aus? Wähle dein eigenes aufregendes Abenteuer aus: Deine Fantasie, deine Wahl, dein Happy End!
Meine Meinung:

Ich war ziemlich gespannt auf das Buch. Das Thema Hochzeit war da erst mal nebensächlich für mich, obwohl ich Hochzeiten liebe, die Vorbereitungen, Kleider und alles drum herum.
Aber dieser besondere Kick an der Geschichte ist, dass du selbst entscheidest, was passiert.
Eine Geschichte ist schnell durchgelesen, aber man kann immer wieder zurück blättern und einen anderen Weg gehen und liest so ganz viele verschiedene Geschichten, Ereignisse und bestimmt, wie die Hochzeit verläuft.

Die Kapitel sind recht kurz gehalten und ich hätte nicht gedacht, dass man so viel wählen kann, was mich positiv überrascht hat.

Ein Beispiel:

Als du gerade besorgt nachhakten willst, tritt Jane aus der Umkleidekabine, dicht gefolgt von einem wahren Stoffgebirge und der Besitzerin der Brautkleiderbotique, die geschäftig an der Schleppe herum zupfend um sie herum schlawenzelt.
"Lieber Himmel, Jane!", rufst du.

Wenn das Brautkleid ein Traum ist, weiter auf Seite 7.
Wenn das Brautkleid ein Albtraum ist, weiter auf Seite 9.


Aber nicht nur solche Kleinigkeiten kannst du entscheiden, sondern z.B.

Wenn du Lust auf einen Karaokeabend hast, dann weiter auf Seite 68.
Wenn dir mehr nach einem Mädelsabend im Hotel ist, dann weiter auf 76.

So ziehen sich die Fragen durch das ganze Buch durch und du entscheidest, mit welchem Mann du flirtest. Dem heißen One-night-stand, dem Trauzeugen oder doch lieber den sexy Prediger oder DJ?

Und genau diese Idee finde ich ganz wunderbar. Es macht Spaß, selbst zu entscheiden und das Gefühl zu haben, die Geschichte zu lenken.

Allerdings hapert es bei mir ein bisschen an der Story an sich. Denn leider muss ich sagen, prallen einfach zu viele Klischees aufeinander. Es war nichts wirklich Neues oder Überraschendes dabei. Das alles kannte man schon aus dem Fernsehen oder anderen Büchern und natürlich muss das passieren und der und der, sich und so verhalten.
Dadurch war die Geschichte für mich ziemlich langweilig und ich war sehr schnell bei den verschiedensten Geschichten und möglichen Endungen durch.

Der Schreibstil spricht dich direkt an, wie ihr im Beispiel sehen könnt. Du gehst auf dein Zimmer, du streichst dir dein Haar aus dem Gesicht, du lächelst ihn an.
Es ist zunächst wirklich ein bisschen ungewohnt, und wahrscheinlich lag es auch daran, dass ich einfach nicht mit meinem neuen Ich in dieser Geschichte sympathisieren konnte. Denn ganz gleich, welche Entscheidung ich traf, ich hätte in keinem Falle so gehandelt wie mein Ich in diesem Buch.

Es gibt viele Erotikszenen in dem Buch, die ich ehrlich gesagt nicht so erotisch fand. Manches war ganz witzig, denn so klischeehaft es auch war, manche Klischees sind einfach nur lustig und die ganze Story hat trotz der Einfachheit etwas unterhaltsam dämliches an sich.
Es ist einfach mal eine leichte Kost für zwischendurch, in dem sich allem Blödsinn hergeben kann. Und das kann besonders in ernsten Momenten sehr erfrischend sein.
Alles in allem ist alles sehr oberflächlich. Ich erfahre nicht wirklich etwas über die Charaktere. Es ist einfach nur ein Abend, viele Gesichter und der Spaß das Gefühl zu haben, machen zu können, was man will und die beteiligten Personen nach der Hochzeit nie wieder zu sehen.

Fazit:

Die Idee ist toll, die Story im großen und Ganzen hätte besser sein können. Nicht ganz so typisch, nicht ganz so einfach - aber für einen Abend ist die Geschichte völlig ausreichend und natürlich geht man gern auf Entdeckungstour und entscheidet mal selbst.
Dafür das aber drei Autorinnen daran geschrieben haben, hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, weil es doch mehr oberflächlicher Spaß sein soll.



Kommentare:

  1. Hallo, :)
    ich bin bei solchen Geschichten sehr skeptisch. Ich finde die Idee zwar interessant, aber ich habe mal in ein Buch reingelesen, bei dem man letztendlich doch zu einer Entscheidung "gezwungen" wurde. Also egal, was man gewählt hat, es lief letztendlich auf eines hinaus. Vielleicht wäre das im Verlaufe des Buches nicht mehr so gewesen, aber das hat mich schon abgeschreckt.
    Also finde ich es gut, zu lesen, dass es auch tatsächlich verschiedene Wahlmöglichkeiten gibt.
    Schade, dass die Geschichte mit den Wahlmöglichkeiten nicht mit halten konnte.

    Liebe Grüße,
    Marina

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    1. Ich denke, nochmal werde ich nicht so ein Buch lesen. Es ist einfach nicht wie ein normaler richtiger Roman, weil die Figur hier einfach nur ein Spielball meiner Launen ist, aber es mal interessant.

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