Samstag, 13. Juni 2015

Rezension zu Das große Los von Meike Winnemuth

Am Anfang war ich begeistert, dann wurde es leider schleppend
 
 

Inhalt vom Buchrücken:

Sie wollte eigentlich bloß finanziell ein bisschen unabhängiger sein. Mehr dürfen, weniger müssen. Deshalb hat Meike Winnemuth bei "Wer wird Millionär?" mitgemacht. Zu ihrer Verblüffung räumt sie groß ab: 500 000 Euro. Und nun? Einfach weitermachen wie bisher? Sie entscheidet sich, 12 Monate frei zu nehmen und um die Welt zu gondeln. Es wird ein unglaubliches Jahr. Eines, das ihr Leben umkrempelt. Und das Beste: das viele Geld hätte sie dazu gar nicht gebraucht. Doch was passiert, wenn man wirklich alles darf? Weiß man dann, was man will? Wie ist es, wenn man das Leben führt, von dem alle träumen? Meike Winnemuth erzählt von einer unglaublichen Reise in 12 Städte auf allen Kontinenten: Sydney, Buenos Aires, Mumbai, Shanghai, Honolulu, San Francisco, London, Kopenhagen, Barcelona, Tel Aviv, Addis Abeba, Havanna. Mit Tempo, Humor und viel Gespür für die Besonderheiten der Städte und ihrer Bewohner beschreibt Meike Winnemuth ihre Erfahrungen.

Meine Meinung:

Eigenlob stinkt nicht.
So sieht das anscheinend Meike Winnemuth.

Die ersten 100 Seiten waren toll. Ich wurde in ihre Reise mitgerissen und startete in Sydney. Sie hat ihre Eindrücke dort und das was sie erlebt und besichtigt hat so toll beschrieben, das sich am liebsten sofort den Koffer gepackt hätte und nach Down Under geflogen wäre. Ich dachte nur: Ich will auch!
Buenos Aires hat mir auch noch gut gefallen. Sie schreibt davon dass sie Tanzstunden im Tango nimmt, bekannte Persönlichkeiten kennenlernt und wie sie neue Bekanntschaften schließt, Freunde findet und sich ihren Weg mithilfe der netten Kommentatoren auf ihrem Blog durch die fremden Länder baut.
Jedes Land ist anders und versprüht seinen eigenem Charme.
Danach kam Mumbai, das Land, welches sie hasst, sich die Tage hindurchquält und wie plötzlich alles anders kommt. Sie wollte nach Tokyo und dann kam Fukushima.

Ich fand es wirklich sehr schön, dass sie nicht nur Höhepunkte auf ihrer Reise erzählt hat, sondern auch tiefschlägige Ereignisse. Sehr schnell aber lernt man Meike als jemanden kennen, der sehr schnell, flexibel und spontan ist und ohne groß zu planen reist und sich vom Zufall leiten lässt. Auf der einen Seite fand ich es eine sehr positive Einstellung zum Leben, aber andererseits...
Das Problem ist nämlich so: Am Anfang steckte ich in einem lebendigen Reiseführer, war fasziniert und gefesselt und restlos von diesem Buch begeistert. Doch ziemlich zur Mitte um schlägt die Handlung um. Zwar reist Meike Winnemuth immer noch durch Shanghai nach Honolulu und dorthin und hierhin, aber nun erzählt sie weniger von tollen Orten und Plätzen und was sie so macht, sondern viel mehr wird es ein philosophisches Buch. Sie beschreibt einen Selbstfindungstrip, wie sie sich fühlt, sie beschreibt das Leben mit 50, alt und doch noch so jung und eine Lebensweisheit folgt auf die andere.
Im Prinzip würde ich nicht mal das sonderlich schlimm finden, aber sie wurde so fanatisch.
Sie ist ein Mensch der über alles steht. Sie liebt die Freiheit und das ist das einzige, was sie will. Dabei betont sie immer wieder wie froh sie ist keinen Mann zu haben, allein und frei zu sein, generell ist sie gegen Familie und Routine, Heiraten. Das wirkt so negativ und sie verteufelt das so dramatisch, aber das es Menschen gibt, die damit auch glücklich sind, scheint ihr nicht in den Sinn zu kommen.
Das fand ich ein bisschen schade, weil das Buch ganz und gar Ich-Bezogen ist und vieles ziemlich genau auf sie als Person zu treffen, aber eben nicht auf alle.

Der Aufbau des Buches hat mir aber wieder sehr gut gefallen. Jede Stadt ist ein Brief an ihre Eltern, alte Freunde, neue Freunde, die sie auf der Reise kennenlernen, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass diese wirklich echt sind. Würde sich ein Mensch in einem Brief an die Freundin so bloß legen und aber ansonsten nichts von dem Ort an dem er ist erzählen?

Der Schreibstil ist gewählt und flüssig zu lesen, aber er zog mich nicht in seinen Bann. Ich konnte das Buch einfach mal mittendrin aus der Hand legen und ich hätte es auch abbrechen können. Die letzten Seiten habe ich mehr oder weniger überflogen, weil das alles nur noch zu ihrer Seele gehört und nicht mehr zu den wunderschönen Orten.
Hübsch fand ich aber wieder, dass es immer mal wieder Bilder zwischendrin gab und am Ende gibt es noch ein paar Tipps für zukünftige Weltenbummler.

Fazit:

Der Aufbau und die Idee sowie die Gestaltung des Buches gefallen mir wirklich sehr gut. Besonders die ersten 100 Seiten finde ich einfach klasse und ich habe mir gleich mal vermerkt was ich in Sydney auf gar keinen Fall verpassen sollte. Die ein oder andere Lebensweisheit fand ich auch gut, aber im Großen und Ganzen finde ich es schade, dass sich das Buch in eine solche Ein-Frau-Seelenschiene entwickelt hatte und für mich dadurch seinen Reiz verlor.

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