Mittwoch, 24. Juni 2015

Rezension zu 8 Tage im Juni von Brigitte Glaser

 

Inhalt vom Buchrücken:

Jenny und Lovis leben nur wenige Kilometer voneinander entfernt und doch könnte ihr Leben nicht unterschiedlicher sein. Lovis' Vater hat viel Geld, Jenny dagegen ist in einer Sozialwohnung zu Hause und weiß oft nicht, von welchem Geld sie das nächste Abendessen kaufen soll. Dann wird Lovis an einer menschenleeren U-Bahn-Haltestelle von drei Jugendlichen zusammengeschlagen und auf die Gleise geschubst. Jenny beobachtet die Szene und zieht Lovis in letzter Sekunde zurück auf den Bahnsteig. Aber sie läuft weg, bevor die Polizei eintrifft, denn sie hat einen der Schläger erkannt: Es ist ein Junge, mit dem sie schon im Sandkasten gespielt hat. Während Jenny nicht weiß, wie sie sich verhalten soll, geht Lovis das fremde Mädchen einfach nicht aus dem Kopf. Als er ihren Schülerausweis in seinen Sachen findet, kann er endlich Kontakt zu seiner Retterin aufnehmen. Sie treffen sich - und zwei Welten prallen aufeinander. Doch die Schmetterlinge im Bauch lassen sich nicht ignorieren und so treffen sie sich wieder und wieder. In einer Woche im Juni, die alles auf den Kopf stellt ...

Meine Meinung:

Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen.
Ich hatte mir echt mehr erhofft, ja sogar erwartet und der Klappentext klang auch sehr viel versprechend.
Aber das Kennenlernen der beiden hat mir einfach viel zu lange gedauert. Sie leben in getrennten Welten aber so  gravierend kam mir der Unterschied dann trotzdem wieder nicht vor.
Brigitte Glaser beschreibt das Leben der beiden getrennt, besonders in der ersten Hälfte des Buches.
Erst ziemlich spät treffen dann Jenny und Lovis aufeinander, sind sofort verknallt, und einen Tag später gehen sie aufgrund eines Missverständnisses wie üblich wieder ihrer eigenen Wege bis sie sich ganz zum Schluss nochmal aufraffen können.

Dabei fing alles sehr schön an. Lovis bemerkt Jenny zum ersten Mal an einer U-Bahn- Station, als plötzlich drei Schlägertypen aufkreuzen. Bei dieser Schlägerei verliert Lovis beinahe unter auf den Gleisen der Bahn sein Leben. Erst im allerletzten Moment schafft es Jenny ihn zu retten und macht sich kurzerhand aus dem Staub weil sie nichts mit den Bullen zu tun haben möchte.

Wir begleiten Jenny in ihr Zuhause, in die Rote Burg. Ich mochte sie als Charakter, sie ist ein liebenswertes Mädchen und auf ihr drückt eine starke Last der Verantwortung, einmal für ihre psychisch kranke Mutter Jasmin und für ihren kleinen Bruder Joe-Joe. Sie schmeißt den Haushalt, sorgt dafür dass ihr Bruder aufsteht und zur Schule geht, kocht das Abendessen, sucht nach Zigarettenstummeln für ihre Mutter....und vernachlässigt dabei ihr eigenes Leben.
Geldmangel ist das Hauptproblem in der Familie und so schließt sie auch aus der Not heraus einen Handel mit ihrem Sandkastenfreund Toni ab, einer der drei Schläger.
Natürlich konnte ich sie gut verstehen, dass sie ihn nicht anzeigen wollte. Er scheint eine sehr nette und charmante Art zu haben und im Kern seines Herzens eigentlich ein guter Mensch zu sein, aber die Umstände zwingen ihn dazu sich durchzumogeln und aus allem seinem Nutzen zu ziehen, sodass er in die Hände der falschen Leute fällt.
Jennys treuer Begleiter dabei ist Rintintin, ein Schäferhund.
Obwohl Jenny sehr klein und dünn ist, weiß sie sich in der Welt der Kriminellen und auf soziale Hilfe angewiesenen Menschen zu behaupten.

Lovis derweil verbringt seine Tage eingeigelt in seinem Zimmer, spielt Playstation und lässt sich von seinem Vater verwöhnen. Sein Vater Gustav ist ein echt toller Vater. Auf der einen Seite hat er eine strenge und autoritäre Art, die man aber als Geschäftsmann auch haben muss und auf der anderen Seite kümmert er sich wirklich rührend um seinen Sohn, kocht ihm Schokopudding, schaut die Serien von seinem Sohn, obwohl er diese hasst wie die Pest und möchte wirklich nur das Beste.
Denn Lovis ist ein Stotterer.
Dies fand ich wieder sehr schön, weil ich noch nie ein Buch darüber gelesen habe.
Als kleines Kind hat Lovis gestottert, als seine Mutter ihn und seinen Vater verließ, durch Besuche bei der Logopädin hat er sich dies abgewöhnt und war jahrelang "Beschwerdefrei", doch durch diesen Schock beim UBahn-Vorfall, ist dies wieder zurückgekehrt.
Nur beim Singen schafft er es, nicht zu stottern.
Lovis ist zudem sehr schüchtern, was mir total schleierhaft ist. Er hat einen durchtrainierten Körper, treibt viel Sport, Freunde, und lässt sich allein aufgrund seiner Sprachkomplikationen verunsichern.

Auch als Jenny und Lovis schließlich aufeinander treffen, wirkt Jenny für mich immer wie die stärkere und Lovis rennt ihr praktisch hinterher, ist verunsichert und irgendwie passten die beiden einfach nicht richtig für mich zusammen außer dass eine Faszination für die zwei Welten vorhanden war.

Lange dauert das Glück der beiden nicht an, es gibt und dieses ewige Hin und Her, die Streitigkeiten, das Wälzen der immer und immer wieder gleichen Probleme hat mich am Ende einfach nur noch genervt.

Leider konnte mich auch der Schreibstil nicht überzeugen. Für mich war es zu unemotional geschrieben und nicht flüssig zu lesen. Die Sätze sind teils wie Gedanken aufgeschrieben - es stimmte einfach für mich nicht.

Fazit:

Die Idee fand ich gut, aber die Umsetzung enttäuschte mich.
Dies ist aber meine persönliche Meinung, da ich schon sehr viele gute Kritiken gelesen habe.





Kommentare:

  1. Wirklich schade, dass dich das Buch nicht überzeugen konnte :(
    Es war bei mir das erste Buch, das ich 2015 beendet habe und es war für mich auch direkt das erste Highlight!
    Ich fand das Buch wirklich toll, sowohl inhaltlich, als auch die Charaktere.
    Besonders toll fand ich auch, dass das Buch in Köln spielt und ich wirklich alle Schauplätze genau kannte. Selbst als die Rede von den einzelnen Bahnlinien war, konnte ich mir 100%ig bildlich vorstellen, wo sie sich befunden haben und wohin sie gefahren sind.. :) das fand ich echt toll und ich hatte stets das Gefühl, dabei zu sein.
    Die Gegend aus der Jenny kommt, ist übrigens wirklich sehr... "asozial" .. :D

    Das Buch welches du gelesen hast, ist ja auch genau das Exemplar, das ich damals auch gelesen hatte :D es freut mich, das es so die Runde gemacht hat, zwischen uns war es ja noch bei der Lisa. :) trotzdem schade, dass es dich nicht so begeistern konnte, wie mich.


    Alles Liebe,
    Nicki

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    1. Hey Nicki,
      genau deswegen wollte ich es ja lesen, weil es euch beiden so gut gefallen hat, aber dann man nichts machen. Aber ich denke, wenn man einen direkten Bezug zu den Schauplätzen hat, dann ist das noch mal ein anderes Leseerlebnis. :-)

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