Sonntag, 17. Mai 2015

Rezension zu Elias und Laia - ´Die Herrschaft der Masken

Gewalttätig, brutal aber auch sehr ehrlich und schön mit einem gewissen Funken Magie
 
 

Inhalt vom Buchrücken:

Wie überlebt man in einer Welt, in der Männer mit silbernen Masken jeden Tag den Tod bringen können? Wie kann man sich selbst treu bleiben, wenn die Herrschenden des Imperiums alles dafür tun, voller Grausamkeit ein ganzes Volk zu unterjochen? Elias und Laia stehen auf unterschiedlichen Seiten. Und doch sind ihre Wege schicksalhaft miteinander verknüpft. Während Elias in der berühmten Militärakademie von Schwarzkliff dazu ausgebildet wird, als Elite-Krieger die silberne Maske der Macht voller Stolz und ohne Erbarmen zu tragen, muss Laia täglich die Willkür der Herrschenden fürchten. Als ihre Familie ermordet wird und ihrem Bruder die Hinrichtung droht, schließt sie sich dem Widerstand an. Als Sklavin getarnt, dringt sie in das Innerste von Schwarzkliff vor. Dort trifft sie auf Elias, den jungen Krieger, der eigentlich ihr Feind sein müsste ...

Meine Meinung:

Am Anfang hat die Autorin Sabaa Tahir ein Vorwort eingebaut, warum sie das Buch geschrieben hat, worum es ihr wirklich geht und was sie damit erreichen möchte. Das hat mir wirklich gut gefallen, weil dies nochmal einen anderen Blick auf die Geschichte von Elias und Laia wirft.
Sie las einen Artikel über Frauen in Kaschmir, deren Brüder, Ehemänner und Söhne entführt und ermordet wurden. Daraufhin taten sich ihr die Fragen auf: Was würde sie tun, wenn einer ihrer Brüder verschwinden würde?
Die Geschichte Elias und Laia beginnt genau da.
Laia ist eine der Kundigen und muss mit ansehen wie ihre Großeltern von Legionären und den gefürchteten Masken umgebracht werden und ihr Bruder geschnappt wird. Sie flieht und wird daraufhin von starken Gewissensbissen geplagt. Ihr Ziel steht fest: Sie möchte um jeden Preis ihren Bruder retten. Koste es, was es wolle und dafür schließt sie sich dem Widerstand an und arbeitet unter der grausamen Fuchtel der Kommandantin als Sklavin.
Sie wird geschlagen und gehänselt, sie erleidet unerträgliche Schmerzen und immer wieder betet sie sich vor, dass sie das alles nur für ihren Bruder tut.

Auf der anderen Seite gibt es auch den Sohn der Kommandantin, Elias. Er steht kurz vor seinem Abschluss zur Maske und möchte desertieren. Er hasst all diese Gewalt und Morde, die Regeln und Menschenverachtung. Er wünscht sich nichts sehnlicher als Freiheit und möchte all diese brutale Tyrannei hinter sich lassen.

Doch alles kommt anders als die Auguren auf der Bildfläche erscheinen und mit ihnen auch die Magie. Sie können Gedanken lesen, sind Unsterblich und bilden das Geheimnisvolle. Sie sind undurchschaubar, keiner weiß, was sie denken und obwohl der Mensch einen freien Willen hat, so sind doch ihre Wege vorherbestimmt und ihre Handlungen werden von den Auguren gelenkt.
Dieser Part kam mir ein bisschen so wie die Epoche der Romantik vor. Damals gab es so viel Aufschwung in der Industrialisierung, neue technische Erfindungen, aber auch die Restauration nach den Napoleonischen Kriegen, dennoch hielten die Menschen an den Glaube der Magie fest, vereinten Wissenschaft und Poesie, Glaube und Magie und in der Natur fand sich der wieder, der sich in der Stadt verloren glaubte.
Und auch in dieser geschaffenen Welt von Sabaa Tahir, in der Sklaven vergewaltigt werden, Kinder getötet und gefoltert werden, in der es Menschen mit einem Herz aus Stahl gibt und jeder sich für eine Seite entscheiden muss, gibt es die Hoffnung an die Magie, an das Wunder und das sich alles fügen wird. Es gibt die Geschichten der Stammesleute und tief verborgene Träume.

Das Buch handelt von vielen Dingen, aber vor allem wollte die Autorin den Bezug der Liebe und Loyalität, der Treue und dem Vertrauen in die Geschichte mit einweben. Man glaubt, es gibt immer nur einen Weg zu handeln oder zwei Entscheidungsmöglichkeiten, man glaubt, nur eine Form ist die wahre Form von Liebe, man glaubt es gibt nur eine Form von Tapferkeit und Mut, den Kampf gegen die Feigheit und Angst - aber genau das ist es nicht.

Besonders die Protagonistin Helena hat mir sehr gut gefallen, weil sie all diese verschiedenen Wege in sich vereint. Sie ist ein ganz sonderbarer und außergewöhnlicher Charakter und ich bewundere ihre Stärke. So einen Buchcharakter hatte ich ehrlich gesagt noch nie und genau deshalb hat sie etwas sehr Mystisches und bewundernswertes an sich.
Aber auch die Kommandantin ist eine ausdrucksstarke Persönlichkeit für sich. Ich frage mich, was in ihrem Kopf vorgeht, was sie denkt, wenn sie ihre Sklavinnen misshandelt und was sie fühlt, wenn sie ihren Sohn sieht und ihn doch zum Tode verwünscht.

Der Schreibstil von Sabaa Tahir hat mir wirklich gut gefallen. Es war flüssig zu lesen und die Gedanken hoben sich in kursiver Schrift vom normalen Text ab. Ich konnte mit den Charakteren mitfühlen und habe vor allem Elias Entscheidungen sehr gut nachvollziehen können. Dennoch hatte ich mehr erwartet. Die Leseprobe hatte mich geflasht und im Vergleich dazu hat mich das Buch ein bisschen enttäuscht.
Trotzdem gab es besonders zum Ende hin wieder viele Überraschungen. Und trotz der Grausamkeit die vor allem mit der Loyalität zum Imperator einhergeht, gab es zwischendurch diese leichte Zufriedenheit.
Das Buch hat definitiv Potenzial. Ich fand jetzt noch nicht alles rund, aber ich bin sehr gespannt wie sich die Geschichte um Elias und Laia weiterentwickelt.

Fazit:

Eine romantische Liebesgeschichte in einer Welt voller Grauen und Schrecken. Brutal, schonungslos und ehrlich - mit einem fantastischen Hauch von Magie.


Kommentare:

  1. Hey Fiorella,
    irgendwie klingt das Buch so grausam, weshalb ich mich etwas scheue es zu lesen. Ich war auch bei dieser Aktion darauf aufmerksam geworden, aber der Klappentext klingt so .. ich weiß nicht. So nach Sklave und Herrschaft und da hab ich ein paar schlechte Bücher gelesen, weshalb ich mich damals nicht beworben hatte. Bin auch immernoch etwas unschlüssig, aber deine Rezi gefällt mir. Du bringst gut zum Ausdruck, was du sagen willst. :) Das ist manchmal gar nciht so einfach.^^
    Liebe Grüße! Liss ♥

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    1. Guten Morgen Liss,
      danke für dein Feedback :-)
      Also ich kann dich verstehen, aber es ist ja kein Historischer Roman (dort ist das mit den Sklaven auch ziemlich brutal), sondern schon ein Jugendbuch, weshalb ich denke, dass man es lesen kann :-)

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