Dienstag, 12. Mai 2015

Rezension zu Die Liebenden von San Marco von Charlotte Thomas

Einfach klasse! Wundervoll, vielfältig, ein Lesegenuss vor der Kulisse des historischen Venedigs.



Inhalt vom Buchrücken:

Venedig zu Beginn des 16. Jahrhunderts: Die Pest grassiert in der Lagunenstadt. Sterbenskrank wird die junge Venezianerin Cintia auf eine Seucheninsel gebracht, wo sie dank des Kaufmannssohnes Niccolò überlebt. Ihr gelingt die Rückkehr nach Venedig, doch sie ist zu jung, um das Erbe ihres Vaters, eines reichen Seidenwebers, in Besitz nehmen zu können. Gegen die drohende Vormundschaft raffgieriger Verwandter hilft nur eine rasche Heirat, und so stimmt Cintia kurz entschlossen einer Ehe mit dem Schiffsbauer Paolo zu, zum Verdruss Niccolòs, der ebenfalls um sie geworben hatte. Aus der Vernunftehe wird wider Erwarten Leidenschaft, doch tödliche Konflikte werfen bereits ihre Schatten voraus ...


Charlotte Thomas


Meine Meinung:

Ich bin begeistert.
ich habe schon länger keinen so schönen historischen Roman gelesen. Und bevor ich mit dem Bloggen angefangen habe, habe ich fast nur Historische Romane von meiner Oma gelesen. Ich liebe Jugendbücher, das Eintauchen in die dystopische Zukunft oder in die Magie der Fantasyreiche, aber genauso fasziniert bin ich immer wieder, bei einem Blick in die Vergangenheit.
Vor allem Venedig hat es mir angetan.
Da ich selbst schon in der Stadt war, konnte ich mir die farbenprächtige Lagunenstadt auch sehr schön vorstellen.
Ich kenne viele historische Romane, viele sind langatmig und können mich nicht begeistern, aber immer wieder taucht eine kleine Perle in mitten dieser historischen Schätze auf und reißt mich mit.
Die Liebenden von San Marco ist eine solche Perle.

Zum Inhalt möchte ich nicht viele Worte verlieren. Es passiert auf jeden Fall wahnsinnig viel. Die Pest sucht die Stadt heim, es geht um Ermordung und Verrat, Lug und Trug, aber auch sehr viel Wärme, Liebe und Leidenschaft durchziehen die Seiten und mildern so manchen Schrecken.
Charlotte Thomas handelt so viele tolle Themen ab, die ich nicht in Worte fassen kann, aber immer wieder war ich überrascht, was sie sich als Nächstes ausdachte. Dabei wirkte alles absolut authentisch, über den durch ein Erdbeben behindert gewordenen Casparo, über die Gefahren einen Geburt um 1511, Vergewaltiger, und Kurtisanenhäuser. Das Buch handelt vom Alltag einer Frau aus Patrizierkreisen, aber auch vom Leben einer Zofe, von der Macht eines Mannes, dem Problem des Vormundes, sowie wie viel Wert Rache, Leiden und Geld sein können.

Die Hauptperson Cintia habe ich wirklich sehr lieb gewonnen. Trotz ihres jungen Alters von 17 Jahren ist sie eine starke Frau, die durch ihre erlittenen Schicksalsschläge nur noch härter wird und dem Leben strotzt. Sie gibt nie klein bei und bleibt sich selbst treu. Dabei hat sie nicht nur ihr eigenes Wohl sondern das all derer die sie liebt im Auge.
Cintia ist wirklich klasse und in den drei Jahren, in denen die Geschichte sie begleitet, merkt man wie auch sie reifer wird, ihre Seele verletzt wird, aber sie doch lernt einzusehen, und zu verzeihen.

Paolo ist zunächst sehr still und eigen. Oft grübelt er viel nach und wirkt ganz und ganz ernst und unnahbar. Doch lernt man ihn erst mal besser kennen, so blüht er zu einem humorvollen Mann aus, der gerne lacht und einen wirklich sehr ausgeprägten Beschützerinstinkt hat. Er liebt seine Familie über alles. Als er dann auch noch verschleppt wird, macht er das beste aus seiner Situation und auch bei Cintia ist er ein liebender Mann und ich bewundere ihn wirklich sehr. Vor allem am Schluss finde ich seine Geständnisse ungeheuer mutig. So etwas wie er, bringt nicht jeder über die Lippen - ach was nur ein kleiner Bruchteil der Männer würde das tun und das rechne ich ihm hoch an. Und sexy finde ich ihn auch :D

Charlotte hat eine wundervolle Beziehung über Höhen und Tiefen der Beiden beschrieben und sie so zu einem fantastischen Paar, welches alle Hindernisse bis zur letzten Minute überwindet, zusammenwachsen lassen.

Aber auch Lucietta und Daria haben mir als Charakter wirklich ausgesprochen gut gefallen. Lucietta ist Cintias Familie, naiv und ein leichtes Mädchen. Sie spricht was sie denkt, weint sehr viel und ist überhaupt sehr anstrengend und plappert am liebsten nur von schicken Kleidern und Schmuck und träumt sich ihre Welt heile und schön. Aber dennoch ist sie eine reine Seele und lässt Cintia zu keiner Zeit in Stich. Für Cintia würde sie sogar durch die Hölle gehen und das tut sie buchstäblich.

Daria ist die liebe nette Stiefmutter von Paolo und Tante von Cintia. Sie betreibt nach ihrer furchtsamen Vergangenheit, ein Kurtisanenhaus. Doch sie biete den Mädchen ein tolles zu Hause und kümmert sich rührend um ihre Söhne Paolo und Casparo. Selbst in deren schlimmsten Todesstunden weicht sie ihnen nicht von der Seite und opfert sich hingebungsvoll für die Beiden.
Doch sie hat auch eine andere Seite, eine raffinierte, bösartige Seite, die erst nach und nach ans Licht kommt und dennoch ist sie eine tolle herzensgute Frau, die mir am Ende nur noch leid tat.

Des weiteren gibt es da noch mehrere andere männliche Figuren, wie Niccolo, ebenfalls ausgezeichnet und liebevoll bis ins Detail gezeichnet, und Tedaro, ein Scheusal bis auf die tiefsten Knochen. Juana, die Zofe mochte ich am Anfang, entwickelte sich für mich jedoch in eine eher unsympathische Richtung.
Aber am allerbesten ist die Alte Imelda, eine Geheimnisvolle Frau, die einem von Seite zu Seite von Wort und Tat mehr ans Herz wächst.

Der Schreibstil hat mir ebenfalls gut gefallen. Er fügt lebhaft die Charaktere zusammen, biete Spannung und riss mich mit in den Strudel der Vergangenheit, dass ich glaubte tatsächlich auf der Piazza zu stehen, in den Canal Grande zu springen, und weiteres. Ich war hautnah mit dabei. Sie beschreibt so bildhaft, wird aber dabei nie langweilig und hat mich durchgängig gut unterhalten.

Fazit:

Die Liebenden von San Marco kann ich wirklich nur empfehlen. Ein wundervoller Roman, vor der betörenden Kulisse des historischen Venedigs.

 
<3 Fiorella

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