Donnerstag, 21. Mai 2015

Rezension zu Bannwald von Julie Heiland

Neu. Anders. Einzigartig.
 

Inhalt vom Buchrücken:

Sie können nicht töten – als Anhänger der weißen Magie erschaffen sie nur. Seit Generationen lebt der friedliche Stamm der Leonen gefangen im Wald, gewaltsam unterdrückt vom Stamm der mörderischen Tauren. Als die 17-jährige Robin auf den jungen Tauren Emilian trifft, ist sie sich sicher, dass er sie töten wird. Doch Robin gelingt es zu fliehen – scheinbar. Erst später wird ihr bewusst: er hat sie laufen lassen. Warum? Als Robin dann ein Reh mit der bloßen Kraft ihrer Gedanken tötet, ist sie zutiefst erschüttert. Was ist mit ihr? Robin trägt ein Geheimnis in sich, und es gibt nur einen, der davon weiß – ihr größter Feind.



Meine Meinung:

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar enthalten - vielen Dank nochmal dafür und wusste vorab gar nichts über die Geschichte. Ich muss gestehen, mir ist selbst das Cover noch nicht einmal begegnet, daher bin ich ganz unbefangen an das Buch heran gegangen.

Das Cover hat mir auf Anhieb gefallen und es spiegelt wirklich perfekt die Geschichte wieder.
Robin gehört zum Stamm der Leonen, die tief im Wald leben. Sie haben dort eine kleine Siedlung, in der sie in kleinen Hütten leben und abends um das Lagerfeuer herum sitzen, scherzen und lachen. Doch tagsüber arbeiten sie hart im Wald, spalten Holz, stellen Fallen für Tiere und sammeln Beeren. Denn sie müssen jeden Monat eine bestimmte Summe an Abgaben an die Tauren verrichten.
Es gibt noch weitere Stämme und sie alle sind nach den Sternzeichen benannt. Jeder Stamm hat seine eigenen Charakteristika und Merkmale.
Die Leonen und insbesondere Robin sind tief mit dem Wald verbunden. Robin verschmilzt mit ihm und findet sich selbst in der Dunkelheit wieder.
Doch eines Tages flüchtet sie vor einem Eber und gerät ins feindliche Gebiet.
Und das wird ihr Leben und das ihrer Stammesleute für immer verändern.

Robin mochte ich wirklich sehr. Sie erinnert mich ein wenig an Katniss Everdeen, ist stark und zäh und trägt am liebsten derbe Stiefel, eine feste schwarze Stoffhose und ihren Messergürtel um die Hüfte. Sie jagt, arbeitet mit und streift oft allein durch die Wälder und lässt ihren Gedanken freien Lauf. Sie gibt nicht viel auf ihr Äußeres, hat öfter mal ein zerschrammtes Gesicht und einen eisernen Willen. Sie ist selbstbewusst und geht zielsicher ihren Weg.
Das hat mir sehr gut gefallen. Aber sie auch eine sehr offene, verletzliche Seite. Sie kann nicht gut mit Gefühlen umgehen, versteht ihren besten Freund aus Kindertagen nicht und fühlt sich plötzlich bei bestimmten Personen unsicher und verletzlich. Besonders den jungen Taurer Emilian weiß sie nicht einzuschätzen.
Ihr ganzes Leben lang hat sie gelernt, dass die Tauren ihr Feind sind, und auch Emilian tötet ohne mit der Wimper zu zucken. Seit er 16 Jahre alt ist, hat er aufgehört zu zählen, wie viele er schon getötet hat. Er ist zu selbstbewusst und arrogant und fixiert sie mit seinen eiskalten grünen Augen.
Sie hat gelernt, dass sie sich vor ihm fürchten muss, und ihm niemals trauen darf, doch genau das fordert er.
Er möchte hier Vertrauen.

Ich konnte Robins Handlungsweisen sehr gut nachvollziehen. Natürlich ist es schwer einem Menschen zu vertrauen und praktisch dass Leben unzähliger Menschen in seine Hände zu legen, wenn man seit man denken kann, immer wieder die Furcht vor ihnen eingetrichtert bekommen hat. Und so dauert es auch sehr lange, bis sie erkennt, wer Emilian wirklich ist.

Emilian ist ein sehr interessanter Charakter. Auf der einen Seite lernen wir ihn als einen sehr kalten und herzlosen Tauren kennen. Nichts fürchtet er und keiner kann seiner Macht strotzen. Er gehört zu den Stärksten seines Stammes und bekommt für gewöhnlich was er will. Er ist sich nicht zu schade, andere zu etwas zu zwingen und wendet auch bei Robin seine Kraft an, um sie nicht wieder einmal an den Wald zu verlieren, weil sie vor ihren Problemen flieht.
Doch nach und nach offenbart er eine weiche Seite, mit der man Mitleid hat. Alle Tiere schrecken vor den Tauren zurück und haben Angst, Vögelgezwitscher verstummt und überall wo ein Taurer hintritt, verstummt die Natur und alles Leben in ihr, Dabei würde er doch so gern mal einen Luchs streicheln.

Mir hat es wirklich sehr gut gefallen, wie Julie Heiland die Magie der Natur mit den Leonen und Tauren verknüpft hat. Sie ist dabei ihren Linien und Prinzipen durchgängig treu geblieben und ich habe es bis in meine Knochen gespürt, dass der Wald, das Rauschen der Blätter im Wind, der süße-herbe Duft des weichen Mooses zu den Leonen gehört, wie ihr Augapfel und Ohr. Sie sind Fleisch und Blut und das eine kann es ohne das andere nicht geben.

Am Anfang hatte ich auch bedenken, ob es mir vielleicht ein bisschen zu viel Magie ist, aber ich finde die Autorin hat es genau richtig dosiert eingesetzt. Sie ist allgegenwärtig, aber nicht dominant, sodass wir es obwohl es meine Menschen sind, im Grund doch mit menschlichen Wesen zu tun haben.
Da das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist, habe ich einen sehr guten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt von Robin erhalten. Es wurde dabei nichts gekürzt und manches war auch doppelt, aber das hat es für mich nur noch authentischer wirken lassen, da wir selbst uns ja auch mehr als einmal über etwas den Kopf zerbrechen.
Schade dabei fand ich, dass mir Emilian zu kurz gekommen ist. Ich nehme ich wirklich nur so wahr, wie Robin es tut. Gern hätte ich in seinen Kopf hinein geschaut und auch Gedankengänge und Gefühle aus seiner Perspektive gelesen. das hätte für mich die neu geschaffene Welt von Julie Heiland noch plastischer und greifbarer gemacht, weil ich immer den Eindruck habe, nur die eine Seite der Medaille zu kennen.

"Weil ich von uns beiden der Mörder bin? Weil du Angst haben musst und ich aber nicht vor dir?(...) Ich habe das, was ich bin, akzeptiert. Ich werde mich nicht ändern."
Seite 174

Was mir wiederum gut gefallen hat, waren die verschiedenen Charaktere aus dem Stamm der Leonen, die alle ihre ganz eigene Note tragen. Da wären Laurin, der beste Freundin von Robin, ein schlaksiger Junge, gutherzig und lieb und einem zu weichen Herz, den ich als gefährlich sensibel einstufe. Er könnte nochmal in den Folgebänden das Blatt wandeln. Denn seine Güte hat etwas aufdringliches an sich und seine Eifersucht etwas Bedrohliches. Er wirkt wie ein zartes Blättchen im Wind, das durch die Luft wirbelt und nicht weiß wohin, aber dennoch seine Umgebung ganz genau abscannt und mehr mitkriegt und weiß, als man ihm zutraut.
Marla und Almaras sind Robins Zieheltern, wirklich tolle Stammesanführer. Dann wären da noch die Kinder Minna und Flora, eine kleine süße Maus, aber auch die Köchin Donia, der arrogante Titus, der loyale Sepo und provozierende Jendrik und obwohl sie alle sehr verschiedenen sind, bilden sie besonders zum Ende hin eine große Gemeinschaft.

In Anbetracht dieser Muskeln sind die Männer meines Stammes alle Mädchen.
S. 13

An der Schreibstil von Julie Heiland musste ich mich erst gewöhnen. Sie schreibt in Präsens und recht kurze Sätze. Oft sind es nur Schlagworte. Aber dieser knappe Schreibstil hat sehr gut zu Robins Einstellung im Leben gepasst.
Die Spannung fand ich am Anfang ziemlich hoch. Es war alles neu und aufregend, in der Mitte plätscherte für mich die Geschichte ein bisschen vor sich hin, die Tage und Training und Treffen verstrichen, aber so richtig vorwärts ging es nicht. Als es dann jedoch wieder konkreter wurde, ein Plan entstand, war ich wieder gefesselt.
Am Ende des Buches gibt es schon einen kleinen Ausblick auf Band 2 Blutwald. Ich stecke gerade so in der Materie um die Leonen und Tauren drin, dass ich am liebsten sofort weiterlesen möchte.
Zwischen einigen Kapitel befindet sich auch immer eine kurze Sicht in die Gedankenwelt des Herrschers der Tauren. Birkaras. Dies hat das ganze aufgelockert und den Leser oft mit Rätseln hinterlassen, welche ich sehr wirkungsvoll fand.

Fazit:

Bannwald hat mich positiv überrascht und ist eine ganz neue Idee mit viel Potenzial. Ich fühlte mich gut unterhalten und hoffe, dass der Geschichte in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

 
<3 Fiorella

Kommentare:

  1. Das Buch wartet hier darauf, gelesen zu werden! Jetzt bin ich noch mehr gespannt! Lg Verena von Books-and-cats

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  2. Huhu,

    hmm ich glaube ich sollte mir dieses Buch genauer anschauen. Es wird ganz schön oft gelobt...Aber irgendwie hat es mich bis noch so gar nicht interessiert...

    Liebe Grüße
    Alina

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    1. Ich dachte am Anfang auch, dass es nichts für mich ist. Vielleicht wäre eine Leseprobe nicht schlecht :-)

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  3. Hallo,
    an den Schreibstil musste ich mich auch erst gewöhnen. Mit Robin konnte ich aber nicht so viel anfangen, da war mir Katniss viel lieber^^
    Ich bin aber auch mit hohen Erwartungen an das Buch gegangen. Bin nun gespannt auf band 2

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  4. Hallo Fiorella,

    dir ist eine wirklich sehr aussagekräftige und ausführliche Buchbesprechung gelungen. Bannwald ist ein wirklich guter Auftakt der Reihe. Die Geschichte konnte sich in den Folgebänden sogar noch steigern. Kann man wirklich unbedingt weiterempfehlen :-)

    Liebe Grüße, Kay

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    1. Wow, danke für das Kompliment :-) Das freut mich echt

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