Sonntag, 19. April 2015

Rezension zu Dustlands - Der Herzstein vom Moira Young

Ohne Ziel.



Inhalt vom Buchrücken:

Gefahr. Verrat. Leidenschaft. Nichts ist gewiss, und niemand ist sicher in dieser großartigen Endzeitfantasy.
Saba ist mit ihrem Zwillingsbruder Lugh und ihrer kleinen Schwester Emmi unterwegs nach Westen, um ihren Freund Jack zu treffen. Doch der Weg durch die Dustlands ist gefährlich. Jemand hat einen Preis auf Sabas Kopf ausgesetzt. Jack wird gefangen genommen und muss mit den Soldaten des neuen Machthabers weiterziehen. Kann man ihm noch trauen? Ohne Rücksicht auf ihre Familie und Freunde zu nehmen, will Saba Jack auf eigene Faust befreien und fällt dabei dem Feind direkt in die Arme.

Meine Meinung:

Hm, ich tue mich ein bisschen schwer mit dieser Rezension. Ich fand den ersten Band einfach klasse, dieser ungewöhnliche Schreibstil, die vielen überraschten Wendungen....und umso überraschter war ich, dass Der Herzstein ganz anders war, als ich es mir vorgestellt hatte - leider im negativen Sinne.

Saba, Emmi, Tommo und Lugh ziehen nach Westen. Saba möchte sich dort wieder mit Jack treffen, der vorher zu seiner alten Freundin Molly reist, um ihr vom Tod Ikes zu erzählen.
Den Einstieg in das Buch fand ich noch richtig gut. Denn gleichzeitig merken Jack und die Truppe, das sich seit Vikar Pinchs Tod einiges gewandelt hat. Die Tonton haben nun einen neuen Herrscher - DeMalo, sind gepflegter und verfolgen ein neues Ziel.
Insgesamt fand ich diese Idee sehr interessant und dieser Fanatismus eine bessere Welt zu erschaffen, erinnert mich ein bisschen an unsere deutsche Geschichte.
DeMalo möchte die Muttererde retten und wieder eine alte Welt erschaffen mit wunderschönen Wäldern, Tälern und himmelblauen Ozeanen und Flüssen - weg mit dieser ewigen Trockenheit.
Doch er greift dabei zu radikalen Methoden, indem die Alten und Kranken rücksichtslos ermordet werden und junge Frauen, sobald sie schwanger werden in ein Gebärhaus kommen.
Doch aus seinem Munde klingt das alles echt plausibel.

Gleichzeitig ist Saba mit ihrer Suche nach Jack beschäftigt, doch Jack ist nicht mehr der, der er einmal war und zur anderen Seite übergewechselt. In ihrer Trauer und Wut rennt sie direkt in DeMalos Arme.
Und sie fällt dem Feind buchstäblich in die Arme mit Leib und Seele. Mit Haut und Haar - und diese Entwicklung fand ich wieder sehr gut und hätte gern diese Szenen etwas länger gehabt, als nur so eine kurze Episode.
Am Ende geht alles wieder ganz rasant und schnell, im einen Moment heißt es Hiii, im nächsten Haaaa, es war ein Hin du Her, ein Sprung von Links nach rechts und manchmal hatte ich den Eindruck wussten die Charaktere einfach nicht, was sie eigentlich wollten.

Genau das zog sich für mich durch das ganze Buch.
Die Protagonisten reisten hier hin und schleppten sich dorthin und da kam ihnen wieder das dazwischen, aber es gab für mich kein erkennbares Ziel.
Außerdem wirkte der erste Band für mich noch halbwegs realistisch, aber nun driftete die Geschichte ziemlich stark in den Fantasybereich.

Denn Saga kommt nicht damit klar, dass si so viele Menschen getötet hat. Immer wieder erscheint vor ihrem Auge Epona. Saba wird verrückt, sieht die Geister der Toten um sich herum, spricht mit der Luft und dreht im wahrsten Sinne durch. Sie schrubbt nicht vorhandene Blutflecken von ihren Händen, bis diese ganz wund gescheuert sind und ist einfach nicht mehr in der Lage mit ihrer Armbrust oder einem Pfeil zu schießen. Sie zittert und bekommt Schweißausbrüche und der Todesengel in ihr scheint erlöscht.
Diese Entwicklung fand ich wieder sehr authentisch, dass all das Blut, dass an ihren Händen klebt sie verfolgt, aber das was sich daraus entwickelte, wurde mir ein bisschen zu kitschig und gehörte für mich nicht mehr zur eigentlichen Story, sodass ich dadurch den Eindruck gewonnen habe, dass Moira Young vom roten Faden abgewichen ist.

Was ich schade finde ist, dass jetzt plötzlich Satzzeichen im Buch waren, denn diese fehlten in Band 1 und haben es dadurch zu etwas besonderem gemacht. Doch ihr ungewöhnlicher Schreibstil wurde zum Glück beibehalten und auch wenn ich mich erst wieder einlesen musste, rutscht man ganz schnell rein und liest fließend und zügig durch die Seiten.
Ich mag ihren Schreibstil. Einfach weil er mal ganz anders ist, als gewohnt und genau dadurch auch eine ganz eigene Wirkung erzielt.

Der Spannungsbogen sieht ein bisschen aus wie eine Cosinuskurve. Es beginnt spannend und unterhaltsam, zur Mitte hin flacht es drastisch ab und ich habe ehrlich gesagt den Sinn nicht so ganz verstanden und auch mal Seiten überblättert und zum Ende hin, wurde es dann wieder richtig toll, wie ich es aus Band 1 kannte, sodass ich lauter Überraschungen erfuhr und interessante Einwürfe und insgesamt fand ich das ganze Aufwirbeln zum Schluss hin ganz gut.



Fazit:

Also mein Lesen habt ihr bestimmt gemerkt, dass ich selbst ziemlich unentschlossen bin. Viele Idee fand ich wirklich gut, aber viele andere Sachen eben auch nicht. Ich bin nicht ganz glücklich, aber auch nicht ganz dem Handlungsstrang abgeneigt und entscheide ich mich daher für solide drei Genießer. :-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hey, wenn ihr euch bei mir melden wollt, einfach mal nur zum Quatschen ;) oder weil ihr nützliche, kreative und fabelhaftwunderbare Tipps und Tricks für mich habt....dann schreibt mir doch einfach über meine E-Mail:
lady-principessa@t-online.de

Ich würde mich sehr freuen.