Mittwoch, 4. März 2015

Rezension zu Remember - Winterzauber von Andrea Bielfeldt

Ein Roman zur Liebe und zur Musik
 
 

Inhalt vom Buchrücken:

Eine Autopanne auf dem Weg in ihre Heimat beschert Hannah eine Begegnung mit ihrer Jugendliebe Nick. Doch als wäre das nicht genug, erscheint dazu noch Nicks Bruder Momo auf der Bildfläche, der mit seinen Erinnerungen alte Wunden wieder aufreißt und ihr zeigt, dass man die erste Liebe niemals vergisst...
Meinungen der Leser: "Liebe, Freundschaft und Vertrauen, sollte man seinem Herzen folgen oder doch auf den Köpf hören? Bin ich ein Kopfmensch? Für mich eine absolut gelungene Liebesgeschichte, mit vielen Hochs und Tiefs."
"Remember lässt einen mitfühlen und packt durch Unterwartendes."



Meine Meinung:

Erstens muss ich erst mal sagen: Mir gefällt das Cover einfach total gut. Diese verspielten Eisblumen und -Sterne passen sehr gut zur Jahreszeit in dem Buch.
Richtig: Winter.
Die Handlung geht in etwa kurz vor Heiligabend los und endet an Silvester. Wie gut, dass ich mich noch wunderbar an die Kälte in dem Buch gewöhnen kann, draußen ist es ja leider immer noch nicht warm :D

Aber nun zum Buch:
Hannah fährt ein altes Schrottauto und ist gerade auf dem Weg zu ihren Eltern als das kleine Auto natürlich seinen Geist aufgibt. Doch lange bleibt Hannah nicht allein, denn ihre alte Jugendliebe Nick gabelt sie auf und damit geht die Geschichte auch schon so richtig los.
Ich habe den Anfang wirklich sehr genossen. Es war einfach herrlich Hannah und ihre sprunghafte Art kennenzulernen.
Im ersten Moment hüpft sie noch fröhlich zu Nick ins Auto, um keine drei Sekunden einfach wieder auszusteigen. Sehr schön diese Szene!
Da habe ich mich gleich am Anfang in das Buch verliebt.

Im weiteren Verlauf des Abends, gesellen sich neben ein, zwei oder sogar drei Autounfällen auch noch Momo (Nicks Bruder) und eine Kopfverletzung dazu. Alles in allem sehr viel Trubel und Hannah landet schließlich im Krankenhaus.
Dort begibt sie sich dann ihren Grübeleien hin und der Leser bekommt Licht ins Dunkel, was denn nun eigentlich zwischen ihr und Nick und ihr und Momo und Nick und Momo ist und dann gibt es ja plötzlich noch eine Laura! Ah da ahnte ich schon Böses: Eine Dreieckbeziehung!
Normalerweise bin ich kein Fan von Dreiecksbeziehung. Nie können sich die Hauptprotagonisten entscheiden, lieben beide und dann wieder beide doch nicht, aber ich muss sagen, diese hier hatte es wirklich in sich und hat mir am Ende doch wieder gut gefallen.
Es war einfach realistisch aufgebaut. Wir alle kennen die Scheingefühle und manchmal glaubt man jemanden zu lieben, obwohl man vielleicht nur alten Zeiten nachtrauert oder eine andere freundschaftliche Liebe empfindet.

Die Handlung ist klar aufgebaut. Die ganze Zwickmühle von vor acht Jahren scheint sich noch einmal aufzurollen und Hannah hat das Gefühl den gleichen Fehler noch einmal zu begehen, dennoch kann sie es beinahe nicht verhindern.
Intrigen bauen sich auf, Missverständnisse türmen sich dazwischen und zwischen alle dem steht die Erinnerung - Remember.

Im Mittelteil des Romans war ich zeitweilig echt frustriert! Ich wollte Hannah schütteln, ja ihr die Augen öffnen. Da hat sie die Liebe direkt vor ihrer Nase, aber wegen einem kleinem falschen Blick stürzt ihr ganzes Märchenkartenhaus zusammen und sie zieht sich zurück in ihre Grübeleien und auch Momo - man. Er ist so ein toller Mann, ehrlich, ich finde ihn einfach göttlich, aber auch er sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht und beide stehen sich irgendwie nur selbst im Weg.
Der Mittelteil hat mir dadurch auch nicht ganz so gefallen, weil es sich ziemlich in die Länge gezogen hat, immer dieses Missverstehen und Hin und Her, aber es wirkte absolut authentisch.
Gern hätte ich mir hier ein paar mehr Stellen von Momo und Hannah zusammengewünscht, denn oft hocken sie getrennt bei Familienmitgliedern und Freunden, aber reden jeweils über den anderen.

Im letzten Drittel nimmt dann alles noch mal richtig an Fahrt auf. Ich war wieder sehr begeistert und habe die Zeiten nur so weggelesen. Aber die Autorin hat mich echt auf ihren Seiten noch ein bisschen zappeln lassen. Ich dachte die ganze Zeit, na los! Komm schon! Jetzt! Und dann war noch hier die Verzögerung und hie rund ich dachte gleich bleibt mein herz stehen. Es ist nahezu fast perfekt, der letzte Funken fehlte noch und ich dachte, gleich platzt wieder die schöne Seifenblase!
Es war echt nervenaufreibend und ich musste mich zwischenzeitlich an die Decke katapultieren, um nicht selbst ins Buch zu springen und beiden Liebenden endlich mal einen Schubs in die richtige Richtung zu geben.

Und das Ende! Hach, das war so romantisch! Ich habe diese Szene gleich dreimal gelesen - man das fand ich echt schön und würde sich bei einer Verfilmung richtig genial machen. Ich habe das schon so vor meinem inneren Auge - hihi. Ja, das ist wirklich ein tolles Sahnehäubchen zum Schluss!

Hannah ist ein sehr eigener Charakter. Auf der einen Seite ist sie durchaus selbstbewusst, will mit ihrem Kopf durch die Wand und hat auf jeden Fall Humor. Sie ändert gern mal ihre Meinung, spielt Amnesie vor und lässt sich leider sehr schnell einwickeln. Sie hat einfach ein zu gutes Herz und sieht das Gute im Menschen, auch wenn sie weiß, dass selbst Nick nicht der Krohnsohn seiner Eltern ist.

Moritz, genannt Momo ist echt sexy. Musik bedeutet ihm alles und changed his life, welches er auch als Tattoo hat). Er trägt lange Rastalocken und spielt leidenschaftlich Schlagzeug. Er ist ein richtiger Musiker, der bekannte Bad Boy.
Doch auch Momo hat seine weichen Seiten, eine andere, stark sensible Haut und ist doch im Grunde auch nur ein Mann, der Liebeskummer hat.
Wenn er eine Veränderung braucht, dann muss es für ihn gleich ein Einschnitt ins Leben sein.

Nick ist der Sonnyboy der Familie, der blonde Göttersohn mit dem Dackelblick, der alles bekommt, was er will und sich nimmt, wie es ihm gefällt. Er ist das komplette Gegenteil von seinem Bruder, wird schnell aufbrausend und eifersüchtig und stellt Besitzansprüche an Eigentum, das ihm nicht gehört. Am Anfang fand ich ihn noch ganz nett. Jeder macht mal Fehler. Aber im Laufe des Buches graute mir immer mehr vor diesem Mann und leider sind solche Scheinmenschen Realität.

Irene, eine Krankenschwester fand ich wieder so sympathisch, sie hätte ich gern zur Freundin. Eine wirklich bewundernswerte Frau, mehr möchte ich noch nicht über sie und ihre Rolle im Buch verraten.

Flip ist der Bruder von Hannah. Auch er scheint ein wirklich toller großer Bruder zu sein, allerdings hatte er eine ziemliche Oberlehrermasche drauf und sprach oft in Rätseln. Sein Statement dazu: Denk mal drüber nach.

Insgesamt fand ich die Charaktere wirklich gut ausgearbeitet wobei mir aber Nick und Irene noch besser gefallen haben von ihrer ganzen Entwicklung der Persönlichkeit her als Hannah und Momo. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass sich bei Nick und Irene ihre Charaktereigenschaften erst zum Ende hin voll entfalten und bei Hannah und Momo steckt man einfach von Anfang an in ihrem Kopf mit, weiß ihre Gedanken und Gefühle und kennt sie dadurch schon besser.

Der Schreibstil hat mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen. Es war flüssig zu lesen und die Dialoge waren wirklich zum Spaß haben! Ich konnte die Kontrahenten förmlich vor mir sehen und ja die Dialoge sind gelungen, ganz wunderbar.
Allerdings fand ich ein paar Dopplungen bei bestimmten Ausdrücken, so wollten die Protagonisten beispielsweise öfter mal Tacheles reden. Gern hätte ich beim wiederholten Mal einen anderen Begriff gelesen, wie Klarschiff machen oder was an dieser Stelle eben gut gepasst hätte.

Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Hannah und Momo geschrieben, wobei ich es ganz toll fand, dass die letzten Kapitel aus der Sicht eins Mannes geschrieben wurden.
Das gibt nochmal diesen besonderen Romantikkick, wenn der Mann sein weiches Herz zeigt :)

Zwischendrin gibt es immer wieder Rückblendungen in die Vergangenheit von vor acht Jahren. Sie spielen eine wesentliche Schlüsselrolle natürlich zu Remember.

Ganz am Ende des Romans gibt es sogar noch ein Interview mit der Band Drop Down Smiling. Die Band und ihr Song "Time slows down" hat Andrea Bielfeldt zart mit in die Geschichte eingewoben.

Fazit:

Insgesamt hat mir Remember - Winterzauber wirklich gut gefallen. Der Mittelteil schwächelte zwar etwas, dafür konnten mich aber der erste und letzte Drittel des Buches restlos begeistern.
Die Charaktere waren authentisch und liebevoll gestaltet, die Dialoge spritzig zu lesen und nicht zu Letzt wartet das Buch auch noch mit interessanter neuer Musik auf!



1 Kommentar:

  1. Liebe Fiorella :)
    Wow - so eine tolle und ausführliche Rezension zu meiner Geschichte! Ich bin von den Socken :)
    Mit einem Grinsen im Gesicht habe ich deine Worte gelesen und kann mir bildhaft vorstellen, wie du in das Buch kriechen wolltest, um Hannah und Momo zu schütteln :) So ging es mir beim Schreiben auch ;)

    Ich danke dir sehr, dass du dir die Zeit für das Buch genommen und eine so ausführliche, wundervolle Bewertung geschrieben hast!

    Ganz herzliche Grüße
    Andrea

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