Donnerstag, 26. März 2015

Rezension zu Extradunkel von Gabrielle Zevin

Der beste Band von allen drei
 
 
 
Inhalt vom Buchrücken:
 
New York 2084: Wasser und Papier sind knapp. Kaffee und Schokolade sind illegal, und Anya Balanchine, junge Erbin eines Kakao-Imperiums, kämpft um ihren Traum und die große Liebe. Einerseits die Gefühle eines jungen Mädchens und andererseits die Verantwortung einer erwachsenen Frau diese Herausforderung musste Anya Balanchine schon als 16jährige meistern. Und auch jetzt, zwei Jahre später, zeigt sich ihr das Leben öfter bitter als süß. Um sich ihren Traum von einem Nachtclub zu erfüllen, in dem Kakao als Heilgetränk angeboten werden darf, geht Anya einen Deal mit ihrem ehemaligen Erzfeind Charles Delacroix ein. Und muss dafür mit Wins Liebe bezahlen, der ihr das nicht verzeihen kann. Oder vielleicht doch?
 
 
 
Meine Meinung:

Ich habe lange auf das Finale gewartet und war ziemlich gespannt, wie die Autorin denn nun Anyas leben im Schatten des Mafiaclans und dem illegalen Handel mit Schokolade, beendet.
Anyas Familie ist ziemlich weit verzweigt, streckt sich über die Kontinente von USA bis Russland und China. Innerhalb ihrer großen Familie gab es schon immer Mord und Todschlag und einmal mehr muss Anya auch in diesem Band um ihr Leben fürchten als sie es schafft Schokolade legal zu machen.
Sie eröffnet einen Nachtclub und wird auf dem Schlag berühmt. Gemeinsam mit ihrem Freund Theo Marquez, den sie während ihres Aufenthaltes auf der Kakaoplantage in Mexico in Band 2 kennenlernet, kreieren sie tolle Kakaogetränke. Das Besondere: Schokolade ist in den USA illegal und verboten.
Doch Anya schafft es mithilfe ihres Anwalts und Vater ihres Exfreundes Win ein System aufzubauen, dass Ärzte Rezepte auf Kakao ausschreiben, da Schokolade ja bekanntlich gegen Kopfschmerzen ect. hilft.
Die New Yorker laufen Sturm, sogar einstige Feinde, wie Anyas ehemalige Gefängniswärterin besuchen ihren Nachtclub.
Anyas Erfolg macht sie zielstrebiger und entschlossen, sodass sie bald ein Kakaoimperium aufbaut mit mehren Standorten in San Francisco  und Japan und zu einer Kette wird.
Mit nur 21 Jahren ist sie reich, berühmt und hat das erreicht was ihr Vater mehrere Jahrzehnte versucht hat. Die Schokolade zu legalisieren.
 
Das Buch verläuft schnelle und rasanter als die anderen Male. Diesmal begleiten wir Anya von ihrem 18. Geburtstag ganze drei Jahre lang auf ihrem Werdens weg. In dieser Zeit trifft sie Entscheidungen, falsche aber gute, sie liebt und lernt, aber der Erfolg hat auch seinen Preis.
Anya hatte nie ein leichtes Leben. Ihre Mutter verstarb früh, ihr Vater wurde ermordet, ihre Nana starb, und weitere Cousins und Familienmitglieder werden niedergestochen.
Schon früh war sie für ihren zwar älteren aber nach einem Unfall geistig behinderten Bruder Leo und für ihre kleine Schwester Natty verantwortlich. Und obwohl Anya vom Alter her sehr jung ist, scheint sie eine weise alte Frau zu sein.
Sie steht mitten im Leben, ist verantwortungsbewusst und längst nicht mehr der kleine rebellische und sture Teenager wie in Band 1.
Besonders jetzt im letzten teil hat sie noch mal einen gewaltigen Entwicklungssprung hingelegt. Doch ihre Sturheit ist ihr geblieben. Wenn sie etwas will, dann zieht sie das auch durch. Sie hat keine Angst und ist hart im nehmen.
Aber das lässt sie für Außenstehende auch gefühlskalt werden. Sie hat Angst vor der Ehe, der Liebe, bekommt Schwierigkeiten ihre Gefühle in Worte auszudrücken und ist im Generellen kein Gefühlsmensch, weint nie und gesteht sich keinerlei Schwäche zu, so muss auch Anya im Laufe des Buches nach einem missglückten Mordversuch wieder lernen ins Leben zu finden und damit zurecht kommen, dass sie auch einmal auf die Hilfe von anderen angewiesen sein muss, um zum Beispiel zu laufen.
Dieser Part hat mir besonders gut gefallen.
 
Win mochte ich am Anfang gar nicht. Eiskalt verschwindet er aus Anyas Leben und stellte sie vor die Wahl. Ihn und Liebe oder Eröffnung eines Nachtclubs. Anya hat sich entschieden und somit haut er ab nach Boston. Sie sehen sich fast über zwei Jahre lang nicht, haben nur über ihre kleine Schwester Natty ein wenig Kontakt. In dieser Zeit hat er andere Freundinnen und auch Anya fällt anderen Männern auf.
Aber sie ist kein Mensch für die Zweisamkeit. Immer wieder redet sie sich ein als Einzelgänger leben zu müssen und zu wollen und dies sei auch ihre Bestimmung. Sie ist ein sehr negativer Mensch, jedem von Grund auf misstrauisch gegenüber und steht ihrem Glück oftmals selbst im Weg.
 
"Du verlässt Win, den Jungen, den du angeblich liebst, weil dir die Liebe nicht reicht. Ich biete dir Freundschaft, einen gemeinsamen Beruf und Spaß, aber das ist dir auch nicht genug. Du willst keine Liebe, aber dann wieder doch. Bist du schon mal auf die Idee gekommen, dass du mit nichts wirklich zufrieden bist?"
Seite 184
 
Ich finde dieses Zitat trifft es ziemlich genau.
Das Ende hat mir wirklich gut gefallen. Es war zwar kein Hurra-Ende und nicht wirklich viel Spektakel, sondern eher ein ruhiges Abklingen, aber es war auf seine Weise schön, weil ich als Leser weiß, dass auch Anya ruhig ihrem Leben entgegentreten kann und dass sie jemanden an ihrer Seite hat, der sie hoffentlich immer wieder zurück auf den Teppich holt und ihr die Augen für das Wahre im Leben öffnet.
 
Der Schreibstil ist zügig und schnell zu lesen. ich finde immer wieder, dass die Autorin eine ganz eigene Art hat zu schreiben. es gibt viele Kapitel mit langen Überschriften, wie man sie aus alten werken kennt und vieles wird übersprungen, schließlich müssen drei Jahre in ein Buch passen, aber das wesentliche ist dann doch da und auch die Ruhe diese Zeit und einzelne Momente genießen zu können.
Das Buch ist aus der Sicht von Anya selbst geschrieben und manchmal kommentiert sie auch dazwischen, was sie sich damals bloß dachte, als sie diese und dieses Entscheidung traf und nun heute, während die ihr Leben nieder schreibt, schon wesentlich reifer ist.
 
Fazit:
 
Extradunkel hat mir am besten von allen drei Bänden gefallen, zumal auch sehr viel mehr passiert ist. der Spannungsbogen war auch wesentlich höher und im Allgemeinen fand ich es einen guten Abschluss, der sich an die anderen Bände anpasste und auch auf sie aufbaute.

 

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