Mittwoch, 4. Februar 2015

Rezension zu Sternschnuppenstunden von Rachel My Intyre

Es ist schön.
Aber traurig. Traurig schön.
 
 

Inhalt vom Buchrücken:

Wie wehrt man sich gegen fiese Sprüche und gemeine Angriffe? Aus bitterer Erfahrung weiß Lara: gar nicht. Denn alles, was sie versucht hat, hat ihre Lage nur noch schlimmer gemacht. Deswegen hält sie still, zieht den Kopf ein und fragt sich, ob sie nicht doch schuld ist an der ganzen Misere. Das ändert sich, als sie Ben trifft. Die Stunden mit ihm sind bald die einzigen Lichtblicke in Laras Leben. Durch seine Augen sieht sie sich in einem neuen Licht: Sie ist klug, witzig und hübsch, und was ihr passiert, ist Mobbing der übelsten Sorte. Gemeinsam suchen sie einen Ausweg aus Laras Situation. Und es könnte ihnen gelingen, wäre da nicht ein Problem: Ben ist Laras Lehrer.

 
 
Hardcover mit Aufkleber, ab 14 Jahren
304 Seiten, 15,3 x 21,5 cm
ISBN 978-3-7348-5007-3
16,96€

Meine Meinung:

Puh, ich muss das Buch erst mal innerlich verarbeiten, und am besten geht das wenn ich hier meine Rezension schreibe.
Lara ist ein bildhübsches Mädchen mit Modelmaßen und wilden roten Haaren, intelligent und ein Mobbingopfer hoch drei.
Ich gar nicht fassen, dass dies so lange gehen konnte, so schlimm und dass sich nie jemand eingemischt hat, denn mal ehrlich - irgendwer MUSS es doch einfach mitgekriegt haben.
Sie lebt in einer Sozialwohnung, ihrer Mutter geht putzen, ihr Vater ist Alkoholiker, das bietet eine Menge angreifbaren Stoff für Molly und Sam, ihre Hauptfolterer.
Wo es nur geht wird Lara schikaniert, öffentlich im Bus gedemütigt. Doch es bleibt nicht nur bei erniedrigenden Sprüchen, wie die ständige Einhämmerung, das sie hässlich ist, keine Freunde hat, ein Looser ist, alle sie hassen, nein Molly und ihre Clique werden auch handgreiflich, schießen Fotos von ihr auf der Toilette, zünden ihre Haare an, reißen ihr die Kleider vom leib usw. usf.
Ich fand es echt schrecklich dass alles zu lesen und wie Lara das alles einfach hinnimmt, nur ihrer Mutter zu liebe, damit nicht noch mehr finanzielle Sorgen und Chaos in die Familie hineinbrechen.

Erschreckend finde ich auch, dass sie ihrem Leben einer Packung Caprisonne verdankt - das lasse ich jetzt mal zum Nachdenken so stehen.

Und dann kommt Ben Jagger. Ein Traumtyp, mit einem Megawattlächeln, verstrubbelter Surferfrisur, gebräunter Haut und alle fragen sich: Warum ist dieser Gott von Mann Lehrer? Er könnte Filmschauspieler sein, der geborene Star!
Er ist charmant, aufmerksam und obwohl er alle Mädchen der Schule haben könnte, weil ihn natürlich alle anhimmeln, entscheidet er sich für die stille, schüchterne, aber umwerfende Lara.

Die Geschichte verläuft geradlinig und ist im Tagebuchstil geschrieben, dadurch werden manche Szenen sehr gekürzt dargestellt und ich hätte mir manches etwas ausführlicher und intensiver gewünscht.
Ich konnte mich nicht in alle Situationen, besonders in den romantischen hineinversetzen, weil es für mich sehr sachlich wirkte, als würde ich einen Report lesen, wie sich eine Schülerin in ihren Lehrer verliebt.
Zunächst treten sie bei einem gemeinsamen Schulprojekt in Kontakt. Lara darf ihm bei einer Talentshow assistieren, aber irgendwann ist auch diese vorbei und es wird zwischen Schülerin und Lehrer kompliziert, da sie ihre Beziehung zueinander verheimlichen müssen.
Laras Mobbingattacken verstärken sich und auch zu Hause spitzt sich die Lage immer mehr zu.
Lara verstrickt sich immer mehr in Lügen, heimlich wegschleichen, verwandelt sich in eine bibbernde Salzsäule und setzt sich nicht zur Wehr obwohl sie Karate kann.
Diesen Teil habe ich ehrlich gesagt auch nicht ganz verstanden. Immer wieder wird betont, dass Lara Karate macht, dorthin geht,, dass alles kann, aber sie setzt ihre Techniken kein einziges Mal ein.

Wir begleiten Lara vom 1. Januar bis in den Juli hinein und erleben ihren stressigen Schulalltag mit.
Das Ende war eine Überraschung für mich und ich hätte es mir gern anders gewünscht. Irgendwie war ich da auch viel zu sehr auf dem Romeo und Julia-Trip, die Liebe besiegt alles.
Es ist nachvollziehbar, aber auch traurig.
Besonders das letzte Kapitel beschreibt noch einmal einfühlsam was Mobbing mit einem Menschen macht und wie sich solche Personen an eine Person, die sie liebt und wertschätzt klammern und sich von dieser Person abhängig machen, weil sie deren einzige Lichtblicke im Leben waren.

Der Schreibstil ist direkt, aber mir viel zu sachlich. gern hätte ich noch mehr Gefühle, intensivere Austausche gelesen, aber die Idee eines Tagebuches fand ich sehr schön.
Insgesamt ist die Geschichte rund gestaltet, der Anfang und das Ende haben mich gefesselt, nur in der Mitte gab es einen kleinen Hänger, weil einfach nichts anderes außer grausige Schicksalsschläge passierten und mich das Buch teilweise etwas depressiv und niedergeschlagen machte.
Dennoch versucht die Autorin besonders am Anfang mit einer lockeren Schreibweise den Leser aufzuheitern und das ein oder andere Mal musste ich bei so viel Dramatik und Übertreibung auch Lachen.

Fazit:

Das Buch behandelt ein sehr ernstes Thema aus der Sicht einer 16-jährigen, komplizierte Familienverhältnisse und vor allem, dass man sich wehren und mit jemanden über das Thema sprechen sollte.
Insgesamt hätte man an der einen oder anderen Stelle noch etwas ausbauen können, aber trotzdem hat es mir ganz gut gefallen, vor allem der Umgang zu einem solch sensiblen Thema.


 

 
<3 Fiorella

Kommentare:

  1. Schöne Rezi :) Mobbing ist echt ein ernstes Thema. Finde ich gut, dass es darüber ein Buch gibt :) Lara scheint es ja wirklich nicht leicht zu haben. Warum muss es den ausgerechnet auch noch der Lehrer sein? :-O Naja, wünsche dir noch eine schönen Mittwoch.

    LG
    Leni

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    1. Ja das ist die Tragik in der Geschichte...
      danke das wünsche ich dir auch. :-)

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  2. Huhu liebe Fiorella,

    eine sehr schöne Rezension!
    Ich bin schon richtig gespannt auf das Buch :3
    Ich werde wohl diese Woche damit beginnen :)

    Liebste Grüße,
    Nenya

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    1. Oh da freue ich mich ja dann schon auf deine Meinung!

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  3. Hallöchen :)
    Eine sehr schöne Rezension hast du geschrieben. Ich habe dich auf meiner Rezension zu dem Buch verlinkt. ;)

    Liebst, Lotta

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    1. Oh Dankeschön. Das freut mich jetzt aber als Überraschung am Abend :-)

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