Dienstag, 13. Januar 2015

Rezension zu Ich versprach dir die Liebe von Priscille Sibley

Eine Botschaft an die Ethik, Moral, Pflicht und Vernunft - oder aber was das Herz empfiehlt



Inhalt vom Buchrücken:

Nach einem tragischen Unfall liegt Elle im Koma, ohne Hoffnung auf Heilung. Schon immer hat sie sich gegen lebensverlängernde Maßnahmen ausgesprochen. Doch dann erfährt ihr Ehemann: Seine Frau ist schwanger - und er weigert sich, die Maschinen abstellen zu lassen - Was bedeutet es, über Leben und Tod eines geliebten Menschen, der keine Stimme mehr hat, entscheiden zu müssen?

Meine Meinung:


Das Buch hat mich nicht so berührt, wie ich gehofft habe.
Die Handlung ist klar gegliedert und wird aus der Sicht von Elles Ehemann Matt geschildert.
Matt ist Neurochirurg und gerade im Dienst als seine Frau ins Krankenhaus eingeliefert wird. Sie fiel von der Leiter und schlug sich den Kopf an.
Es ist absurd. Sie hat sich nichts gebrochen, nicht den Bein, nicht mal die Lendenwirbelsäule. matt weiß mit seinen medizinischen Kenntnissen, dass seine Frau nicht mehr zu Retten ist. Schon von Anfang an. Er kennt sich auf dem Gebiert der Neuchirurgie bestens aus, sah die Werte und Kurven, die Messungen und Apparate seiner Frau, las die Krankenberichte - er hat Zugang zu alles und kann seine Frau nicht retten. Auch nicht durch eine Operation. Sie ist Hirntod. Ihre Hirnaktivität liegt bei 0.
Nur ihr Körper funktioniert und lebt, ihr Herz schlägt und in ihrem Leib wächst ein Baby heran, noch ein winziger Fetus ohne erkennbare Form.

Im Laufe der Geschichte gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. 10 Jahre vor dem Unfall. 15 Jahre vor dem Unfall, 4 Jahre vor dem Unfall, in denen sich Matt erinnert.
Er ist seit seiner Kindheit mit Elle aufgewachsen. Sie lebten in Nachbarhäusern, waren beste Freunde, verliebten sich, trennten sich, er verlobte sich mit einer anderen, sie lebte acht Jahre mit einem 10 Jahre älteren Mann zusammen und doch blieben sie all die Zeit in Freundschaft. Sie konnten ihre seelische Verbindung zu einander einfach nicht ignorieren, fanden wieder zueinander und heirateten.

Elle war ein Mensch, der Kinder über alles liebte. Sie wollte unbedingt eine Familie gründen, doch er Wunsch blieb ihr aufgrund ihrer Autoimmunerkrankung verwehrt. Sie erlitt vier Fehlgeburten. Sonst sind Fehlgeburten im klinischen Alltag nichts besonderes mehr. Viele Frauen haben damit zu kämpfen, doch meist verlieren sie ihrer Kinder am Anfang der Schwangerschaft.
Bei Elle aber passiert es erst später, aufgrund ihrer Autoimmunerkrankung. Das letzte Baby Dylan, erneut eine Totgeburt verloren sie im achten Monat.
Elle liebte Kinder. Sie tat alles für sie, ließ sich sogar Spritzen geben, obwohl sie sich davor fürchtete und würde sogar ihren Traum ins Weltall zu reisen dafür platzen lassen.

Auf der anderen Seite musste sie als junges Mädchen mit gerade einmal 15 Jahren mit ansehen wie ihre Mutter an Krebs starb. Ihre Mutter Alice wäre längst verstorben, hätte man sie nicht an lebenserhaltene Maschinen angeschlossen. So musste sie noch wochenlang leiden, verspürte Schmerzen und es war kein Leben mehr.
Genau das wollte Elle nicht! Sie schwor sich, nie unter solchen Bedingungen sterben zu wollen, setzte eine Patientenverfügung auf in der sie angab an keine lebenserhaltene Maßnahmen angeschlossen zu werden.

Und da beginnt das Dilemma. Matt, der es sich nicht leisten kann, um seine hirntote Frau zu trauern will sie am liebsten zurück. Er weiß, dass sie niemals aufwachen wird, sein wissenschaftlicher Verstand weiß es, doch tief in ihm drin, hofft er natürlich immer noch auf ein Wunder. Und er weiß, was Elle wollte: Kinder.
Somit setzt er alles dran, dass Elle an die lebenserhaltenen Maschinen angeschlossen wird, und somit das Baby austrägt auch wenn dafür nur eine sehr sehr geringe Chance besteht, dass das Baby überlebt.
Auf der anderen Seite gibt es da aber noch ihren Bruder und Matts Mutter, die felsenfest davon überzeugt sind, dass Matt Elle unrecht tut. Sie wollte nie an Maschinen angeschlossen werden. Sie wollte nicht so leben und man sollte diese Maschinen abstellen.

Beide Parteien, Matt mit seinem Freund und Anwalt Jake, Elles bester Freundin und ihr Vater auf der einen Seite und Matts Mutter, Elles Exfreund, ihr Bruder auf der anderen Seite.
Im Jetzt, in den Kapitel Tag 1, Tag 3, Tag 25 usw. usf. erleben wir das Verfahren im Gereicht, sitzen hautnah im Gerichtssaal dabei, als die Zeugenstände aufgerufen werden, als Beweismateriale gesucht, Tagebücher durchforstet werden, aber auch wie das Verhältnis zwischen den Familienmitgliedern sich verändert, aber auch weiter entwickelt.

Ich fand diese Problematik unglaublich spannend. Ich war gleich auf der Seite von Matt, aber das liegt an meiner persönlichen Einstellung zu der Thematik. Die Spannung war vorhanden. Ich wusste bis zum Schluss nicht wie es ausgehen wird und ob dass Baby überhaupt gesund oder generell überlebt, als Elles Nieren versagen und immer mehr ausfällt.
Mir hat es Spaß gemacht in den Klinikalltag einzutauchen, und Gespräche zu lesen in denen mit Fachbegriffen nur so um sich geschmissen wird.
Dennoch konnten mich nicht alle Passagen gänzlich überzeugen. Viele Kapitel, die weit in der Vergangenheit liegen habe ich nur überflogen und überblättert, weil ich das Jetzt spannender fand.

Der Schreibstil von Priscille Sibley war wirklich angenehm zu lesen, aber ich war nicht emotional berührt. Ich konnte mich einfach nicht in Matt hineinversetzen und daher fehlte mir die Nähe zum Protagonisten und eine tiefe Verbundenheit mit dem Geschichte konnte leider nicht aufkommen.

Ich fühle mich im Nachhinein wie ein Außenseiter, der einen Zeitungsartikel dazu gelesen hat. Die Story und der Aufbau sind schön, aber teilweise häufen sich immer und immer wieder die gleichen Fragen und es geht einfach nicht vorwärts. Wir bleiben auf der Stelle stehen. Und obwohl das Buch recht dick ist, steckt nicht so viel dahinter, weil immer wieder Wiederholungen auftauchen.
Trotz allem fand ich es sehr interessant diese Problematik zu lesen.

Fazit:

Die Idee dahinter, der Aufbau und die authentischen Geschehnisse im Gerichtssaal, sowie im Klinikum haben mich überzeugt. Der Schreibstil, die Rückblicke in die Vergangenheit und die Emotionalität waren mir allerdings zu schwach.

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