Samstag, 3. Januar 2015

Rezension zu Das falsche Herz des Meeres von Hilke Rosenboom

Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön....
 
 

Inhalt vom Buchrücken:

Da schloss sich die Luke über ihr mit einem dumpfen Schlag. Das Schiff ruckte, oben knallten die Segel, der Schoner drehte sich langsam und nahm im nächsten Augenblick Fahrt auf. Der Gedanke hatte es schwer, sich in Leevkes Kopf festzusetzen. Das Schiff hatte den Anker gelichtet und war in See gestochen – und sie, Leevke Magnussen, 14 Jahre alte Kapitänswaise von der Insel, konnte nicht glauben, dass sie geraubt worden war ...
Nach einer abenteuerlichen Schiffspassage findet sich die Kapitänstochter Leevke im März 1855 in einem Palast in Rabat wieder – umgeben von unermesslichem Luxus, gefangen wie in einem goldenen Käfig. All ihre Hoffnungen ruhen auf dem reichen Kaufmannssohn Hanrib el Aniil, der versprochen hat, für ihre Heimkehr zu sorgen. Als Hanrib sich ihr entzieht, flieht sie nach Venedig, kommt bei einem jüdischen Seidenhändler unter und schlägt sich schließlich bis in ihre Heimat durch. Doch das erzwungene Schicksal und die Begegnung mit Hanrib haben einen anderen Menschen aus ihr gemacht,

Meine Meinung:

Ich habe bereits die Teeprinzessin von Hilke Rosenboom gelesen und dieses Buch gehörte zu meinen liebsten Büchern im Historischem Genre.
Das falsche Herz des Meeres habe ich von Nickis Gewinnspiel "Blinddate mit einem Buch" gewonnen und es passte wie die Faust aufs Auge!
Ich bin so happy, denn obwohl dieses Buch verdächtig viele Parallelen zur anderen Geschichte aufweist, stand es doch auf eigenen Beinen und konnte mich wieder begeistern.

Zur Handlung brauche ich nicht mehr viel sagen, das steht bereits oben im Klappentext, dennoch ist alles unvorhersehbar und es kommt wie der Wind die Segel treibt, wohin es uns verschlägt.
An die Namen musste ich mich am Anfang noch gewöhnen, aber ich habe mich recht schnell eingefunden und kann nur immer wieder betonen, dass Hilke Rosenboom wunderschöne, bildhafte, exotische Romane schreibt, die in der Vergangenheit, um die halbe, sogar ganze Welt reisen.
Hier durchlebt man wirklich eine Reise im wahrsten Sinne des Wortes, von der kalten Nordsee, über England und nach Arabien und immer mit dabei fachmännische Kenntnisse über das Segeln.

Leevke hat wilde rote Locken, ist stur und hartnäckig. Sie ist selbstbewusst, weiß was sie will, hilfsbereit und trotz ihrer 14 bis hin im Laufe des Buches 18 Jahren eine erstaunlich reife Person. Ich mochte sie wirklich sehr. Sie bietet fremden Männern Parole, lässt sich nicht unterbuttern und ist überhaupt ein sehr offener, Wissbegieriger Mensch. Sie lernt schnell, ist flink und hat ein scharfes Auge, wie freches Mundwerk.
Einen weiteren zentralen Punkt bildet ihre Freundin Johanna. Zuerst mochte ich sie. Sie ist eine lebensfrohe Person, die nichts auf das Geschwätz der Leute im Dorf gibt, aber nach und nach rutscht se durch ihre Liebe zu Edelsteinen immer mehr und mehr hinab, bis sie mit nicht ganz rechten Dingen nach Jahren wieder auf der Bildfläche erscheint und eine zwar absehbare, aber dennoch schockierende Charakterwandlung vollzogen hat.

Alle anderen Charaktere wie Hanrib, Ebba, Leevkes kleine Schwester mit Hinkebein, Willem und Minin eine Amazone, sowie den Hausherr über den Palast Yakoub mochte ich wirklich sehr. Am meisten hat mich Yakoub fasziniert, der nichts von dummen Weibern hält und eine große Liebe zur Bibliothek besitzt. Die Passagen in denen Leevke in die staubige Welt der Bücher eintaucht haben mir wirklich gut gefallen.
Auch als es sie nach Venedig verschlägt und sie in den Seidenhandel einsteigt...wow. Da hat es mir echt die Sprache verschlagen.
Es sind so viele tolle Kleinigkeiten die mir gefallen, nicht nur die kunstvolle Verarbeitung der Seide, sondern auch die Beschreibung eines Schiffsbruches oder wie sie Tage und Nächte lang das Steuer führt, als fast die gesamte Mannschaft krank unter Deck ums Leben kämpft.
Hilke Rosenboom schraubt so authentisch und mit einer so eigenen Energie - ich habe das Buch in zwei Tagen durchgelesen und wieder nach der letzten Enttäuschung mehr Lust auf historische Romane verspürt.
Ich bin in diesem Genre sehr wählerisch, aber ich denke es werden noch weitere Bücher von ihr auf meiner Wunschliste landen.

Fazit:

Spannend geschrieben, wunderschöner fesselnder Schreibstil, authentische Charaktere. Ich werde das Buch bestimmt noch ein zweites Mal lesen.
Danke Nicki :-) Das war echt mega super!

Kommentare:

  1. Dieses Buch habe ich vor einigen Jahren auch gelesen (Damals noch mit anderem mMn schönerem Cover). Es ist soo toll. Deine Rezi hat das gerade wieder zurück gebracht ^^
    Ist "Die Teeprinzessin" wirklich auch so gut? Dann kommt das auf die Wunschliste ^^

    Liebe Grüße,
    Lena

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    1. Ja stimmt. Ich habe schon gesehen dass es noch ein Cover mit einem Mädchen darauf gibt.
      Ja also mir hat die Teeprinzessin genauso gut gefallen. Die Handlung ist ähnlich mit Schiffsreisen, aber doch noch ein bisschen anders.

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