Sonntag, 7. Dezember 2014

Rezension zu Stigmata von Beatrix Gurian

Psychisch ganz schön harter Toback
 
 

Inhalt vom Buchrücken:

Kurz nach dem Tod ihrer Mutter erhält Emma von einem unbekannten Absender eine alte Schwarz-Weiß-Fotografie, die ein Kleinkind zeigt. Dem Foto beigefügt ist die rätselhafte Aufforderung, die Mörder ihrer Mutter zu suchen. Angeblich soll Emma die Täter in einem Jugendcamp finden, das in einem abgelegenen Schloss in den Bergen stattfindet. Dort stößt sie immer wieder auf unheimliche Fotografien aus der Vergangenheit des Schlosses. Und auch in der Gegenwart häufen sich die mysteriösen Zwischenfälle …




Meine Meinung:

Das Buch hat mich echt zum Schlucken und Knabbern gebracht!

Die Handlung steigt ein am ersten Tag des Camps. Der Leser wird direkt in das Geschehen geworfen und erlebt mit wie Emma auf dem Schloss ankommt und wie sich schon am allerersten Tag mysteriöse Vorfälle anhäufen.
Die Autorin hält sich nicht mit langen Vorreden auf, stattdessen geht es gleich zur Sache und ich habe schon nach den ersten paar Seiten einen Schock erlitten.

Seltsame Methoden und psychische Spielchen werden dort gespielt und immer wieder passiert etwas, wo ich dachte, mir bleibt das Herz stehen. Das grenzt an Wahnsinn! Und nach einer Sekunde des Machtspiels verpufft die ganze Aufregung und zurück bleibt ein sehr sehr mulmiges Gefühl.
Ich möchte dem Inhalt nicht zu viel vorweg nehmen, aber teilweise hat es mich an Isola erinnert. Ein Spiel das außer Kontrolle gerät!

Doch so gut mir Isola gefallen hat, Stigmata hat dies bei weitem noch übertroffen. Hin und her gehen die Vermutungen, wer hinter all dem steht, was es mit den einzelnen Personen auf sich hat und der Leser rätselt unfreiwillig mit, bekommt die Chance sind eine eigene Meinung zu bilden und muss dann seine ganzen so grandios klingenden Ideen wieder über den Haufen werfen, weil das der nächste Einschlag in das gruselige Chaos explodiert.

Zwischen den Kapiteln im Jetzt, gibt es auch immer wieder Rückblenden ein paar Wochen zu vor, was Emma unmittelbar nach dem Autounfall ihrer Mutter widerfährt, bis schließlich immer wieder Kapitel in die Zeit der 60 er Jahre eintauchen und Agnes, ihre Mutter mit blutjungen 16 Jahren begleiten. Es ist schaurig, wo sie damals und vor allem wie sie damals gelebt hat. Ich dachte wir sind im Mittelalter!
Das alles so mitzuerleben - das ist unfassbar traurig und nach und nach entstand zwischen den Texten über Agnes, als junges Mädchen, die ihre ganze Überlebenskraft durch ihren Glauben an Gott bezog und der sanften Mutter, die nie etwas mit Kirche zu tun haben wollte ein Zusammenhang.
Und da all mit drin, hängt das drohende Netz von Stigmata, was der Schlüssel zu allem zu sein scheint.
Ich konnte vorher mit Stigmata nicht viel anfangen, aber jetzt - mir schauert's, wenn ich daran denke und der Titel ist für mich perfekt gewählt.

Emma hat mir aus Hauptprotagonistin sehr gut gefallen. Ihre Verhaltensweisen fand ich sehr gut nachvollziehbar, aber manchmal wow. Da musste ich sie für ihren Mut einfach bewundern. Sie ist zäh und entschlossen, furchtlos und selbst wenn die nackte Angst ihren Hals runterkriecht, schleicht sie durch dunkle Gänge und versucht mit allen Mitteln mehr über ihre Mutter heraus zu finden. Ihr Misstrauen war berechtigt, aber auch ein leichtes Hindernis, sodass sie bestimmte Personen falsch - zu Unrecht- einschätzte.
Sophia ist Emmas Mitbewohnerin. Ich fand sie am Anfang eher unsympathisch, nach und nach mochte ich sie mehr, bis sie wieder Sympathiepunkte verlor und auf der Leiter wieder hochkletterte. Es war ein Hin und Her und aus ihrem Charakter und ihren Verhaltensweisen wurde ich einfach nicht schlau.
Tom und Phillip hatten den männlichen Part inne.
Tom blieb für mich leider ziemlich blass, dafür erfuhr ich sehr viel über Phillip, über seine Vergangenheit aber auch ihn als Person.
Die Betreuer sind alle sehr uneinschätzbar. Sie alle waren irgendwie in eine Decke aus Lügen und Verwirrungen verwickelt und konnten sich bis zum Ende nicht ihre Knoten lösen und sich noch aus dem Schlamassel, in den sie da hineingerutscht waren befreien.
Und dann gibt es da noch die zahlreichen Gestalten aus Agnes Vergangenheit wie die Leiterin Gertrud, eine sehr grausame, kalte Person und Martha, Agnes einzige Freundin, die den Schlüssel zu den zahlreichen Fotografien im Buch trägt.

Die Aufmachung von Stigmata - Nichts bleibt verborgen hat mir wirklich sehr gut gefallen. Alles ist in grün, schwarz, weiß gehalten. In Abständen sind immer wieder schaurige Fotos eingedruckt, die man auf dem ersten Blick nicht genau erkennt, vieles lässt sich erahnen, aber wenn diese dann im Text auftauen und man sie sich genauer betrachtet, dann bekam ich schon manchmal einen Kloß im Hals.
Manche Briefe und Einschübe haben einen leicht grünlichen Hintergrund, die Überschriften sind verschnörkelt und generell macht das Lesen in diesen wunderschönen Seiten einfach Spaß.
 
Der Schreibstil von Beatrix gefällt mir sehr gut. Sie schreibt schön bildlich, verwendet tolle Vergleiche und man fiebert und denkt einfach mit Emma mit. Manches wirkte auf mich etwas neutral geschrieben, aber das könnte auch an Emmas rationalem Denken liegen, um überhaupt aus der Sache herauszukommen, denn zu viel Emotionalität ist ja auch nicht immer gut.
 
Am Anfang kam ich schwer hinein. Ich musste mich wirklich erst ein paar Seiten einlesen, ehe ich so richtig in das Buch eintauchen konnte und es dauerte zunächst recht lange bis mich die Spannung packte. Aber dann war sie da, dass ich das letzte Drittel an einem Abend und ein Teil der Nacht durchlesen musste, weil ich das Buch nicht weglegen konnte. Erstens, hätte ich nicht gut schlafen können, da es ja doch teilweise richtig gruselig ist und zweitens wollte ich nun endlich erfahren, was dahinter steckt und wie sie alle miteinander verwickelt sind.
 
Fazit:
Ein wirklich gelungenes Buch, wieder ein wunderbarer Einzelband und obwohl ich nicht so der Krimi-Thriller-Fan bin, gehört Stigmata für mich zu den wirklich gut geschriebenen Büchern mit einem interessanten Plot, der erst nach vielen Abgabelungen zu einer gemeinsamen Hauptstraße führt.
 
 
Leseprobe                 Buchtrailer                    Fotografien
 
 


<3 Fiorella


Kommentare:

  1. Bei dem Buch war ich immer noch ein wenig unsicher. Aber jetzt hast du mich überzeugt! Das Buch wird hoffentlich bald bei mir einziehen! :)
    Spätestens, wenns als TB heraus kommt. :)

    Liebe Grüße und einen schönen zweiten Advent! <3

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  2. Das Buch habe ich auch schon so lange im Blick! Deine Rezension macht aber so richtig Lust darauf, es klingt spannend, wenn die Hauptstraße verlassen wird. Schön geschrieben!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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