Donnerstag, 13. November 2014

Rezension zu Türkisgrüner Winter von Carina Bartsch

Hab ich schon gesagt, dass ich diese Dilogie liebe?



Inhalt vom Buchrücken:
 
Geschichten muss man nicht nur lesen, man muss sie spüren. Gut aussehend, charmant und mit einer Prise Arroganz raubt er Emely den letzten Nerv: Elyas, der Mann mit den türkisgrünen Augen. Besonders zu Halloween spukt er in ihrem Kopf herum. Doch was bezweckt er eigentlich mit seinen Avancen? Und wieso verhält er sich nach dem ersten langen Kuss mit einem Mal so abweisend? Nur gut, dass Emelys anonymer E-Mail-Freund Luca zu ihr hält. Das noch ausstehende Treffen mit Luca sorgt für ein mulmiges Gefühl. Dann verstummt auch er. Hat Emely alles falsch gemacht? Sehnsüchtig erwartet: Emely und Elyas are back!


Meine Meinung:


In meinem Bewertungssystem habe ich unter 5 Genießern/Sterne angegeben:

Perfekt!
Hier kann der Schreibstil holprig sein und ich kann einen Charakter nicht mögen , denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.
Aber:
Ich musste entweder laut lachen (Schmunzeln zählt nicht), bis ich Bauchkrämpfe bekam oder heulen, sodass ich ebenfalls Bauchschmerzen habe, Tränen mir über die Wangen laufen und ich die ganze Nacht nicht schlafen kann, weil mir das Buch auch den Rest der Woche im Kopf herumspukt.
Dann: Wenn ich lache oder weine.
Dann!
Ist es ein gutes Buch.
Mehr als gut.
 
Tja, so erging es mir bei Türkisgrüner Winter!
Die Handlung stieg unmittelbar da ein, wo sie bei Kirschroter Sommer endete. Es fiel mir nicht schwer gleich einzusteigen, denn ich hatte alles noch sehr bildlich vom ersten Teil im Kopf - die Geschichte zwischen Elyas und Emely hatte sich so in meinem Gehirn eingebrannt, sie bleibt da bestimmt noch eine Weile stecken.
 
Das Buch starte mit einer Halloweenparty, ich hätte nie gedacht, dass man so viele lange Kapitel über eine Halloweenparty und seine Folgen schreiben kann, aber ich wollte, dass diese magische Nacht nie wieder aufhört. Ich schwebte auf Wolke 7 und war mit mir und meiner Umwelt gerade voll und ganz zufrieden.
Natürlich war es schon im ersten teil vorhersehbar, was dann passiert, aber es war trotzdem ein Schock wie das ganze aus dem Ruder läuft.
Leider muss ich sagen fand ich den Selbstzerfleischungsteil und das ewige Einbuddeln in Selbstmitleid und Selbsthass dann doch ziemlich lang.
Es tauchen so viele ungenutzte Chancen, so viele mysteriöse Fälle, das Dinge plötzlich verschwinden auf und Elyas und Emely haben sich diesmal echt schwer miteinander getan.
Ich konnte ja verstehen, dass Emely verletzt war, aber ich glaube, ich hätte Elyas schon längst verziehen und hätte mir wenigsten seine Worte angehört.
 
Aber obwohl mich dieser doch recht lange Teil genervt hat, mochte ich ihn und ich liebe dieses Buch. Frau Bartschs Schreibstil hat etwas so greifbares, so lebendiges an sich - ich fühle mich den Charakteren mit - ich liege abends im Bett und muss lachen, meine Beine zappeln hin und her, ich möchte aufspringen und durch die Gegend hüpfen, jemand umarmen, tanzen und mich ausleben - mir kommen entweder vor Lachen, vor Heulen oder einfach nur vor Rührung von Elyas sentimentalen Gesten die Tränen. Ich muss dann fest die Augen zusammenkneifen, in die Decke beißen und arrrggghh - dieses Gefühl, wenn in meinem Bauch alles flattert und meine Glieder aufgeregt zappeln - das passiert mir wirklich nur bei wirklich guten Büchern.
Mich durchströmte beim Lesen ein solcher Schwall Glücksgefühle, um ein paar Seiten weiter im Sud der Traurigkeit zu versinken.
 
Emely ist einfach Emely. ein Tollpatsch, der überall stolpert, kaum stolperfrei laufen kann und nur Mist labert, ständig nervös wird - so wir wie sie aus dem ersten Teil kennen und lieben.
Ich kann gut mit Emely fühlen, besonders die Szene zu Halloween, in der sie Elyas fünfmal folgt und im letzten Moment doch abweicht und durch die nächste Tür flüchtet, weil sie sich dann doch nicht traut ihn anzusprechen.
Oh ja, das kommt mir von mir selbst sehr bekannt vor.
Aber Emely ist so stur! Und warum kann sie sich nicht einfach mal freuen, wenn jemand sie mag, ja liebt? Warum muss sie sich selbst immer quälen, indem sie sich fragt - das kann gar nicht sein er will bestimmt etwas anders, warum sollte er mich mögen?
Sie muss immer alles verdrehen und sich als Opfer sehen - immer steckt ein zerstörerischer und verletzender Grund für sie dahinter - warum, macht Emely es sich bloß so schwer? Es könnte so einfach sein.
Und das fand ich nach einer Weile einfach frustrierend. ich wollte in das Buch springen, Emely an den Schultern packen und sie kräftig durchschütteln.  Ja ich wollte sie ihr eigenes leben als Buch lesen lassen, damit sie endlich aus ihrer Blindheit erwacht!
Aber dann überrascht sie wieder mit ihren süßen Antworten, dass ich sie trotzdem gern habe.
 
Elyas! Schmacht. Ich will auch einen Elyas!
Was er nicht alles für Emely und auch seine Mitmenschen wie Jessica tut. Er kam mir so selbstlos vor und er war fast nicht mehr als arroganter Mistkerl aus dem ersten Teil wieder zu erkennen.
Ich bewundere diesen Mann - Wahnsinn.
 
Auch die anderen Charakter sind genau wie im ersten Teil ihrer definierten Rolle im Roman gleich geblieben. Alex, das Modepüppchen und Sebastian, der angehende Psychologe. Oh man, das kam so was von in ihm durch. Ihn mochte ich von den Nebencharakteren am Meisten.
 
Dann lernen wir diesmal Emelys und Elyas Eltern ein bisschen besser kennen. Emelys Vater ist ein Goldschatz, ihre Mutter - ich glaube sie erinnert mich stark an meine Mutter :D
Elyas Eltern - Gott, wie peinlich, dachte ich mir immer wieder beim lesen, aber trotzdem unglaublich liebenswürdig.
 
Was mir sehr gut gefallen hat, besonders zum Ende hin - es gab eben doch noch andere Probleme auf der Welt als die komplizierte Beziehung zwischen Elyas und Emely.
Jessica! Ich fand das sehr gut, dass die Autorin diese traurige Thematik mit aufgegriffen hat - auch gab es philosophische, tiefgründige Gesprächsthemen, wie zum Beispiel der eigentliche Sinn des Arztberufes aus dem Ruder gelaufen ist und noch viel mehr.
 
Der Schreibstil ist einfach wunderbar. Gut und flüssig zu lesen, zum verschlingen. Witzige Dialoge, die so authentisch rüberkommen, Dialoge, die sich so nahtlos in die Umgebung einfügen - ich flog nur so durch die Seiten.
Die Spannung war besonders im ersten und letzten Drittel des Buches vorhanden. In der Mitte plätscherte die Geschichte ziemlich lange vor sich hin, die Ereignisse waren nicht überraschend, aber süß.
 
Fazit:
Es ist nicht alles rund, aber ich liebe es trotzdem!
 
 
<3 Fiorella
 

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