Dienstag, 25. November 2014

Rezension zu Amy on the summer road von Morgan Matson

Eine einfühlsame, ruhige und schöne Geschichte.
 
 
 
Inhalt vom Buchrücken:
 
Eine zarte Liebesgeschichte und eine verrückte, wilde Reise quer durch Amerika  - Seit dem Tod ihres Vaters hat sich Amy völlig zurückgezogen. Als ob nicht alles schlimm genug wäre, beschließt ihre Mutter von Kalifornien an die Ostküste zu ziehen, und Amy soll nachkommen … im Auto mit einem wildfremden Jungen! Amy ist verzweifelt. Doch dann steht Roger vor ihr – total süß und irgendwie sympathisch. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und sind sich einig: Amys Mom hat sich für den Trip die langweiligste aller Strecken ausgesucht! Und so begeben sie sich kurzerhand auf eine eigene, wilde Reise kreuz und quer durch die Staaten. Und während Amy noch mit ihrer Vergangenheit kämpft, merkt sie, wie sehr sie diesen Jungen mag ...


 
Meine Meinung:
 
Zum Inhalt brauche ich nicht viel sagen. Die Geschichte ist klar konzipiert, zwei Jugendliche, die sich gemeinsam auf eine Reise mit dem Auto quer durch Amerika begeben...neue Orte entdecken, ihren Träumen nachrennen und sich ihrer Vergangenheit stellen.
 
Der Roman ist eine schöne ruhige Geschichte. Lange habe ich schon nicht mehr eine solche einfühlsame Geschichte lesen, die auch ohne viel Action und Spannung auskommt und einfach schön ist. Sie hinterlässt bei mir einen wehmütigen Nachklang und ich bin etwas traurig, dass die Reise schon vorbei ist. Ich habe sie in nicht mal 24 Stunden ausgelesen.
 
Auch die besondere Gestaltung an dem Buch mag ich sehr - denn innerhalb der Seiten sind immer wieder Eintragungen aus dem Scrapbook/ Reisetagebuch von Amy enthalten, Fotos sowie Kassenbons von den verschiedensten fast Food - Ketten, wobei Amy und Roger die meiste Zeit nur Root Beer und Cream Soda trinken und von einem Panke und Burger zum nächsten schlingern.
Matson spricht sensible Themen an - den Verlust des geliebten Vaters, Drogenprobleme, verzweifeltes Verdrängen, sowie Liebeskummer, die erste Liebe - und das alles auf eine sehr ruhige Art und Weise, die wie eine leise, melancholische Musik mich beim Lesen begleitete.
Und obwohl nicht viel aufregendes passierte, musste ich doch immer weiter lesen - einfach weil es so schön war neben Amy und Roger im Autor zu sitzen, die Landschaft an mir vorüber ziehen zu sehen und Musik zu hören.
 
In der Tat spielt die Musik auch hier eine große Rolle und Rogers und Amys Playliste (zumeist Rogers) sind im Buch abgedruckt worden.
Ich habe so die Eigenart, dass ich gerne Lieder höre und Bücher lese, die von den Buchprotagonisten gemocht werden und so habe ich mir nebenbei die Musik angehört.
Manches gefällt mir, manches nicht, anderes hinterließ einen Ohrwurm.
Mit der Musik im Ohr, die gerade im Radio lief wirkte dieser Roadtrip gleich noch viel authentischer.
 
Allerdings denke ich, dass manches ausbaufähiger gewesen wäre, so stoßen Amy und Roger ausschließlich auf fantastisches Essen und eins ist besser wie das andere (ich hätte es ganz witzig gefunden, auf etwas nicht ganz so genießbares zu stoßen) und auch die leise Liebesbeziehung, die sich zwischen den Beiden im Hintergrund abspielte, kam so wirklich erst auf den letzten Seiten um Vorschein und dann endete auch schon das Buch - ein bisschen halboffen, sodass sich der Leser sein eigenes schönes Ende ausdenken kann.
 
Amy fand ich sehr sympathisch. Sie hat feuerrote Haare, und möchte sich seit dem Tod ihres Vaters nur noch Verstecken - außer auf der Bühne, wo sie für kurze Zeit in fremde Rollen mit neuen Gefühle und Gedanken hineinschlüpfen kann. Sie hört gerne Musicalmusik und möchte gerne Schauspielerin werden.
Roger fand ich ein bisschen langweilig, aber ich mochte seine sanfte Art, seine Hartnäckigkeit und seine Laune, Spiele wie 20 Questions zu spielen.
Er hat sehr gut zu Amy gepasst und wirkte viel älter und reifer, als er wahrscheinlich war.
 
Besonders gelungen fand ich Matsons Nebencharaktere. Sie waren alle so unglaublich nett und lieb und hatten alle ihre eigenen Tücken. Bronwyn und Lucien habe ich sofort ins Herz geschlossen.
Verrückte Modefetischistin aber Helferin und Herzlichkeit so groß wie das Universum und ein Knigge-Experte mit einem außergewöhnlichen und sehr interessanten Hobby.
Ich hoffe wirklich, dass Amy und Roger zu den beiden Kontakt halten.
Dann gab es da noch Charlie, Amys Zwillingsbruder. Ich musste ihn einfach mögen - schon von Anfang an und im letzten Drittel des Buches - da gibt es noch mal einen besonders schönen Moment zwischen ihm und seiner Schwester.
 
Matsons Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. es war nicht aufregend und es war auch nicht wirklich eine Spannung vorhanden, aber es einfach mal zum Lesen genießen - und irgendwie habe ich jetzt Lust genau diese Strecke, der beiden im echten Leben auch einmal lang zu fahren, denn gut beschrieben ist sie alle mal. Ich möchte gerne dort zum Essen halten wie sie und ja - ich will das die Sonne mich blendet und ich mich weigere eine Sonnenbrille zu kaufen und das Gefühl erleben auf der einsamsten Straße Amerikas zu sein.
 
Danke Matson. Jetzt habe ich ein neues Reiseziel / - oder eher eine Route ohne Ziel.
 
 
<3 Fiorella
 
 
 

Kommentare:

  1. Huhu :)
    Tolle Rezi! Hast du schon die anderen Bücher von ihr gelesen? Morgan Matson ist glaube ich echt meine Lieblingsautorin. Sie schreibt so wundervoll und ihre Charaktere (besonders die Nebencharaktere) sind immer so voller Leben.
    Nachdem ich das Buch gelesen hatte, hatte ich auch den Drang, auf einen Roadtrip nach Amerika zu gehen, aber so heftig :D
    Was ich auch richtig cool fand, ist, dass sie die Tour einfach selbst gemacht hat, bevor sie angefangen hat zu schreiben. Deshalb ist es wahrscheinlich auch so authentisch geworden.
    Roger. Du fandst ihn ein bisschen langweilig? Oh, ich fand ihn so perfekt. Er ist zwar ruhig, aber wenigstens mal einer, der kein Bad Boy ist. Er ist so fürsorglich und ahh. Einfach toll.
    Das Ende fand ich leider auch ein bisschen zu abrupt, auch wenn ich das Buch defintiv nicht kritisieren will. Denn als Ganzes ist es einfach so wunderschön und als ich es beendet hatte, ist es noch lange in meinem Kopf geblieben.
    Ich fands halt ein bisschen schade, dass man von der Liebesbeziehung nicht noch mehr mitgekriegt hat.
    Okay. Sorry für den Roman hier. Aber sowas muss ich einfach mal rauslassen, wenn ich eine Rezi zu meinem Lieblingsbuch sehe und alles wieder hochkommt. :D
    Liebste Grüße <3

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    1. Ach Steffi,
      das freut mich. Ich liebe lange Kommentare. Das ist schön. :-)
      Also ich weiß gar nicht - wie viele Bücher hat sie denn geschrieben? Auf meiner Wunschliste ist gerade Dreizehn Wünsche und ein Sommer - jaaa, den Roadtrip möchte ich auch machen.

      Ja einerseits hast du ja Recht. Es gibt schon ziemlich viele Bad Boys, aber dann hätte ich mir bei ihm vielleicht ein bisschen Humor oder noch irgendetwas anderes gewünscht.
      Aber das liegt wahrscheinlich an meinem generellen Geschmack, weil ich selbst eher ruhig bin, brauche ich einen lebhaften Wuselhund. :D
      Alles Liebe,
      Fiorella

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