Sonntag, 7. September 2014

Rezension zu Weit weg und ganz nah von Jojo Moyes

Einfach wunderschön....




Inhalt vom Buchrücken:
 
Einmal angenommen, dein Leben läuft alles andere als rund.
Dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Aber dir fehlt das Geld, um ihren Traum zu ermöglichen.
Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher ...
Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern auf der Straße - und genau der Mann, dem das Geld gehört, steht vor dir und bietet an, euch mitzunehmen?
Würdest du einsteigen?
Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?
Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

Meine Meinung:
 
Ich liebe bereits ihren ersten Roman "Ein ganzes halbes Jahr". Von da an war klar. Jojo Moyes hat einen wunderschönen Schreibstil. Allerdings hat mich der zweite Teil vom Inhalt her nicht zum Kaufen gereizt und ich wartete. und siehe da: Mit ihrem dritten Roman kam ein neues, einfach romantisches Buch mit liebenswerten Charakteren, mit Höhen und Tiefen im Leben, herbei.

Die Handlung ist einfach. Da gibt es eine Frau, die jeden Tag aufs neues auf die harte Probe ihrer Existenzsicherung gestellt wird. Sie hat zwei liebe Kinder, die beide ebenfalls ihr Päckchen ans Last mit sich herumtragen und dann gibt es da diesen kühnen Plan - eine Chance - und einen reichen Mann, dessen Leben gerade komplett aus dem Ruder läuft.
Und dieser Haufen, zwei Kinder, eine verzweifelte, sture, optimistische Frau, ein Hund und ein Computernerd, der weder Kochen kann, noch mit Kindern was am Hut hat machen sich in einem Auto auf einen verrückten Roadtrip auf nach Schottland.
Und dann gibt es noch diesen Hund! Unglaublich, das Tier!

Es dauert recht lange, bis Jess und Ed aufeinander treffen. Jojo Moyes gewährt uns zunächst tiefe Einblicke in das Leben ihrer beiden Hauptprotagonisten und wenn wir uns als Leser erst einmal ein klares Bild von der Situation und den Personen geschaffen haben - dann geht die Reise los.
Sie ist unerwartet, schlicht, dann wieder aufregend und birgt so manche Überraschungen. Wer glaubt, dass eine Drei- Tage-Reise mit einem Tempo von höchstens 40 Kilometern pro Stunde ruhig und schläfrig verläuft - der irrt sich gewaltig!

Auf dem Weh nach Schottland greift die Autorin viele verschiedene Probleme auf. es geht um Ungerechtigkeiten, Vorurteile über Menschen in Sozialsiedlungen, Vorurteile über Putzfrauen, über eigene Vorlieben, Vorurteile über Menschen mit einem sehr stabilen Umfeld. Es geht um das Thema Mobbing, Internet, Geld und Existenznöte. Familienverhältnisse, Ernährung, Toleranz und umso viel mehr, als ich je hier aufschreiben könnte.
Dies alles verpackt Jojo Moyes witzig und auf eine so unterhaltsame Art und Weise, das sich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte.

Jess ist 27. Putzfrau. Alleinerziehend. Sie hat einen schweigsamen Stiefsohn, der sich in seiner eigenen Welt einschließt und eine zehnjährige Tochter Tanzie.
Doch sie liebt ihre Kinder. Sie näht Kleidung, liebevoll mit Glitzerpailetten, sie akzeptiert sie so wie sie sind und hat ein starken Gerechtigkeitsdrang. Sie möchte immer alles richtig machen, ein gutes Vorbild für ihre Kinder sein und ist einfach eine tolle und starke Frau, die mit ihrem Optimismus glänzt, weil sie Flip Flops trägt in der Hoffnung auf Frühling, weil sie immer daran glaubt, dass alles gut und besser wird und deren Motto zu sein scheint: Es gibt immer ein Happy End. Am Ende wird alle gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.

Von Ed war ich besonders überrascht. Er war mir sofort sympathisch und obwohl er fremde Kinder sein Auto verwüsten , einen riesigen schwarzen stinkenden Hund seine Rücksitze vollsabbern lässt, schafft er es durchzuhalten. Er ist ein guter Mensch. Zu gut und handelt sich dadurch Schwierigkeiten ein. Aber er hat auch ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Er steht zu seinem Wort und hält seine Versprechen. Er ist ein Gentleman und zeigt ein sehr erwachsenes Verhalten. Verantwortungsbewusst.

Nickiy, der Junge mit dem schwarzen Eyeliner, der raucht und Ballerspiele spielt ist ein sehr netter Junge. Er kümmert sich um seine Schwester, seine Ziehmutter. Er hat es nicht leicht im Leben. Die Prügelei scheint ihn an den Rand des Todes zu bringen, aber auf der Reise entwickelt er sich unheimlich weiter und lernt sich selbst kennen. Diese Entwicklung fand ich sehr realistisch.

Tanzie ist ein Mathegenie, ein süßes Mädchen mit Brille und einfach zuckersüß und zum gern haben. Ich habe ihre Handlungen und Sichtweise sehr gut nachvollziehen können. Sie ist für ihr Alter ziemlich schlau, aber doch noch kindlich geblieben.

Der Hund. Es ist schon krass, aber das Tier wirkte so lebendig wie noch nie in einem Buch. Jojo Moyes hat es geschafft den Hund ei n echter Teil der Familie werden zu lassen, den man hassen und lieben lernt und seine Tat am Ende des Buches hat mich einfach zu Tränen gerührt. So ein guter Hund!

Natürlich gibt es noch viele weitere Charaktere, wie Deanna Lewis, eine falsche Schlange, Nathalie ein gute Freundin, Gemma, Eds hartnäckige, aber herzensgute Schwester, die Eltern, Marty, der Ex von Jess.....

Ich muss gestehen: natürlich haben die Charaktere manchmal genervt, manches war einfach - aarggh ich hätte sie erwürgen können, aber sie waren alle so facettenreich - sie wirkten echt. Sie waren nicht perfekt, aber das verlangt ja auch keiner, weil gerade ihre Macken und Fehler, all die unvollkommenem Menschen zusammen eine perfekte kunterbunte Einheit bildeten. Sie waren aus dem Leben, einfach von der Straße weggegriffen worden und zwischen die Seiten verbannt.

Die Sicht ist meistens von Jess und Ed geschrieben, ab und zu gewährt uns die Autorin aber auch Einblicke aus den Augen eines Kindes, entweder von der 1o- jährigen Tanzie oder des pubertierenden 16-jährigen Nicky.
Der Spannungsaufbau fand ich war nicht so stark. Ich hatte jetzt nicht so das kribbelnde Gefühl oh Gott was passiert als Nächstes und ich glaube das der Fokus in diesem Buch auch ncht auf der Spannung liegt. Klar, Jojo Moyes hätte die eine oder andere Stelle spannender ausarbeiten können, aber ich fand es gut so wie es ist.

Ich finde ihren Schreibstil wieder höchst originell. Sie hat eine ganz eigene Art zu schreiben. Sie legt viel Wert auf Beobachtung, lustigen Details. Es war flüssig zu lesen und ich bin immer wieder überrascht, wie sie manche Dinge in Worte packt.

Fazit:
Nicht ganz so gut wie Ein ganzes halbes Jahr, was wohl daran liegt, dass es nicht so tränenreich war. Aber insgesamt eine genauso lesenswerte Geschichte. Eine vielfältige Reise in unsere Gesellschaft und auch ein Statement, wie gut es vielen Menschen doch geht besonders bei einem Sozialsystem wie in Deutschland.

Kommentare:

  1. Das klingt so toll - muss ich mir unbedingt bald mal zulegen!
    Tolle Rezi! <3 :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön Selina,
      bin gespannt, was du dann davon hälst.

      Löschen

Hey, wenn ihr euch bei mir melden wollt, einfach mal nur zum Quatschen ;) oder weil ihr nützliche, kreative und fabelhaftwunderbare Tipps und Tricks für mich habt....dann schreibt mir doch einfach über meine E-Mail:
lady-principessa@t-online.de

Ich würde mich sehr freuen.