Dienstag, 19. August 2014

Rezension zu Clockwork Angel von Cassandra Clare

 
Ich liebe es!!! Noch besser als Die-Chroniken-der-Unterwelt!
 
 

 

Inhalt vom Buchrücken:
London, 1878. Ein mysteriöser Mörder treibt in den dunklen Straßen der Stadt sein Unwesen. Ungewollt gerät Tessa in den Kampf zwischen Vampiren, Hexenmeistern und anderen übernatürlichen Wesen. Als sie erfährt, dass auch sie eine Schattenweltlerin ist und zudem eine seltene Gabe besitzt, wird sie selbst zur Gejagten. Doch dann findet sie Verbündete, und zwar ausgerechnet im Institut der Schattenjäger. Dort trifft sie nicht nur auf James, hinter dessen zerbrechlicher Schönheit sich ein tödliches Geheimnis verbirgt, sondern auch auf Will, der mit seinen Launen jeden auf Abstand hält – jeden, außer Tessa. Tessa ist völlig hin- und hergerissen, und weiß nicht, wem sie trauen soll. Schließlich sind die Schattenjäger ihre natürlichen Feinde.

Meine Meinung:
Ich finde es sehr schön, dass wir die Abenteuer mit den Schattenjägern und - weltlern diesmal im historischen London Ende des 19. Jahrhunderts erleben. Es ist eine ganz andere Welt in die wir eintauchen und es ist auf jeden Fall kein Abklatsch von City of Bones. Die Zeit ist zurückgedreht und manch moderne Erfindungen, die wir im 21. Jahrhunderten als selbstverständlich erachten gibt es eben dort noch nicht und genauso ist es auch im Reich der Schattenjäger. Es gibt noch kein Gerät mit dem mal eben schnell eine Versammlung zusammen gerufen lassen könnte....dass Frau Clare diesen Aspekt mit eingebracht hat - einfach nur toll. Das machte diese Welt gleich noch viel realer.

Der Inhalt hat mir wirklich gut gefallen und es gab einen klaren Bezug zum Titel. Der Einstieg fiel mir leicht und nach und nach lernte ich die verschiedenen Charaktere kennen.
Zum Inhalt möchte ich nicht viel sagen, das sollt ihr doch alle selbst lesen, aber das was im Klappentext steht, ist nur ein Bruchteil dessen was mich erwartete.
Es beginnt sehr mysteriös und gleichzeitig so erschreckend offen. Sofort wurde ich in den Strudel aus Machenschaften, Kampf, Macht und Gier und viel viel Blut vergießen hineingezogen.
Die Geschichte ist wie immer sehr schön detailreich beschrieben. Ich finde es einfach bemerkenswert wie Cassandra Clare eine Person zum Leben erweckt - mit Haut und Haaren! Auch die Umgebung wirkte sehr schön. Sie hat das historische Flair super umgesetzt und ich hatte nie Zweifel, dass Tessa und Will und Jem und all die anderen im Jahr 1878 lebten.
Das äußerte nicht nur in den Lebensumständen, den prachtvollen Räumlichkeiten und den traumhaften weiten und langen Kleidern. Nein - es lag in dem Wesen der Charaktere, wie sie dachten, handelten und sprachen - immer mit dieser eisernen Höflichkeit und der unsichtbaren Distanz zwischen Mann und Frau.

Tessa hat mir sehr gut gefallen. Sie reist als Waise aus New York allein nach London, erlebt etwas so Grausames - da wären andere schon zusammen gebrochen, aber sie bleibt stark und zweifelt keine Sekunde daran, dass sie ihr Ziel erreichen wird. Sie ist eine ungewöhnlich mutige Frau für diese Zeit. Sie ist weder auf den Mund gefallen, noch lässt sie alles gefallen. Sie sagt rund heraus ihre Meinung, gibt aber auch offen ihre Ängste zu. Sie wundert sich zunächst darüber, dass auch Frauen kämpfen und ist zunächst skeptisch gegenüber jemals Hosen zu tragen oder zu kämpfen - bis sie das Feuer in sich entdeckt.
Tessa liebt Bücher und ist eine sehr bemerkenswerte Leseratte mit einem klugen Köpfchen. Sie ist aufgeweckt und neugierig und ich muss sie einfach lieb haben.
Und es umgibt sie etwas ganz Besonderes - eine Gabe. Die sie fürchtet, aber zu kontrollieren lernt.

Will ist unnahbar, ironisch und hat viel Humor. In ihm scheint etwas zu Brennen und wie auch bei Jace hat er eine etwas undurchsichtige Vergangenheit, die bis jetzt noch nicht aufgelöst wurde.
Er wirkt ganz wie ein Mann aus dieser Zeit. Rabiat, Herrisch gegenüber Frauen und Dienstboten. Und doch hat Clare mit ihm wieder einen sehr facettenreichen Charakter erschaffen, denn so hat auch William Herondale seine weiche Seite, verletzliche Seite. Er hat mich überrascht. Er denkt seinen Kumpanen voraus und ist offen für neue Seiten.
Ich kann sein Wesen noch nicht ganz entschlüsseln, dafür verhält er sich zu unberechenbar, aber in seinen Bann hat er mich trotzdem gezogen.

James Castairs, genannt Jem, wirkt für mich wie ein zartes gebrechliches Vöglein, dass in die große weite Welt hinausfliegen möchte, mit leider nur einem Flügel. Ich mochte seine sanfte, ruhige, besänftige Art, auch wenn ihn immer etwas trauriges umgab.

Jessamine fand ich sehr sympathisch. Sie ist nach außen hin kratzbürstig, widerspenstig und unglaublich eingebildet. Dabei möchte sie doch nur ein ganz normales Mädchen sein und keine Schattenjägerin. Sie verflucht ihre Herkunft und versucht mit allen Mitteln sich ein neues zu erschaffen. Sie ist sehr egoistisch und würde im Notfall immer nur ihre eigene Haut retten. Bei ihr wundert mich das nicht, aber trotzdem ist sie fein geschliffen.

Charlotte und Henry Branwell, leider des Instituts sind das genau Gegenteil der Leiter aus City of Bones. Waren sie da eher mit einer Eisschicht überzogen und strahlten Kälte aus, sind sie hier so unglaublich warm und herzlich und einfach zum lieb haben. Ich hätte die Beiden am Liebsten als Tante und Onkel. Charlotte ist so süß und reif und alt trotz ihres zarten Alters und Henry ist einfach zum Knuddeln. So ein unbeholfener Tüftelfreak.

Und dann gibt es diverse andere Charaktere. Wie immer scheint Cassie uns mit einer Tüte lauter wunderbarer Menschen zu überschütten. Nathaniel Gray, der Bruder von Tessa, dem ich des ganzen Lesens keine Beachtung schenkte und dann wegen ihm vom Stuhl fiel, Sophie, das Dienstmädchen und Lady Belcourt und Magnus Bane, die ich beide bereits in den Chroniken der Unterwelt kennengelernt habe. Magnus war wie immer - von ihm habe ich nichts anderes erwartet, aber von Camille Belcourt war ich positiv überrascht. Wie sehr ein Mensch sich dich durch die Jahrhunderte ändern kann!
Und dann gibt es noch viele Vampire, die Dunklen Schwestern (*grusel*), Menschen, die sich unbedingt mit Magie einverleiben müssen und interessante blecherne Gestalten, die eine ganz große Rolle spielen.

Der Schreibstil hat mir wieder sehr gut gefallen. Flüssig. Detailreich und echt schöne Formulierungen. Die Art und Weise wie sie schreibt berührt mich immer wieder. Ich merke es einfach beim Lesen. Sie kann es einfach. Sie hat nicht nur eine brillante Idee, die sie in die Tat umsetzt, sie hat einfach die Gabe richtig schön zu Schreiben. da muss ich natürlich auch der Übersetzerin danken, die auch alles so toll ins Deutsche abrundet.

Der Spannungsaufbau hat mir sehr gut gefallen. Eigentlich war gar kein Aufbau drin. Ich wurde sofort in den Tumult geworfen und musste jede Seite mitfiebern bis am Ende der Höhepunkt kam, ehe kurz vor den letzten Seiten die Spannung wieder abflachte.
Das Ende hat mir gar nicht gefallen. Jedes Mal ein mieser Cliffhanger. Wirklich. Jedes Mal! Ich liebe dieses Buch und ich liebe alle ihre Bücher, aber die Art und Weise wie sie es beenden muss...ich bin echt frustriert.

Mein Fazit: Diese Reihe ist noch schöner und interessanter als Chroniken der Unterwelt. Einfach wunderbar. Die Welt, die Zeit sie faszinieren mich und ich werde so bald wie möglich zu Band 2 greifen.
Das Cover finde ich sehr schön, aber kann nicht mit den Originalcovern mithalten.

 
<3 Fiorella








Kommentare:

  1. Wow was für eine tolle Rezi!
    Ich bin ja bei Spin-Offs oder an die Vorgängerreihe angelehnten Bücher immer sehr skeptisch, aber deine Rezi hat mich überzeugt! Clockwork Angel wird bei mir einziehen! :)
    LG Nina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wow Nina,
      danke danke danke. Dein lieber Kommentar hier - das ist echt mega schön zu wissen, dass ich mit meiner Rezension andere für ein Buch begeistern kann.
      Das freut mich echt und viel Spaß beim Lesen :-)

      Löschen
  2. Bei mir warten schon die anderen zwei Bände darauf dass ich sie endlich lese! Hach, ich liebe diese Serie einfach *.*
    Einziger Kritikpunkt ist für mich die Übersetzung des Wortes Clockwork in Klockwerk. Das klingt erstens total bescheuert und zweitens gibt es dieses Wort gar nicht, nur Uhrwerk (was aber auch in dem Zusammenhang blöd klingt). Ich finde sie hätten es ruhig mit Clockwork belassen können!

    Liebe Grüße, Sophia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Sophia,
      ja die anderen beiden Teile sind bald dran und stimmt Klockwerk irritiert den Lesefluss etwas, aber dafür kann ja die Autorin nichts und es hält sich noch in Grenzen. Aus Tessas Kette bin ich auch noch nicht so richtig schlau geworden....aber ich werde es bestimmt bald erfahren. :-)

      Löschen
  3. Hi, wirklich tolle Rezi! Die Reihe liegt bei mir schon eine Weile auf dem SUB. Aber ich werde sie definitiv noch lesen. ;)
    Liebe Grüße
    Mirjam

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön. Diese Reihe ist wirklich super super lohnenswert zu Lesen.

      Löschen

Hey, wenn ihr euch bei mir melden wollt, einfach mal nur zum Quatschen ;) oder weil ihr nützliche, kreative und fabelhaftwunderbare Tipps und Tricks für mich habt....dann schreibt mir doch einfach über meine E-Mail:
lady-principessa@t-online.de

Ich würde mich sehr freuen.