Montag, 14. Juli 2014

WM und Kurzmeinung zu Die Bestimmung- Letzte Entscheidung

Gestern war Fußball-Finale - und wir sind Weltmeister :-)
Ja, das muss einfach nochmal gesagt werden - schließlich passiert das ja nicht so oft :D

Nun, ich bin eigentlich nicht so der große Fußballfan, aber das Finale habe ich mir dann doch nicht entgehen lassen, vor allem nicht nach dem grandiosen Halbfinale von 7:1 für Deutschland. Denn das war wirklich mal ein Spiel, dass mir Spaß gemacht hat zu gucken.

Gestern dagegen...man - ich weiß gar nicht was ich dazu sagen soll.

Mit dem einen Auge habe ich auf das Spiel geguckt  
und mit dem anderen in das Buch geschielt.

Das habe ich auch schon lange nicht mehr geschafft in zwei Stunden 507 Seiten zu lesen und dabei auch noch multitaskingfähig an den richtigen Stellen ohh schade und Mist und Fast und Yeah! zu rufen.
Ich wollte es nämlich unbedingt noch fertig lesen, bevor ich morgen nach Oxford verreise....in weiser Voraussicht, dass ich heute nicht mehr dazu kommen werde - Koffer packen - dies und das noch und daher habe ich heute auch keine Zeit für eine ausführliche Rezension.

Aber ehe ich in drei Wochen lauter andere Bücher um mich herum habe, dachte ich mir, verfasse ich mal schnell meine Kurzmeinung dazu und um ehrlich zu sein, bin ich derzeit noch zu geschockt, enttäuscht, verwirrt von dem Ende, dass ich glaube noch gar nicht in der Lage bin über die Bestimmung - Letzte Entscheidung nach zu denken.



ACHTUNG!
Meine Kurzreflektion beinhaltet Spoiler und verrät das Ende des Buches. Wer von euch also noch nicht  durch die Medien damit erwischt wurde, sollte lieber nicht weiterlesen.

Kurz & Knapp: Gefiel mir gut /Gefiel mir nicht so gut

1. Das Buch kann nicht mit seinen Vorgängern mithalten. Ich habe den ersten Teil geliebt! Und auch Band 2 - Tödliche Wahrheit beinhaltete noch viele Überraschungen, dass ich im Wesentlichen mir mehr erhofft hatte.
2. Die Plotidee an sich hat mir sehr gut gefallen, die Umsetzung dagegen fand ich nur schade. Da hätte Veronica Roth wirklich mehr rausholen können. Hätte sie nur ein klitzekleines bisschen so geschrieben, wie in Band 1, dann wäre das gar nicht mal so übel geworden. - Es gab auch hier viele überraschende Wendungen und Konflikte, die die Spannung hielten, aber sie wurden meiner Meinung nach viel zu schnell gelöst. Kaum tauchte ein Problem auf, musste ich nur Blinzeln und eine Lösung war gefunden. Dabei hätte das manchmal echt schief laufen können und die ganze Sache herumreißen.
4. Die Beziehungsprobleme von Tris und Four/Tobias fand ich sehr realistisch und ich fand auch gut, dass dieses Problematik auf die Tapete gekommen ist, denn Friede-Freude-Eierkuchen in Kriegszeiten, wo sie sich gegenseitig immer wieder misstrauen und anlügen wäre doch sehr träumerisch gewesen.
5. Ich habe Four/Tobias fast gar nicht mehr wiedererkannt! In den ersten beiden Bänden ist er der Starke, Unerbittliche, der Beschützer, auch wenn Tris keinen braucht und er war ein Mann! Doch jetzt jammerte er die ganze Zeit nur rum, haderte mit sich und seinem Schicksal, war schrecklich naiv und überhaupt - so wie in Band 3 hat er noch nie Entscheidungen getroffen.
Ich kann die Autorin durchaus verstehen, dass seine weiche, ängstliche Seite nun heraus kommen sollte, das passt auch von Inhalt her, aber er sollte doch nicht gleich seine harte Schale abwerfen! Ich bin echt von ihm enttäuscht.
6. Die Entwicklung von Tris dagegen fand ich sehr gut dargelegt. Immer wieder wurde der Vergleich von ihrem früheren Ich als Stiff und ihrer heutigen selbstbewussten Aura gezogen und ihre charakterliche Wandlung fand ich sehr gut nachvollziehbar.  Sie ist mit den Kämpfen, dem Krieg und den Verlusten ihrer Freunde und Familie stärker und reifer geworden. Sie trifft zielgenaue Entscheidungen, zweifelt nicht so lange rum und ist zunächst auch streng mit Tobias. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen.
7. Das Ende ist widersprüchlich! Sie behauptet felsenfest, dass sie weiterleben möchte. Sie möchte sich nicht mehr opfern und ein paar Seiten später opfert sie sich aus Liebe.
8. Die anderen Charaktere fand ich sehr gut herausgearbeitet. Sehr gut hat mir die seelische Entwicklung von Evelyn und Caleb gefallen. Das wirkte sehr lebendig und ich habe mich den Figuren nah gefühlt.
9.Wieder das Ende! Es gefällt mir nicht.
Einerseits möchte ich Veronica Roth danken und loben, dass sie sich getraut hat ihre Hauptperson umbringen zu lassen. Es gibt nicht immer ein Happy End, aber die Art und Weise, wie sie das gemacht hat, war echt nicht fair.
Da habe ich selbst als Leser Schuldgefühle gegenüber Tobias bekommen, weil ich sie nicht aufhalten konnte. Auch dieser traurige Ausblick, dass Tobias selbst nach zwei Jahren noch nicht über sie hinweg gekommen ist und trauert und das alles, nachdem sie so viel durchgemacht haben und sich einen Abend vorher noch ihre gemeinsame Zukunft ausgemalt hatten....schrecklich.
Ich meine, ich kann ja noch verstehen, dass Tris sich dem Todesserum anstelle ihres Bruders ausliefert - aber dann überlebt sie ihn und stirbt, weil sie angeschossen wird!!! Sie wurde so viele Male schon beinahe tot geschossen, so oft hat sie es überlebt. Das ist doch unfair. Sie hat dieses besondere Gen, sie kann als womöglich einzige Person das Serum überleben - sie überlebt es!!!! Und dann das!
10. Das Buch erinnert mich gerade ein bisschen an die Partials-Trilogie von Dan Wells.  Es geht sehr viel über Gene und Gendefekte und Mutationen und reine und unreine Menschen und generell habe ich in der Jugendliteratur jetzt schon öfter diese Thematik vernommen.
Ich mag die ganzen Analysen und Gespräche, weil mich das alles interessiert, aber trotzdem kam es mir sehr abgekupfert vor, auch aus der Geschichte und auch ein bisschen enttäuschend, dass nur diese Kleinigkeiten, dieses Projekt von Wissenschaftlern der Grund für die Fraktionen sein soll. Ich habe auf etwas Größeres, ja Explosives gewartet -  und das kam leider nicht. An keiner Stelle des letzten Bandes.


Fazit:

Die 10-Punkte-Statements von mir beinhalten leider überwiegend negative Kritiken.
Doch trotzdem ist das Buch für mich nicht grottenschlecht. Es sind Kleinigkeiten und wäre das eine oder andere anders verlaufen, dann würde das Publikum sich wahrscheinlich mehr davon angesprochen fühlen und zufriedener damit sein.
Dass Tris stirbt, finde ich in Ordnung, nur die Art und Weise finde ich ärgerlich.

Aber hey, vielleicht soll es ja so sein. Bücher sollen in mir Emotionen wecken und das hat Die Bestimmung - Letzte Entscheidung auf jeden Fall getan.
Es hat mich mitgenommen und ich denke darüber nach und das ist doch ein gutes Zeichen. Besser, als wäre mir alles egal.

<3 Fiorella

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