Sonntag, 29. Juni 2014

Rezension zu If you stay von Courtney Cole

 

Inhalt vom Buchrücken:
 
Die junge Mila ist Künstlerin und überzeugte Single-Frau.
Das ändert sich, als sie Pax kennenlernt, der auf den ersten Blick kein Traummann ist: tätowiert, knallhart und mit schlechtem Benehmen. Doch ausgerechnet er bringt in Mila eine Seite zum Schwingen die sie vorher nicht kannte - und sie in ihm auch.
Mila fühlt sich von Pax' unwiderstehlich angezogen, seine erotische Ausstrahlung lässt ihre Knie regelmäßig weich werden. Gegen alle Regeln der Vernunft geht sie eine Beziehung mit ihm ein.
Aber kann Pax wirklich seine schlechten Angewohnheiten von einem auf den anderen Tag ablegen, mit denen er seit Jahren versucht hat, die schweren Erlebnisse seiner Kindheit zu verdrängen?
 Die Vergangenheit scheint Mila und Pax unaufhaltbar einzuholen.
Wird die Kraft ihrer Liebe ausreichen, um ihre Beziehung zu retten?

Meine Meinung:
 
Ich möchte mich hierbei erst einmal beim Verlag Knaur bedanken, die mir dieses Buch: If ou stay- Füreinander bestimmt" von Courtney Cole ohne Wunsch einfach geschickt haben.

Vor den meisten Büchern gibt es vom Autor immer ein kleines Statement, bevor das Buch beginnt. Eine Art Apell, ein Zitat oder an wen das Buch gerichtet ist. Bei Courtney Cole beginnt diese Seite mit:

Für all jene, die schon einmal Trost im Vergessen gefunden haben.

Genau darum geht es in diesem Roman.
Es ist anders als ich erwartet hatte, nicht nur ein Liebesroman mit einigen sehr detaillierten Liebesszenen, sondern auch von sehr tiefsinniger Bedeutung.
An einem Abend findet Mila den bewusstlosen Pax, der eine Überdosis genommen hat. Sie rettet ihm das Leben und besucht ihn auch im Krankenhaus. So nimmt die ganze Geschichte ihren Lauf.
Pax erkennt, wie knapp er nur seinem Leben entkommen ist. Er selbst bezeichnet sich nicht als Junkie, sondern sucht in den Drogen und der willkommenem Finsternis den Trost und Schutz, den er nie bekommen hat. Er flüchtet sich in die Dunkelheit und in die Ruhe. Er möchte nichts spüren, um der harten Realität zu entkommen.
Doch als Mila auftaucht, die für ihn eine ganz neue Spezies an Mensch darstellt, wird eine weiche Seite in ihm wach gerüttelt und er beginnt über sich selbst nachzudenken.

Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Mila und Pax geschrieben.
Die Autorin hat das meiner Meinung nach sehr gut hinbekommen, da ich nicht unbedingt die Überschriften mit den Namen der jeweiligen Kapitel erst lesen musste, um zu wissen, welches Ich nun erzählte. Allein am Tonfall, an der Wortwahl war leicht zu erkennen, wer von den Beiden gerade an der Reihe war.
Dabei unterschied sich sehr deutlich die rüde, ungehobelte Sprache von Pax mit der sanften Erzählart von Mila.

Ich mochte Pax, der in meinen Augen den wirklichen Hauptprotagonisten der Geschichte bildet. Ich konnte mich gut in ihn hineinversetzen, seine Gedanken und Gefühle spiegelten sich in seinem Verhalten wieder und im Ganzen gesehen ist alles sehr schlüssig. Es passt perfekt zusammen. Er verkörperte ideal den Bad Boy mit dem weichen Kern. Er macht in dem Roman eine unglaubliche Wandlung durch. Vom Rabauken der seine Wut und Verzweiflung in Drogen, Alkohol und Frauen auslässt, wurde er zum liebevollen Gentleman, der sich bemüht zu bessern, aus Liebe zu Mila. Und natürlich scheitern die ersten Versuche. Es ist sehr realistisch dargestellt, wie er dennoch in alte Gewohnheiten zurückzufallen droht, es schafft sich immer wieder zusammenzureißen.
Ich habe es sehr bewundert, wie die Autorin Pax authentisch als einen erwachsenen Mann wieder zum kleinen ängstlichen Jungen werden lies, als seine tragische Vergangenheit ans Licht kommt.
Damit hätte ich nie gerechnet. Diese Vergangenheit ist echt schlimm und es ist daher sehr gut nachvollziehbar warum es Pax immer wieder ins Vergessen zog.

Nur mit der Protagonistin Mila wurde ich nicht so richtig warm. Es ist offensichtlich, dass Courtney Cole sich intensiver mit Pax beschäftigt hat.
Mila ist am Anfang ein Mauerblümchen.  Sie hat den starken Drang anderen zu helfen und fühlt sich unwiderstehlich von Pax angezogen.
Als sie sich jedoch erst mal auf ihn einlässt, scheint ihr Braves-Mädchen-Image abzufallen und sie verwandelt sich über Nacht in eine starke, tapfere Frau. Das schien mir etwas schnell und überholt.
Auch Mila hat eine Vergangenheit, die ihr unter anderen Umständen eine Last gewesen sein müsste, doch davon ist nichts zu merken. Sie meistert selbstständig ihr Leben und erscheint mir auch nicht als eine 22- Jährige, sondern glüht vor einer Weisheit, dass sie durchaus älter sein könnte. Sie war für mich eher ein oberflächlicher Charakter und kann gegen Pax mehrdimensionalen ICH nicht mithalten. Das fand ich sehr schade. Aus ihr hätte die Autorin noch mehr herausholen können.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr zwiespältig. Sie bewegt sich durchaus auf hohen Niveau und punktet besonders in letzten Drittel mit sehr psychologischen Themen, hat sich aber teilweise zu sehr vom Jargon der Nutten und Drogendealer herunter reißen lassen.
Und auch wenn ich annehme, dass das Wort "Scheiße" bald in unseren Duden stehen wird mit der Bedeutung Mist, Verflucht und dieser Ausdruck immer populärer zu werden scheint, so hat Pax das in seinem Wortschatz doch an erster Stelle. Ich kann verstehen, dass sie ihn mit seiner Wortwahl nur sehr authentisch darstellen wollte, aber ich fand es doch ein bisschen zu viel des Guten und er hätte meiner Meinung nach nicht bei jeder brenzligen Situation und auch nicht bei sentimentalen Stimmungen S****** sagen müssen. Ich fand es nach einer Weile überflüssig und es störte den ansonsten sehr schönen Sprachfluss.

Die Spannung war am Anfang sehr flach. Sie steigert sich nach und nach. Es ist eine eher ruhige Liebesgeschichte, in der es um die Verarbeitung der Vergangenheit geht, die Trauer und Wut und Drogen in den Mittelpunkt stellt, aber dennoch mit kleinen actionreichen Kapiteln die Spannung aufleben lässt.
Im letzten Drittel verebbt das ganze dann wieder, was mich persönlich jedoch nicht gestört hat.
Das Ende gefiel mir sehr gut und auch Milas Schwester Madison macht auf das weitere Buch neugierig, da sie so kurz sie auch nur in Erscheinung getreten mag, mir persönlich schon mehr ans Herz gewachsen ist als Mila. Sie war auch eine wohltuende Überraschung.

Insgesamt ist das Buch trotz paar kleiner Ecken und Kanten eine runde Sache. Themen wie Kontinuität, Beständigkeit, Verarbeitung wurden geschickt mit der Liebe verknüpft. An der einen oder anderen Stelle hätte die Autorin aber noch mehr herausholen können.







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