Mittwoch, 25. Juni 2014

Rezension zu Fragmente von Dan Wells

 


Inhalt vom Buchrücken:
Nach "Aufbruch" der neue futuristische Thriller um das Schicksal der letzten Menschen im Kampf gegen die Partials.
 Die junge Kira hat ein Mittel gegen die Seuche RM gefunden - doch der Kampf ums Überleben hat für die Menschen und die Partials erst begonnen ...
In ferner Zukunft wurde die Menschheit durch den Isolationskrieg fast vollständig vernichtet - besiegt von den Partials, künstlichen Kriegern, die die Menschen selbst erschaffen hatten. Eine der letzten Überlebenden ist Kira Walker, die erfahren hat, dass sie selbst ein verhängnisvolles Erbe in sich trägt, von dem sie nichts ahnte. Auf der Suche nach ihrer eigenen Herkunft muss sie sich ausgerechnet auf die Hilfe zweier Partials verlassen - Samm und Heron, die als Einzige ihr Geheimnis kennen. Kiras Weg führt sie durch das verwüstete Land, das der Isolationskrieg aus dem nordamerikanischen Kontinent gemacht hat - und dort wird sie dem schrecklichsten Feind begegnen, den die Menschheit je gekannt hat ...

Meine Meinung:
Ich habe lange gebraucht bis ich das Buch durch hatte. Zu lange für ein Buch. Fast drei Wochen quälte ich mich durch die Seiten ehe das Buch am Ende doch noch spannend wurde und ich nun nach langem Überlegen und langer Zeit verstreichen, beschlossen habe, doch noch eine Rezension zu verfassen.



Band 1- Aufbruch hatte mich begeistert. Ich war regelrecht aufgegangen in die Thematik ein Heilmittel für RM zu finden. Hier findet ihr meine Meinung zu Partilas 1.
Dementsprechend ging ich mit hohen Erwartungen an den zweiten Band der Reihe heran - und wurde enttäuscht.
Der Anfang verlief schleppend und je mehr Seiten ich las, desto ermüdeter wurde es für mich der Handlung zu folgen.
Der Hauptteil des Buches besteht größtenteils darin, wie Samm, Kira und Heron durch das vergiftete Ödland wandern. Zwar versuchte Dan Wells immer wieder durch kleine "aufregenden" Unterbrechungen die Reise abwechslungsreich zu gestalten, doch verlief sich so ein Ereignis schnell wieder im Sande und war nach zwei, drei Seiten wieder vergessen.
Der Autor legte sein Gewicht beim Schreiben eher auf eine ruhige, detailreiche Beschreibung der Umgebung. Er versuchte Recherche, Fiktion, Wissenschaft und tatsächliche Schauplätze, wie Chicago oder Brooklyn miteinander zu verknüpfen, doch vielleicht wollte er zu viel.
Es klang teilweise wie ein Reportage- Bericht für mich.
Es drehte sich immer nur so um das Eine. Quälende Gedanken. Immer wieder wurden die gleichen Sorgen an die Oberfläche geholt und ich hatte das Gefühl am Ende immer nur noch das gleiche zu Lesen, vielleicht war da mal ein Moor und dort ein Hügel hinzu gekommen, aber mehr war es auch nicht.

Die Protagonisten waren nicht viel anders als im ersten Teil. Es kamen ein paar neue hinzu, aber 90% des Buches drehten sich um Kira, Heron und Samm.
Die neuen Charaktere fand ich super. Sie waren gut dargestellt und ich konnte ihre Gedanken und Handlungen klar nachvollziehen, bei Kira und Samm schwächelte er aber und sie machten keine große Entwicklung durch.
Am Ende bahnt sich die Idee einer zarten Liebesgeschichte an, die aber nicht wirklich greifbar ist. Das Ende kommt daher überraschend und doch springt der Funken einfach nicht über. Es war einfach viel zu sachlich. Romantik war da nirgendwo zu finden.
Action aber auch nicht.

Der Schreibstil war okay. Eigentlich hat Dan Wells einen tollen Schreibstil, der mich in Band 1 bereits begeistert hatte und seine Sprache ist auch sehr flüssig zu lesen, aber es erinnert eben doch mehr an eine Reportage. Ich finde es zwar bewundernswert wie Dan Wells wissenschaftliche Bezüge herstellt und in seinem Kopf ein riesiges Netzwerk mit verschlungenen Pfaden aufgestellt hat, wie alles mit einander zusammenhängt...da ist seine Phantasie so grenzenlos, dass es sehr lebendig erscheint, aber diesmal muss er von diesem Thema um die Seuche und RM so gefesselt gewesen sein, dass er darüber stundenlang philosophiert, immer wieder die gleichen Fragen auftauchen, die ganze Handlung sich im Kreis dreht und sich eben deshalb das Buch so unglaublich in die Länge zieht und nichts wirklich passiert.

Die Spannung war auf einer Skala von 1-10 bei 2 schätze ich. Es gab kurze Lichtblitze, dann war wieder die ganze geladene Energie verpufft.
Im letzten Drittel erholte sich dieser ganze schleppende Prozess und es wurde mit jeder Seite wieder besser. Die letzten Kapitel sind wieder so wie erwartet und wie ich Dan Wells kenne. Energie- und Action geladen, lustige Gespräche, knifflige Bausteine und Spannung und das Bedürfnis weiter zu lesen.
Mein Fazit daher: Wer vom ersten Buch nicht sonderlich angetan war, kann sich den zweiten Band schenken. Wer den ersten Teil liebte, könnte sich vielleicht noch mit Fragmente anfreunden.
Ich habe mich durch die Seiten gekämpft. Ich habe in der Mitte Seiten einfach überblättert, aber es hat sich gelohnt, da ich die letzten Seiten wieder einfach sehr sehr gut fand. Da stellt sich mir nur die Frage, ob das bei 571 Seiten die Mühe wert war.


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