Sonntag, 15. Juni 2014

Rezension zu Drei Wünsche hast du frei von Jackson Pearce

Ein zauberhafter Roman für Zwischendurch, der zum Nachdenken anregt und auch zum Träumen an verregneten Tagen.



Inhaltsangabe vom Buchrücken:
Als Viola von ihrem Freund verlassen wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie wünscht sich nichts mehr, als wieder glücklich zu werden – und beschwört so ver­sehentlich einen Dschinn herbei. Er ist jung, er sieht gut aus … und er ist furchtbar schlecht gelaunt, denn er hält Menschen für ungemein nervtötend. Aber bevor er in seine Heimat zurückkehren kann, muss er Viola drei Wünsche erfüllen. Und das ist nicht so einfach, wie es sich anhört …

Meine Meinung:
Erster Satz:
Alles, was ich in der Shakespeare-Stunde heute gelernt habe, ist: Manchmal muss man sich in den falschen Menschen verlieben, um den richtigen Menschen zu finden.

Der Anfang war seicht und leicht. Ruhig wurde ich in die Welt von Viola eingeführt. Ich erfuhr, was für ein Mensch sie war, ihre Gedanken und Gefühle und ich konnte mich sofort mit ihr identifizieren.
Ich mochte Viola. Ich konnte sie gut verstehen und ihre Handlungen sehr gut nachvollziehen, weil auch ich mich manchmal wie ein unscheinbares Mädchen fühle.

Und so kommt es, wie es kommen muss. Viola hat einen Wunsch und ein Dschinn taucht auf.
Ich fand diese Stelle im Buch echt gut. Es war amüsant zu lesen, wie sie an sich selbst zweifelt, sich fragt ob sie den verrückt sei, da sie als Einzige den geheimnisvollen Unbekannten sieht.

Seite 16 Viola
Als ich sieben war, damals, bevor meine Mom wieder eine Ganztagsstelle annahm, habe ich die Farbe Rosa geliebt und Mom angebettelt, mein Zimmer in einer migränefördernen Farbe namens Flamingo Dream zu streichen. Ich wünschte wirklich, sie hätte sich damals nicht drauf eingelassen, denn neun Jahre später erstrahlt mein Zimmer immer noch in Flamingo Dream. Ich zerre Jalousien nach unten, was das Rosa ein bisschen erträglicher macht, und falle auf mein Bett. Es ist begraben uter mehren Schichten alter Patchworkdecken und den Stofftieren, bei denen ich es vorläufig noch nicht über mich bringe, sie in den Schrank zu sperren.


Und auch Dschinn fand ich herrlich. Die Sicht ist mal aus Violas und mal aus seiner Perspektive geschrieben. Das macht die ganze Handlung sehr gut nachvollziehbar.
Dschinn gibt sich am Anfang sehr gereizt und es ist offensichtlich, dass er schnell zurück nach Caliban möchte.
Dschinn fand ich echt niedlich, wie er sich darüber aufregen kann, dass seine Haare länger werden, da er nur auf der Erde altert.
Am Anfang kam er mir wie ein kleines bockiges Kind vor, aber im laufe des Geschehens verwandelte er sich in einen menschlichen Dschinn, der liebt, emotionale Nähe verspürt, reifer und erwachsener wird und der trotz seiner Macht, Wünsche zu erfüllen, selbst auf der Strecke bleibt und mehr oder weniger hilflos seinem Schicksal entgegen rennt.

Seite 19: Dschinn
Sie kreischt.
Natürlich.
Sterbliche Frauen neigen dazu, dies zu tun. (...)
Meine neue Herrin hat pinselartiges, glattes Haar. Sie ist nicht richtig dick, aber ich habe Mädchen mit ihrer Kleidergröße schon mehr als einmal den Wunsch erfüllt, dünner zu sein.

Caliban wird als ein sehr schillernder Ort beschrieben, den ganzen Tag werden Sonnenaufgänge von Sonnenuntergängen abgelöst und wieder anders herum. Es gibt keine richtige Nacht. Dort gibt es keine Sorgen und Geld spielt keine Rolle.
Das Buch  zeigt auf gespielte und verliebte Art und Weise die Missstände unserer Gesellschaft auf. De Raffgier der Menschen, aber es handelt auch von Themen wie Liebe, Freundschaft, sozialer Status, sowie Homosexualität.
Meiner Meinung ist Lawrence, Violas bester schwuler Freund und Ex, der beste Charakter ist diesen Buch.
Mit ihm hat Jackson Pearce einen geduldigen und einfach aufopferungsvollen Menschen geschaffen. Solche Typen wie ihn gibt es leider viel zu wenig auf der Erde.

Seite 169: Dschinn
"Ich wünschte mir (....)", sagt sie fast im Flüsterton. (...)
Ich kämpfe dagegen an, obwohl ich die Gewissheit habe, dass es zwecklos ist - der Wunsch zieht an mir wie eine starke Welle. Ich warte bis zum aller letzten Moment, bevor ich ihn gewähre, und die Welle braust mit solcher Gewalt über mich hinweg, dass ich beinahe zu ertrinken glaube. Schließlich lege ich einen Arm über den Bauch und den anderen in den Rücken und verneige mich langsam.
Vor Viola. Vor meiner Herrin. Wie konnte ich sie nur verletzen? Was habe ich getan?
"Wie du wünschst."


Die Mitte des Buches verläuft mehr oder weniger ruhig und doch kam mir nie Langeweile auf.
Es ist ein ruhiger Roman für zwischendurch, wenn man einfach mal Träumen und Wünschen möchte. Es ist ein Buch, dass ich jederzeit nochmal lesen könnte.
Auch ich machte mir gleich Gedanken, welche drei Wünsche ich mir wohl gewünscht hätte.

Zum Ende hin spitzt die Handlung sich nochmal ganz schön stark zu und das Ende rückte immer unaufhaltsam näher. Auch wurden immer mehr Elemente aus Caliban eingesetzt, und in der bildlochen Beschreibung im fackelnden Schein des Feuers konnte ich den Schmerz mitfühlen, den Viola und Dschinn empfanden.

Das Ende fand ich mit am Besten. Aber nicht weil es das Ende ist, sondern weil die Lösung so einfach erscheint. Und doch so romantisch. Erst passiert alles ganz schnell. Traurigkeit, Enttäuschung wechseln sich mit Verblüffung und Freude ab und dann klingt es langsam aus und lässt den Leser bzw. mich mit einem zufriedenen Gefühl zurück.


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