Samstag, 8. März 2014

Rezension zu "Der Geschmack von Glück" von Jennifer E. Smith

Zitat:
"Meine Vorstellung von Glück...Sonnenaufgänge über dem Hafen. Eiscreme an einem heißen Tag. Das Geräusch der Wellen am Ende der Straße. Wenn sich mein Hund neben mir am Sofa einrollt. Abendspaziergänge. Tolle Filme. Gewitter. Einen guten Cheeseburger. Freitage. Sonntage. Sogar Mittwoche. Die Zehen ins Wasser stecken. Pyjamahosen. Flipflops. Schwimmen. Gedichte. Die Abwesenheit von Smileys in E- Mails."

Inhalt:
Ein einziger, kleiner Tippfehler und schon landet die Email von Graham Larkin, dem zurzeit am heißesten umschwärmten Teeniestar, in Ellies Postfach - ganz am anderen Ende der USA und in einer vollkommen anderen Welt: ohne Glamour, dafür mit Ferienjob in einer Eisdiele. Dennoch, und ohne, dass der eine irgendetwas vom anderen weiß, entspinnt sich sofort ein wunderbarer, sprühender Dialog zwischen den beiden. Sie können über Gott und die Welt miteinander reden, nur nicht darüber, wer sie in Wirklichkeit sind. Doch dann schlägt Graham als Drehort für seinen neuesten Film Ellies kleines Küstenstädtchen vor, weil er sie endlich persönlich kennenlernen will. Aber wie macht man das als überall bekannter Filmstar und warum scheut umgekehrt Ellie die Öffentlichkeit so sehr?

Meine Meinung:
Ich habe etwas komplett anderes erwartet, als was ich dann zu lesen bekam. Ich dachte, dass bestimmt die Hälfte des Buches der E-Mail -Austausch sein wird. Auch dass der Grund für Ellies Heimlichtuerei tiefgründiger ist, psychologischer bedingt, als so etwas in meinen Augen "lapidares" mit ihrer Mutter.
Dennoch war es ganz nett.

Das Cover finde ich fast noch schöner als die Geschichte selbst und das Mädchen auf dem Cover passt meiner Meinung nach perfekt zu Ellie. Und der Titel ist wirklich auch sehr schön gewählt.




Es ist ein Buch über Freundschaft, die Liebe, die manchmal ganz unverhofft ihr Ziel findet, Familie und Glück. Gleichzeitig ist es aber auch ein Buch, was die Schattenseiten von Ruhm und Erfolg darstellt. Es regt zum Nachdenken an.

Sehr schön fand ich, dass die Hauptprotagonisten keine typischen Klischees aufweisen.
Ich mag Ellie. Sie ist selbstbewusst, obwohl sie sich immer mit dem halben Bein hinter der "Tür" verstecken muss. Sie ist realistisch und weiß genau auf was sie sich einlässt. Sie sieht Graham nicht als Filmstar, sondern so wie er in Wirklichkeit ist.
Und auch Graham ist kein oberflächlicher Filmstar, der nur auf Models mit langen blonden Haaren steht und alle vollschnauzt. Nein, er ist nett und höflich. Er mag die rothaarige Ellie mit den unzähligen Sommersprossen, die in einem nicht perfekten Haus lebt, einen Hund hat und einfach normal zu sein scheint.
Diese Vertrautheit, dieses ruhige Leben vermisst Graham. Seine Freunde. Das alte Verhältnis zu seinen Eltern. Und doch liebt er die Schauspielerei und möchte das nicht aufgeben.
Die Nebenfiguren fand ich etwas schwach. Ich hätte gern mehr über Ellies beste Freundin Quinn erfahren und warum sie sich so verhält, wie sie sich verhält. Am Anfang fand ich sie noch toll, am Ende auch, aber dazwischen - einfach unmenschlich.

Den Hund Bagel, einen Beagle fand ich am besten. muss wohl daran liegen, dass ich so viele Parallelen zu meinem eigenen Hund entdeckt habe. :D

Ein weiterer Pluspunkt in der Geschichte sind definitiv die E-Mails. Sie sind am besten. Immer mal zwischen den Kapitel taucht eine kurze E-Mail auf. Sie sind lustig und fröhlich und lockern die ganze Atmosphäre auf. Sie fand ich definitiv am besten.
Ich hätte mir gewünscht, mehr davon in der Handlung zu lesen.

Die Autorin schreibt gefühlvoll abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptprotagonisten. Sie beschreibt sehr bildlich, leicht und es ist eine perfekte Sommerlektüre für zwischendurch. 
Jedoch ist es ein typischer Jugendroman. Ohne viel Tiefgang.  Sie war auch ziemlich vorhersehbar, dennoch habe ich jede Seite genossen.
 Kurzum, obwohl die Geschichte manchmal ein paar Seiten einfach dahin plätscherte, denn sie hat ihre Längen, ist es sehr rührend. Von der Handlung passiert eher nicht so viel. Es wird viel gedacht und gegrübelt. Aber sie ist trotzdem eine süße Story.

An meiner Widersprüchlichkeit merkt ihr vielleicht schon, dass ich noch nicht so recht weiß, was ich davon halten soll. Sie ist nicht wirklich berauschend und das Buch hinterlässt auch keine Nachwirkung bei mir, was ich sonst an guten Büchern immer so liebe. Es hat keine wirkliche Gefühlsregung bei mir ausgerufen. In mir drinnen las ich das Drama um Ellie und Graham ziemlich neutral und dennoch ist eine schöne Geschichte, die gern gelesen werden möchte. Sie ist nicht schlecht, aber auch nicht besonders. Ein klassischer Jugendroman. Den ich jedoch gerne auch noch einmal lesen würde. Und vielleicht diesmal wirklich im Sommer. Wenn es draußen warm ist und die Sonne mich blendet.

Definitiv ist eine Aussage klar heraus zu kristallisieren.
Es sind die kleinen Dinge, die glücklich machen. Eis. Orangensorbet. Die Zehen im Wasser. Die Sonnenstrahlen auf der Nasenspitze.
Geld und Berühmtheit dagegen können einsam machen. Unglücklich.
Um so mehr sollte man die alltäglichen Dinge im Leben schätzen. Das genug Geld da ist, für einen kleinen Ostseeurlaub. es muss nicht die große Reise nach Thailand oder Amerika sein. Dass man sich gut mit seinen Eltern versteht, zusammen lacht und das Leben genießt, denn du weißt nie, wie schnell das alles vorbei sein kann.

Bestes Zitat für mich:
"Guten Morgen."
"Ja", sagte er. "Es ist wirklich ein guter Morgen."

Eure blaueblaubeere

PS: Erst als ich fertig war, mit Lesen fand ich heraus, das ich bereits einen Roman von der Autorin habe.
Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick.
Es sind zwei völlig verschiedenen Plots, behandeln aber beide mit dieser der Autorin eigentümlichen Spezialität, so locker und luftig das Thema, dass ich auch damals dieses Buch in einem Rutsch durch hatte.
Diese Buch hat mir sogar noch besser gefallen, als dass jetzige. Obwohl es kürzer ist.
Wem also Der Geschmack von Glück berührt, der wird definitiv auch Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick verschlingen.

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